Archivo de la categoría: Lenguas por la Paz

Mai 1945: Frühlingsblumen unter Trümmern

Deutschland 1937Video:

55 Millionen Tote in 6 Jahren – Audio:

http://www.srf.ch/play/radio/popupaudioplayer?id=d9d1ba7b-dc8a-4cc9-9fc8-b41862436486#t=1

Die Deutsche Wochenschau Von-22/3/1945 Die letzte Wochenschau – Video:

8. Mai 1945 – Glücksfall und Trauma

Für uns Deutsche bleibt der 8. Mai 1945 das schwierigste Datum der jüngeren Geschichte. Schwierig, weil widersprüchlich. Dabei scheint doch seit 30 Jahren alles so klar und eindeutig: “Der 8. Mai 1945 war ein Tag der Befreiung. Er hat uns alle befreit von dem menschenverachtenden System der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft” – so hat es Bundespräsident Richard von Weizsäcker schon zum 40. Jahrestag des Kriegsendes klar und deutlich gesagt. Und anders als in den ersten Jahrzehnten nach 1945 teilen heute neun von zehn Deutschen genau diese Sicht.

Wenn es sich aber beim 8. Mai ausschließlich um einen “Tag der Befreiung” handeln würde, dann wäre das ja ein Grund zum Feiern, dann könnten wir Deutschen diesen Tag so begehen, wie viele unserer Nachbarn in Europa: festlich, fröhlich, freudig. Doch genau das wäre selbst 70 Jahre später immer noch unangemessen. Oder wie es Richard von Weizsäcker in seiner historischen Rede von 1985 präsidial ausdrückte: “Wir Deutsche begehen den Tag unter uns, und das ist notwendig. Wir müssen die Maßstäbe allein finden.” Die Maßstäbe. Denn den einzigen Maßstab gibt es nicht.

Da sind zum einen die Schuld und die Verantwortung für all die Verbrechen, die in deutschem Namen bis zum 8. Mai 1945 begangenen worden sind. Verantwortung, die auch die Nachgeborenen auf Dauer bindet: Die Erinnerung daran wachzuhalten und dafür zu sorgen, dass sich Derartiges nie mehr wiederholen kann.

Da ist die Trauer um die Opfer und das Leiden des eigenen Volkes: Um die, die starben, als der Krieg, mit dem die Deutschen fünfeinhalb Jahre fast ganz Europa und Nordafrika überzogen hatten, mit voller Wucht über das eigene Land hereinbrach. Um die, die starben im Bombenhagel der Städte, auf der Flucht aus dem deutschen Osten, bei der militärischen Eroberung fast des gesamten Landes innerhalb weniger Wochen. Die Frauen und Mädchen, die zu Tausenden nach dem Einmarsch und bei den Siegesfeiern vergewaltigt wurden, und mitnichten nur durch die Soldaten der Roten Armee. Die deutschen Soldaten, die in Kriegsgefangenschaft umkamen – auf den Rheinwiesen genauso wie in sibirischen Lagern. Und die zwölf Millionen Deutschen, die nach dem 8. Mai 1945 aus ihrer Heimat vertrieben wurden. Auch an alles das zu erinnern, ist legitim und notwendig. Weil damit weder eine Aufrechnung der Opfer noch eine Relativierung der Schuld einhergeht.

Da ist aber auch Scham. Scham, weil Deutschland nicht in der Lage war, die Pest des Nationalsozialismus selbst abzuschütteln. Die Scham darüber, dass der NS-Staat praktisch überall bis zur letzten Minute funktioniert hat, obwohl der bevorstehende Untergang so absehbar war. Viele, die zu früh die weiße Fahne zeigten oder sinnlose Panzersperren wegräumten, bezahlten dies mit dem Leben. Ebenso Deserteure, die von fliegenden Standgerichten hingerichtet wurde, selbst wenn die gegnerischen Truppen schon in Sichtweite waren. Sinnlose Zerstörung überall – genau so, wie Hitler sich das gewünscht hatte: Kaum eine Brücke, die am 8. Mai 1945 noch intakt war, ungezählte Bauern- und Handwerkerhäuser in namenlosen Dörfern, die in Flammen aufgingen, weil ein fanatischer Feldwebel glaubte, genau hier die Wende zum “Endsieg” einzuleiten. All das befremdet uns heute. Und doch ist es Teil unserer Geschichte.

Zuletzt geht es um Dankbarkeit. Dankbarkeit, dass wir Deutschen trotz Nationalsozialismus eine neue Chance bekommen haben. Die Chance, nicht allein eine besetzte Kolonie zu bleiben, sondern als selbstständige Nation in Freiheit und Selbstbestimmung unseren Weg in die Zukunft gehen zu können. Frankreich, Großbritannien und vor allem die USA machten diesen Schritt sehr schnell möglich: Am 8. Mai 1949, genau vier Jahre nach der bedingungslosen Kapitulation, verabschiedeten 65 Männer und Frauen das noch heute gültige Grundgesetz. 1990 stimmte dann auch die Sowjetunion zu, dass dieses Grundgesetz nun für alle Deutschen gilt.

Es waren die wenigsten Deutschen, die den 8. Mai 1945 an jenem Tag als Tag der Befreiung empfanden. Zu hoffnungslos und zu unsicher waren die Umstände damals, als es für viele allein ums reine Überleben ging, als Terror des NS-Staates zunächst nur durch die Willkür der Besatzer abgelöst wurde. Doch rückblickend war dieser Tag der entscheidende Wendepunkt auf dem Weg in die Gegenwart: Die Freiheit, die Achtung der Menschenrechte und die Liberalität, auf die wir heute in Deutschland so stolz sind, wären ohne diesen 8. Mai 1945 nicht möglich.

Der 8. Mai 1945 – Glücksfall und Trauma zugleich. Wer sich fragt, warum die Deutschen so zögerlich bei internationalen Militäreinsätzen sind, warum wir bei Krisen lieber verhandeln und vermitteln als Waffen zu liefern, und weshalb sich in der Ukraine-Krise vor allem Berlin stets für neue Gespräche mit Moskau stark macht, der findet die Antwort in den Ereignissen des Jahres 1945. Die Brutalität des Krieges im eigenen Land bleibt ein nationales Trauma, das die letzten Zeitzeugen noch lange überleben wird.

Quelle:

http://www.dw.de/kommentar-gl%C3%BCcksfall-und-trauma/a-18429464

“Deutschland und die doppelte Stunde Null”Video:

Das Kriegsende 1945

Als die Rote Armee in der Schlacht um Berlin schon im Stadtzentrum stand, beging Adolf Hitler am Nachmittag des 30. April 1945 Selbstmord. Zu seinem Nachfolger hatte er Großadmiral Karl Dönitz bestimmt. Aufgrund der vollkommen aussichtslosen militärischen Situation für Deutschland beabsichtigte dieser eine Teilkapitulation gegenüber den Westmächten. Dönitz wollte den Kampf gegen die Rote Armee noch fortsetzen, um möglichst viele “deutsche Menschen vor der Vernichtung durch den vordringenden bolschewistischen Feind zu retten” und sie nach Westen flüchten zu lassen. Zudem hoffte er, die Westmächte würden sich mit Deutschland gegen die Sowjetunion verbünden.

Karl Dönitz verfolgte eine Taktik der Teilkapitulationen gegenüber den Westalliierten. Als Verhandlungsführer entsandte Dönitz Generaladmiral Hans-Georg Friedeburg (1889-1945), der sich mit dem Oberbefehlshaber der britischen Invasionstruppen, Feldmarschall Bernard L. Montgomery, in dessen Hauptquartier in der Lüneburger Heide traf. Auf dem Timeloberg zwischen Deutsch und Wendisch Evern in der Nähe von Lüneburg wurde am 4. Mai 1945 die letzte Teilkapitulation deutscher Verbände im Westen unterzeichnet. Sie trat am nächsten Morgen um 8 Uhr in Kraft. Anschließend beauftragte Dönitz Generaloberst Alfred Jodl, bei den Kapitulationsverhandlungen im Amerikanischen Hauptquartier entweder eine Teilkapitulation zu vereinbaren oder aber eine viertägige Frist zwischen der Unterzeichnung einer Gesamtkapitulation und der Einstellung aller Gruppenbewegungen zu erhalten. General Dwight D. Eisenhower sah hierin den Versuch, das Bündnis der Alliierten zu sprengen, und bestand auf einer sofortigen und bedingungslosen Gesamtkapitulation, billigte jedoch eine Frist von 48 Stunden für die Übermittlung der Kapitulation an alle Truppenteile der Wehrmacht zu.

Am frühen Morgen des 7. Mai 1945 unterzeichnete Jodl im Namen des deutschen Oberkommandos die Gesamtkapitulation aller Streitkräfte im Alliierten Hauptquartier in Reims. Zusammen mit der Kapitulationsurkunde unterzeichnete Jodl ein Dokument, demzufolge an einem noch festzulegenden Ort die bedingungslose Kapitulation aller deutschen Streitkräfte in Anwesenheit des sowjetischen Oberkommandos zu wiederholen sei. Josef Stalin hatte zuvor deutlich gemacht, dass er die Gültigkeit der Gesamtkapitulation nur bei Unterzeichnung durch den Oberkommandierenden der Roten Armee, Marschall Georgij K. Schukow, anerkennen werde. Um den Beitrag der Roten Armee an der Befreiung Europas vom Nationalsozialismus zu würdigen, wurde die Kapitulation nochmals im Sowjetischen Hauptquartier in Berlin-Karlshorst unterzeichnet. Zudem wurde der Kapitulationsurkunde durch die Unterzeichnung seitens hochrangiger Vertreter aller drei Wehrmachtsteile sowie des Oberkommandierenden der Roten Armee und des Stellvertreters von General Eisenhower größeres Gewicht verliehen. In Karlshorst ratifizierten Wilhelm Keitel für das Oberkommando der Wehrmacht (OKW) und für das Heer, Hans-Georg von Friedeburg für die Marine und Hans-Jürgen Stumpff (1889-1968) für die Luftwaffe die Kapitulationsurkunde für alle Wehrmachtsteile. Unterzeichnet wurde die auf den 8. Mai 1945 datierte Urkunde erst kurz nach 0 Uhr des 9. Mai. Verhandlungen über Textveränderungen und das Fehlen von Zeilen in der russischen Fassung hatten die eigentlich für den Nachmittag vorgesehene Unterzeichnung verzögert. Damit war der Zweite Weltkrieg in Europa beendet.

Im besiegten, besetzten und weitgehend zerstörten Deutschland stieß das formale Kriegsende im Mai 1945 auf nur noch wenig Interesse. Für die meisten Deutschen war der Krieg mit der Besetzung ihres Heimatortes durch die Alliierten ab Herbst 1944 weitgehend beendet. Das verschiedenartige Erlebnis des Kriegsendes hing wesentlich von der individuellen Konfrontation mit dem Feind und von persönlicher Unversehrtheit ab: Vergewaltigung und Raub waren in den östlichen Gebieten an der Tagesordnung. Die Sorgen der Menschen galten dem alltäglichen Überlebenskampf und dem Wohlergehen nächster Angehöriger, zu denen die Verbindung häufig abgebrochen war. Millionen Flüchtlinge, Ausgebombte und elternlose Kinder blickten angesichts von Verlust und Zerstörung einer unsicheren Zukunft entgegen. Enttäuschung, Trauer und Resignation bestimmten die Gefühlslagen 1945 ebenso wie Optimismus und weitgespannte Hoffnung auf eine bessere Zeit.

Quelle:

https://www.dhm.de/lemo/kapitel/der-zweite-weltkrieg/kriegsverlauf/kriegsende-1945.html

Der 8. Mai 1945: Ende und Anfang – Audio:

http://www.srf.ch/sendungen/kontext/der-8-mai-1945-ende-und-anfang

Deutschlands Kapitulation 1945

Es ist der 16. April 1945. Die Rote Armee ist zum Sturm auf Berlin bereit. Und nur versprengte Haufen von Wehrmachts- und SS-Einheiten stehen den sowjetischen Truppen zur Verteidigung der Hauptstadt gegenüber.

Am 21. April erklärt Propagandaminister Joseph Goebbels Berlin zur Frontstadt: “In heldenhafter Abwehr haben unsere tapferen Divisionen und Volkssturm-Männer in den vergangenen Tagen den Sowjets schwerste Verluste zugefügt. Ihr aufopferungsvoller Einsatz hat jedoch nicht verhindern können, dass die Bolschewisten an die äußeren Verteidigungslinien der Reichshauptstadt herangekommen sind. Berlin ist damit zur Frontstadt geworden.”

Noch am selben Tag erreicht die Rote Armee unter Marschall Zhukow Vororte Berlins. Unterdessen nähert sich von Westen die US-Armee, von Osten dringt die Rote Armee immer tiefer ins Herz Deutschlands vor. Am 25. April meldet BBC: “Ost und West haben sich getroffen. Am Mittwoch, dem 25. April 1945, um zwanzig vor fünf haben sich Verbände von General Bradleys 12. Armee und sowjetische Einheiten von Marschall Konevs 1. Ukrainischer Armee in der Nähe der deutschen Stadt Torgau an der Elbe getroffen.”

Dessen ungeachtet liefern sich deutsche Verbände und Rote Armee einen erbitterten Straßenkampf in der Hauptstadt. “Berlin kämpft weiter, Berlin vertraut dem Führer!”, meldet der deutsche Staatsfunk.

Am 28. April bekommt Hitler die Nachricht, dass der Sturm der Roten Armee auf die Reichskanzlei unmittelbar bevorsteht. Er heiratet seine Geliebte Eva Braun, verfasst sein “politisches Testament” und ernennt Großadmiral Dönitz zu seinem Nachfolger. Joseph Goebbels und seine Frau, die im Führerbunker ausgeharrt haben, vergiften sich und ihre sechs Kinder.

Hitler will weder tot noch lebendig in die Hände der Russen fallen. Am 30. April um 15:30 Uhr erschießt er sich, Eva Braun nimmt Gift. Beide Leichen werden nach Hitlers Willen verbrannt. Am folgenden Tag sendet der Rundfunk: “Aus dem Führerhauptquartier wird gemeldet, dass unser Führer Adolf Hitler heute Nachmittag in seinem Befehlsstand in der Reichskanzlei bis zum letzten Atemzuge gegen den Bolschewismus kämpfend für Deutschland gefallen ist.”

Die Kämpfe in Berlin gehen dennoch weiter – angetrieben von fanatischen Generälen. Bei den Gefechten in der Hauptstadt sterben mehr Berliner als während der jahrelangen Luftangriffe. Am 2. Mai schließlich ergeben sich die Verbände in Berlin. Doch Hitlers Nachfolger Dönitz lässt andernorts weiterkämpfen, weil er die bedingungslose Gesamtkapitulation verhindern will und hofft, dass sich möglichst viele Soldaten auf die von den Westalliierten kontrollierte Gebiete absetzen können.

Fünf Tage später muss die deutsche Delegation im französischen Reims, dem Hauptquartier von US-General Eisenhower, in die bedingungslose Kapitulation einwilligen. Dönitz überbringt den Deutschen die Nachricht mit den Worten: “Am 8.Mai um 23 Uhr schweigen die Waffen.”

Auf Drängen Stalins muss die Zeremonie bei Marschall Zhukov in Berlin wiederholt werden. In der Nacht auf den 9. Mai wird die Kapitulationsurkunde ein zweites Mal unterzeichnet. Daraufhin überbringen die Staats- und Regierungschefs von Frankreich, der Sowjetunion und der USA – Charles de Gaulle, Josef Stalin, Winston Churchill und Harry Truman – ihren Völkern und der Welt die Nachricht vom Frieden. “Der Krieg ist gewonnen, der Sieg ist da”, verkündet de Gaulle den Frieden. “Das faschistische Deutschland, niedergezwungen von der Roten Armee und den Streitkräften unserer Verbündeten, hat sich für besiegt erklärt und in die bedingungslose Kapitulation eingewilligt”, erklärt Stalin. Churchill fasst das Kriegsende in diese Worte: “In unserer langen Geschichte gab es nie einen großartigeren Tag als heute.” Und Truman sagt: “Die Flaggen der Freiheit wehen über ganz Europa.”

Quelle:

http://www.dw.de/deutschlands-kapitulation-1945/a-1574244

Kapitulation der deutschen Wehrmacht – Audio:

http://www.wdr3.de/programm/sendungen/wdr3zeitzeichen/kapitulation-100.html

Video:

http://www.br.de/mediathek/video/sendungen/nachrichten/kriegsende-gedenken-102.html#&time=

Als der Krieg zu Ende war

“Der Krieg ist zu Ende. Die Waffen schweigen.” Diesen Satz schreibt Hildegart Theinert am 9. Mai 1945, dem Tag, an dem überall in Deutschland die Kapitulation der deutschen Wehrmacht verkündet wird, in das Tagebuch ihres Mannes. Kurz darauf erschießt der Lateinlehrer Johannes Theinert im kleinen Ort Glatz in Niederschlesien zuerst seine Frau, danach sich selbst. Doch der Reihe nach.

Berlin-Karlshorst, 8. Mai 1945, 23.45 Uhr. Generalfeldmarschall Wilhelm Keitel unterschreibt die bedingungslose Kapitulation der deutschen Wehrmacht. So will es zumindest die offizielle Datierung des Dokuments. Tatsächlich setzt Keitel erst am 9. Mai seinen Namen unter das Dokument – und seine Unterschrift ist bloß eine formale Wiederholung dessen, was bereits einen Tag zuvor in Reims besiegelt worden war. Dort hatte Generaloberst Jodl die “bedingungslose Kapitulation aller Streitkräfte zu Lande, zu Wasser und in der Luft … gegenüber dem Oberbefehlshaber der alliierten Expeditionsstreitkräfte und gleichzeitig gegenüber dem Oberkommando der Sowjettruppen” erklärt. Alle Kampfhandlungen sollten am 8. Mai um 23.01 Uhr eingestellt werden.

Auf Drängen Stalins, so lautet die gängige These, musste die Zeremonie jedoch in Berlin wiederholt werden. Es sei kein hochrangiger Vertreter der Sowjetarmee in Reims dabei gewesen. “Das hat sicherlich eine Rolle gespielt”, sagt Margot Blank vom Deutsch-Russischen Museum in Berlin-Karlshorst. “Aber wesentlicher waren die Bedenken von britischer Seite. Die Briten verwiesen darauf, dass am Ende des Ersten Weltkriegs die deutsche Militärführung nicht kapituliert hatte, sondern die zivile Regierung vorschickte, um im Nachhinein zu sagen: Wir sind im Felde unbesiegt.”

Die Angst vor einer zweiten Dolchstoßlegende habe die Briten dazu gebracht, auf den Vorschlag Stalins einzugehen, so Blank. Die erneute deutsche Kapitulation wird von den obersten Truppenkommandeuren der Wehrmacht unterzeichnet: dem Oberkommandierenden Keitel für die gesamte Wehrmacht, Generaloberst Stumpff für die Luftwaffe und Generaladmiral von Friedeburg für die Kriegsmarine.

Die Unterschriften in Reims und in Karlshorst erfolgen in Absprache mit Reichspräsident Karl Dönitz. Seit Hitler sich am 30. April das Leben genommen hat, ist Dönitz des Diktators offizieller Nachfolger. Seine geschäftsführende Reichsregierung sitzt seit der Flucht aus Berlin in Flensburg – und kehrt dorthin auch nach der Unterschrift in Karlshorst zurück. Die Reichsregierung bleibt offiziell im Amt. “Nicht das deutsche Reich hat kapituliert, sondern die Wehrmacht”, erklärt Johannes Hürter vom Institut für Zeitgeschichte in München. Erst am 23. Mai nimmt die britische Besatzungsmacht Dönitz und sämtliche Regierungsmitglieder fest – auch auf Drängen der Amerikaner, denen zu Ohren gekommen ist, dass noch nach dem 8. Mai Menschen aufgrund deutscher Militärgerichtsurteile hingerichtet werden.

Die vielzitierte “Stunde Null” schlägt für die Menschen in Deutschland nicht unbedingt am 8. Mai. Für Esther Bejarano schlägt sie Ende April, als russische auf amerikanische Soldaten treffen. Unter Jubel zünden sie gemeinsam ein Bild von Hitler an. Mit dabei sind einige jüdische Mädchen, denen die Flucht von einem der Todesmärsche quer durch das deutsche Reich gelungen ist. Eine von ihnen ist Esther Bejarano. “Die haben alle ringsherum um dieses Bild getanzt und ich hab die Musik dazu gemacht”, erinnert sich die heute 90-Jährige. Es ist das erste Mal, das sie freiwillig Akkordeon spielt, nachdem die Musik im Mädchenorchester von Auschwitz ihre einzige Chance war zu überleben. “Das war meine Befreiung. Da wussten wir, jetzt sind wir freie Menschen.”

Alle Konzentrations- und Vernichtungslager sind bis zum 8. Mai befreit. Aber wohin sollen die Menschen nun gehen? Viele irren in Deutschland umher, auf der Suche nach Angehörigen, andere müssen aus Erschöpfung noch Wochen nach ihrer Befreiung im Lager bleiben, in dem sie so lange eingesperrt waren. In Bergen-Belsen richten die Briten ein Displaced Persons Camp ein.

“Im ehemals Deutschen Reich irrten viele Millionen Heimatlose herum, die Displaced Persons, die Zwangsarbeiter, die Kriegsgefangenen, die Flüchtlinge, die ehemaligen Lagerinsassen aus Konzentrations- und Vernichtungslagern”, sagt Geschichtsprofessor Hürter. “Es waren die verschiedensten Emotionen vorhanden. Von Befreiung, aber auch von Angst.”

Das Ehepaar Theinert hat Angst. Angst vor der Rache der Sieger, denn spätestens seit dem Gespräch mit einem ehemaligen Schüler, der als Soldat von der Ostfront zurückgekehrt ist, wissen sie um die Verbrechen der Deutschen.

“Viele Menschen hatten ein Gefühl von Schuld und Verstrickung und deswegen auch Angst vor dem, was danach kommen könnte”. In seinem Buch “Kind, versprich mir, dass du dich erschießt”, beschreibt Florian Huber den größten Massenselbstmord der Geschichte Deutschlands, darunter das Schicksal des Ehepaars Theinert aus Niederschlesien. Er belegt, dass sich allein in der Kleinstadt Demmin in Vorpommern zwischen 700 und 1000 Menschen das Leben genommen haben, bei einer Einwohnerzahl von 15.000. In Berlin verfünffachte sich die Selbstmordrate im letzten Kriegsjahr gegenüber den Vorjahren. Und auch im niederschlesischen Glatz sind der Lehrer und seine Frau nicht die einzigen, die sich das Leben nehmen. “Es sind nur noch wenige Augenblicke, dann ist alles vorbei, alles – für immer!”, schreibt Hildegard Theinert kurz bevor ihr Mann sie erschießt. Nur einen Tag nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs.

Quelle:

http://www.dw.de/als-der-krieg-zu-ende-war/a-18373865

Magdeburg im Frühjahr 1945 – Video:

Deutscher Frühling 1945

MARTA MIERENDORFF wird 1911 in Berlin geboren. Der Vater ist Werkzeugschleifer, die Mutter Krankenpflegerin. SIE LERNT VERKÄUFERIN und arbeitet als Stenotypistin. 1932 besuchte sie die Marxistische Arbeiterschule und lernt den 15 Jahre älteren Gottfried Salomon kennen, einen Diplomkaufmann, der noch einmal Jura studiert. Sie schließen 1939 eine so genannte Untergrundehe, die 1952 nachträglich legalisiert wird. 1943 werden Salomon und seine Mutter nach Theresienstadt deportiert, 1944 wird er in Auschwitz ermordet. MIT IHRER MUTTER zieht Marta 1943 nach Wriezen. Dort wird sie als kaufmännische Angestellte von den Werkstätten des Monumentalbildhauers Arno Breker angefordert. Im Februar 1945 kehrt sie nach Berlin zurück. NACH KRIEGSENDE studiert sie Philosophie und Soziologie, promoviert, ist Mitgründerin des Berliner “Instituts für Kunstsoziologie”. 1966 SIEDELT SIE IN DIE USA ÜBER, engagiert sich in der Exilforschung, publiziert und lehrt als Professorin an der Universität von Los Angeles. MARTA MIERENDORFF stirbt, 90-jährig, im Mai 2002 in Los Angeles.

2. Mai 1945 Waffenstillstand. Um 6 Uhr abends soll Waffenstillstand für das ganze Reich geschlossen worden sein. Somit wäre es möglich: Sechs Jahre Krieg sind beendet. Heute ziehen Reste des deutschen Heeres in langen Kolonnen durch Lichtenberg, Gefangene der Russen. Wer das einst so übermütige Heer so verelendet zurückkommen sieht, schaudert. Es ist nicht erlaubt, sich den Soldaten zu nähern, ihnen etwas zuzustecken, falls man etwas zum Zustecken hätte. Langsam richten sich die Überlebenden Berlins auf. Noch sitzen wir in Lichtenberg wie unter einer Glocke. Ohne Radio, ohne Zeitung, ohne Uhren, ohne Verkehrsmittel, ohne Licht, Gas und Elektrizität, vor allem ohne Wasser. Nahrungsmittel-Zuteilung hat seit dem 21. April nicht mehr stattgefunden. In der Nacht zum 30./31. April hat die Stadt so schweren Beschuss bekommen, dass ich wieder Herzschmerzen bekam. In dieser Nacht wird der Stadtkern wohl genommen worden sein. Kriegsende! Nicht zu fassen. Keine Sirene wird mehr heulen, keine Bomben können mehr fallen, und man wird sich langsam daran gewöhnen, wieder ausgezogen ins Bett zu gehen. Die Menschen sind, abgeordnet, dabei, den Schutt von den Bürgersteigen zu räumen, Stein auf Stein zu schichten. Ein leises Aufatmen macht sich bemerkbar. Weitere Arbeit auf der Kartenstelle. Keine Zeit, nach den blühenden Tulpen in den Gärtchen zu sehen. Es wäre auch nicht ratsam. Ich zähle die Tage, bis Gottfried eintreffen wird. —————————— 3. Mai 1945 Eine Freude zu sehen, wie die Straßen passierbar werden und wieder Ordnung waltet. Ich habe einen neuen Posten angenommen, die Leitung der Säuglingsfürsorge im Gesundheitsamt Lichtenberg. Ich will oben bleiben. Wer jetzt nach unten abrutscht, ist verloren. Die Kampftruppen ziehen in langen Karawanen ab. Zum Teil werden sie von Ordnungstruppen zu den Güterwagen geleitet, letztere wohnlich gemacht mit Beutemöbeln. Schwere Panzer und Geschütze rollen aus der Stadt. Es wird wohl nur eine nicht zu große Besatzungstruppe hier bleiben. Doch niemand weiß, wie alles geregelt werden wird. Anscheinend wird man deutschen Behörden die Verwaltung übertragen, und diese werden nach russischen Richtlinien verfahren. Auf jeden Fall wird Berlin russisch, der schwierigen Sprache wegen unangenehm. —————————— 4. Mai 1945 Neuer Wohnungs-Zuwachs. Freunde aus dem Stadtteil Karlshorst, der für russisches Personal geräumt werden muss. Nachdem es schien, als käme etwas Ruhe auf, nun diese neue Katastrophe. Tausende obdachlos. Ich habe einer Freundin beim Umzug aus Karlshorst geholfen. Jeder durfte mitnehmen, was er per Handwagen befördern konnte. Zu Fuß nach Karlshorst und zurück. Wagenkolonne an Wagenkolonne, unvorstellbare Massen des Siegerheeres. Dazwischen die Flüchtlingszüge. —————————— 5. Mai 1945 Jeden Morgen, wenn ich aufwache, muss ich mich erst mühsam daran gewöhnen, dass draußen eine fremde Welt lauert, dass überall, wohin ich meine Schritt lenke, Russen und nochmals Russen sind. Dass alles geschehen muss, was die Sieger wollen. Jetzt fühlt erst jeder, was ein verlorener Krieg bedeutet. Es war leider nur ein Gerücht, dass der Waffenstillstand für ganz Deutschland geschlossen worden sein sollte. Noch wird in einzelnen Teilen Deutschlands gekämpft. Speer ist nach Dänemark geflüchtet, heißt es. Feige Bande. —————————— 7. Mai 1945 Hitler ist fort. Das ist ein gutes Gefühl. Aber aufatmen kann man leider nicht. Das Elend ist zu groß und schwer. Alle Existenzen sind zusammengebrochen, jeder steht vor dem Nichts, niemand weiß, was bevorsteht. Ab heute werden Lebensmittelkarten in russischer und deutscher Sprache ausgegeben. Es gibt für Erwachsene pro Tag etwas Brot, Kartoffeln, Ersatzkaffee, Salz. Kein Fett. Was noch da war, wurde von den Bewohnern geplündert. Das große Hungern folgt nun dem sechsjährigen Teilhunger unter Hitler. Die ersten Ruhrfälle treten auf. In meinem Amt spielen sich unerträgliche Szenen ab. Menschen, die ohne Insulin sterben müssen. 70 Prozent der genommenen Frauen sind angesteckt. Noch immer gibt es kein Leitungswasser. Die nächste Pumpe befindet sich auf dem Lichtenberger Zentralfriedhof, auf dem die Russen biwakieren. Man brachte mir ein Findelkind ins Amt, zirka sieben Jahre alt, mit Würgemalen am Hals und durchschnittenen Pulsadern. Der Vater hat die Familie getötet, nur dieses Kind ist am Leben geblieben. Ein anderes Kind hat eine wollene Pudelmütze auf dem Kopf. Der Eiter quillt darunter hervor. Sie abzuweichen kostet Überwindung. Im Lichtenberger Krankenhaus liegen Russen und Deutsche durcheinander. Ärzte operieren Tag und Nacht. Tote werden auf dem Gelände begraben. Der Flieder blüht. Es lockt die Natur. Aber überall sind Russen. Ein Gerücht geht um, dass westliche alliierte Truppen einziehen sollen, ein regelrechtes Besatzungsheer. —————————— 8. Mai 1945 Bedingungslose Kapitulation in Reims Das hätte vor einem Jahr vielleicht noch einiges retten können. Jetzt ist es zu spät. Gestern feierten die Russen den Frieden mit großem Feuerwerk aus Munition. Als das Schießen begann, bekam fast jeder einen Nervenschock, neues Unheil erwartend. In Hast packten wir einige Sachen, darauf gefasst, in wenigen Minuten aus dem Hause getrieben zu werden. Wie erlöst wir waren, als wir die Harmlosigkeit des Schießens erkannten. —————————— 12. Mai 1945 Die Zeitrechnung ist verloren gegangen. Uhren gibt es nicht mehr (Uri, Uri). Durch Umfragen orientiert man sich mühsam. Wochen verfliegen wie Stunden. Heißes Sommerwetter. Noch immer kein Leitungswasser. Riesendurst auf ein Glas frischen Wassers, aber jeder Tropfen Wasser vom Friedhof muss mühsam abgekocht werden mit gesuchtem Brennstoff. Die Straßen sind grau von Staub, den Fuhrwerke und straßenfegende Bürger verursachen. Alles was Hände hat, schippt Schutt, der in die Bombentrichter gefüllt wird. Langsam gewöhnt man sich an die Russen und täglichen Hiobsbotschaften. Meißen und Dresden haben nun doch noch die Russen besetzt. Aber das neue Dasein hat auch Freuden. Es schimpft sich wunderbar auf die ehemaligen Nazis. Wer will, kann wieder Jude sein. Die unter dem Nationalsozialismus Verfolgten und Geschädigten werden von den Russen geehrt, Menschenschinder erhalten ihre Strafe. Langsam pendelt sich Gleichgewicht ein. Jeden Tag kann nun Gottfried kommen. Vielleicht wird alles besser, als man erwartete. Ein Hauch der Freiheit weht schon. —————————— 13. Mai 1945 Ein Mai-Sonntag Abends gaben die Lautsprecher eine Erhöhung der Lebensmittelrationen bekannt. Die Russen wollen die Bevölkerung nicht verhungern lassen. Plakate verkünden, Stalin wolle Deutschland leben lassen. —————————— 15. Mai 1945 Nach sechs Jahren ist heute die Verdunklung aufgehoben worden. Es wird endlich Licht. Welche Freude, wenn es noch Schaufenster zu erleuchten gäbe. Aber es gibt nur noch Trümmerhaufen zu beleuchten. Doch man muss dankbar sein, dass die Wohnungen zum Teil wieder Elektrizität haben und aus den Fenstern abends Licht scheint. Es gibt bereits Kino. Ich arbeite jetzt direkt im Krankenhaus. Ein Betrieb, der alle Kräfte erfordert. Wassermangel, Medikamentenmangel, überbelegte Räume, vor allem keine Antibiotika. Nicht genügend Ärzte. Russen biwakieren in Kellern und Gängen. Seuchengefahr. Ich habe ein kleines Radio. Jemand berichtete über Theresienstadt. Das Lager soll in gutem Zustand übernommen worden sein, nun aber sind Ruhr und Fleckfieber ausgebrochen. Vor Erregung streikt mein Magen. Die Menschen können noch nicht zurückkehren. —————————— 18. Mai 1945 Unser 7. Verlobungstag. Sieben Jahre sind bis zur ersehnten Befreiung vom NS-Regime vergangen, die wir damals, 1938, nahe glaubten. Und nun, in letzter Sekunde, tritt im Lager Seuchengefahr ein. Aber ich habe die feste Zuversicht, dass wir uns wiedersehen werden, denn die Fügungen bis zu diesem Tage waren zu wunderbar, um nun in letzter Minute doch noch alles Vorhergegangene hinfällig zu machen. —————————— Pfingsten, 20. Mai 1945 Schon gibt es eine Zeitung, die “Tägliche Rundschau”. Seit gestern gibt es Gas in Neukölln. Der Rundfunksender Berlin sendet täglich um 12 Uhr, 16 Uhr und 20 Uhr deutscher Sommerzeit (.). Ein Magistrat ist eingesetzt. (.) Es ist herrlich, die Zeitungen zu lesen. Die Stunde, auf die ich zwölf Jahre lang gewartet habe, ist da. Die Schandtaten der Nazischurken kommen ans Licht. Die Zustände in den Konzentrationslagern werden aufgedeckt, die Schuldigen gefasst. Das Unglück lastet schwer auf den Menschen, aber dafür hat die Freiheit gesiegt. Die Leiden müssen ohne Klagen ertragen werden. Noch lastet der Nazidruck über allem. Ich fühle mich wie ein Sträfling, der lange in Ketten lag und dem sie abgenommen wurden. Was jetzt getan wird, ist nicht mehr sinnlos, alles dient dem Aufbau. Von Stalin aus geschieht alles, um zu zeigen, dass Rußland nicht hasst. Berlin darf sich selbst verwalten. Allerdings ist es weit von oben nach unten, und viel geht auf diesem Weg verloren. Der von oben gewollte Aufbau ist schwer möglich, weil von unten entgegengesetzte Kräfte noch wirken. Aber das Prinzip ist doch wenigstens da. Und das ist schon viel. Pfingsten! Die Sonne scheint, aber es ist kühl und recht windig. Das tröstet mich etwas darüber hinweg, dass ich nicht mit dem Boot aufs Wasser kann. Der Sommer ist verloren, genauso wie der vergangene. In der Nacht habe ich von meinem Boot geträumt. Mein armer Bruder Karl. Wie mag es ihm ergehen. Gefangen? Tot? Wenn man darüber nachdenkt, ist es zum Verrücktwerden. Er war so kriegsmüde und sehnte sich so sehr nach uns. Keine Aussicht für ihn, in absehbarer Zeit, falls am Leben, von uns auch nur zu hören. Es ist so grausam: Um die Jugend betrogen, gemartert. Wenn er doch Fahnenflucht riskiert hätte. Warum vergelten die Sieger nach all dem Elend in dieser Weise? Warum lassen sie die Unschuldigen, die Kinder-Soldaten, nicht heim zu Müttern, Schwestern, Bräuten? Warum geht die Quälerei weiter, immer weiter? Alle sind des Elends müde, aber niemand ist großzügig und edel, außer, wie es aussieht, Stalin mit den Berlinern. Für das, was nebenbei geschieht, kann er nicht. (.) —————————— Pfingstmontag, 21. Mai 1945 Mein Pfingstvergnügen ist es, nicht früh aufstehen zu müssen, in meinem eigenen Bett und in meinem Zimmer allein zu sein. Doch es ist eine wahre Strafe, im Osten Berlins, gerade an der Ausfallstraße nach Osten zu wohnen, auf der der Verkehr ununterbrochen flutet. In westlichen Stadtteilen soll es friedensmäßig ruhig sein. Meine Tätigkeit im Gesundheitsamt Berlin-Lichtenberg befriedigt mich. Ich kann den ganzen Tag Rat und Trost für Hilfesuchende geben. Die Krankenhaus-Atmosphäre ist mir ja vertraut. Zauberberg. Ich kann jetzt schon schwere Wunden ohne Ekel sehen, nur Blutgeruch ist mir noch zuwider. Ja, ich bin vom Gesundheitsamt ins Krankenhaus direkt übersiedelt. Die langen sauberen Krankenhausgänge, die blitzenden Instrumente, die Ärzte und Schwestern sehe ich mit Behagen. Ich bin völlig in meinem Element. Dabei vergeht die Zeit schnell, und bald werde ich wissen, ob Gottfried kommt oder untergegangen ist. Ich habe das feste Gefühl, dass er lebt und bald bei mir sein wird. Die Währung bleibt zunächst bestehen. Ab 22. Mai soll innerhalb Berlins die Post verkehren. Die Alliierte Kommission hat ihren Sitz in Leipzig und nicht in Berlin genommen. —————————— 24. Mai 1945 Jeder Tag des Wartens auf Gottfried ist eine Ewigkeit. Jeder Tag seines Fortbleibens bedeutet Zeitverlust für ihn und mich. Die guten Arbeitsgebiete werden jetzt schon besetzt. Wenn er zu spät kommt, hat er schlechtere Möglichkeiten. Ich kann nicht für ihn disponieren, ohne seine Pläne zu hören. Am liebsten holte ich ihn ab (von Theresienstadt), aber es gibt ja keine Züge. Dass ich Hitler überleben durfte ist ein Geschenk. Unzähligen Braven ist es nicht vergönnt, den Untergang der dreimal verfluchten Satansbrut mitzuerleben. Himmler hat sich mit Zyankali vergiftet. Bandit auf Bandit wird gefangen. Göring soll hängen. Von Natur aus bin ich sozial und human veranlagt. Aber hier ist mir jede Strafe noch zu milde. Die Weltfriedenskonferenz in San Francisco tagt. Das Schicksal der kommenden Generationen hängt von den Beschlüssen ab. Wie werden sich Amerikaner und Russen einigen, ist die bange Frage. Ein neuer Krieg wäre nicht mehr zu ertragen. Aber ich hoffe, dass alle Gerüchte, etwas gehe schief, falsch sind und sich alles zum Guten regeln wird. Das Chaos hat sich ausgetobt. Die Welt hat Sehnsucht nach Ordnung, Frieden, Vernunft, Freiheit, Gerechtigkeit, Schönheit, Frohsinn. Die Jugend verlangt ihr Recht. Rußland steht eine große Zukunft bevor, Stalin ist ein weiser Staatsmann. Ganz Europa wird schwere, aber schöne Jahre vor sich haben. Rußland wird die deutsche Kultur hungrig und willig aufnehmen. Wenn alles so weiterläuft, wie Stalin es will (Zeitungen, Presse), so wird all das Grauenvolle bald wie ein böser Traum hinter uns liegen. Wozu die zwölf Jahre Hitler? Offensichtlich, um Platz für Rußland und den wahren Sozialismus, für die neue Wirtschaftsform zu schaffen. —————————— 25. Mai 1945 Das Gefühl der Unsicherheit ist doch noch recht groß. Man weiß ja nie, welche Entschlüsse noch gefasst werden. Unsichere Elemente gefährden Unschuldige. Noch immer kann ein verrückter Nazi irgendwo Unheil anrichten. Wohnungsräumung kann plötzlich befohlen werden oder wer weiß was noch. —————————— 27. Mai 1945 Wäre die Welt so voller Philosophie, wie sie voll ist von Politik. Wenn ich die Nachrichten höre, suche ich die Vernunft in der Welt. Wie kompliziert ist alles, wo es so einfach sein könnte. Armes Europa. Das Wirtschaftssystem will sich den Erfordernissen der Welt absolut nicht anpassen. Es ist beinahe hoffnungslos, das von Hitler angerichtete Chaos zu ordnen. Das Ganze macht müde. Hunger, Hunger und nochmals Hunger steht bevor. Am 14. Mai meldete das Radio die Seuche in Theresienstadt. Drei bis vier Wochen Quarantäne wenigstens, das wäre bis zum 17. Juni, dann noch 14 Tage bis drei Wochen Weg. Es kann Mitte Juli werden, bis ich Gewissheit habe, ob Gottfried lebt. —————————— 30. Mai 1945 An manchen Tagen überkommt mich solche Hoffnungslosigkeit, dass ich sterben möchte. An der Oberfläche sieht es aus, als beginne das normale Leben wieder zu pulsen. Aber sieht man in die Tiefe, so hockt dort der Tod. Jeden Tag muss ich mir Mut machen und gegen Depressionen kämpfen. Es ist eine wahre Russenpsychose. Die Welt ist völlig verroht und verkommen. Aus Mitleid und aus Liebe zur französischen Sprache habe ich drei französische Kriegsgefangene, die sich krank stellten, für eine Nacht aufgenommen. Dafür haben sie uns bestohlen, unsere letzten Essensvorräte sind aus dem Ofenloch verschwunden. Gastfreundschaft belohnt mit Diebstahl. So etwas erschüttert mehr als eine große Katastrophe. Es waren ganz junge Menschen, die schon so schlecht waren. Meine Großmutter, schwer krank, ist während der Kampftage in ihrem Bett mit dem ganzen Haus in der Schillerstraße verbrannt. Sie brauchte nicht ohne Sarg zu verwesen und bekam ihre gewünschte Feuerbestattung. Särge gibt es schon lange nicht mehr. Die in Tücher gewickelten Toten, manche in Kisten vernagelt, kommen in Massengräber. Aller Kult ist dahin. Alle wichtigen Medikamente gibt es nicht mehr. Die weniger wichtigen gehen rapide zur Neige. Maschinen und Grundstoffe zur Herstellung fehlen. In kurzer Frist werden alle Apotheken schließen müssen, wenn nicht unvorhergesehene Hilfe kommt. Die Alten und Kranken sind in einem so schlechten Ernährungszustand, dass alle dem Tod geweiht sein dürften. Ich sitze im Gesundheitsamt und muss verzweifelte Hilfesuchende fortschicken. Meine Kraft schwindet. Die Ernährung ist nicht ausreichend. Seit Jahren schon ernähren wir uns ja nur vom Nötigsten. Hunger, Hunger, Hunger. Kartoffeln und Brot, oder was man so nennt, füllt wohl den Magen, aber Nerven und vor allem das Gehirn bleiben hungrig.(.) Die Welt nimmt jetzt Rache an Deutschland. Die Rache gebiert neue Rache. Wie soll es jemals Frieden auf der Erde geben. Wie können die Menschen gut gemacht werden? Wie können sie zu friedlichen, vernunftvollen, disziplinierten Wesen erzogen werden? Es muss einst gelingen.

Weiter lesen:

http://www.berliner-zeitung.de/archiv/das-berliner-tagebuch-der-marta-mierendorff-ueber-die-zeit–als-der-krieg-zu-ende-ging–ein-dokument-des-ueberlebens-und-des-weiterlebens-deutscher-fruehling-1945,10810590,10282352.html

Der Tag, der Kriegsende und Befreiung markiert

Günter Lucks, Hitlerjunge im Volkssturm

Günter Lucks, 87 Jahre, geboren in Hamburg, verlor bei der „Operation Gomorrha“, den alliierten Luftangriffen auf die Hansestadt, seinen Bruder. Im Alter von 16 Jahren meldet sich Lucks aus Pflichtgefühl wenige Monate vor Kriegsende zum Volkssturm – auch aus Opposition zum kommunistischen Elternhaus. Der Hitlerjunge will unbedingt noch für Führer und Vaterland in den Krieg ziehen. Die NSDAP hat im Oktober 1944 alle Männer zwischen 16 und 60 zur Waffe gerufen.

Ende 1944 wird Lucks in einem Schnelllehrgang der Wehrmacht militärisch ausgebildet. Nach der Ausbildung an der Waffe werden alle Jugendlichen seiner Gruppe der berüchtigten Waffen-SS zugeteilt. Im April zieht sein Bataillon an die Front nördlich von Wien, um die Rote Armee zu stoppen.

Zusammen mit dem Journalisten Harald Stutte schreibt Lucks zwei Bücher: „Ich war Hitlers letztes Aufgebot“ und „Hitlers vergessene Kinderarmee“. Der Rentner ist heute gefragter Zeitzeuge in Schulen. Seine Botschaft an die Jugend: Lasst euch von keiner Ideologie verführen! Die direkte Gefahr eines neuen Krieges in Europa sieht er aber nicht. Günter Lucks lebt heute mit seiner Ehefrau in Hamburg-Horn.

Ursula Ziebarth, Schriftstellerin

Ursula Ziebarth, 93 Jahre, geboren in Berlin. Sie erlebt den Kampf um die Hauptstadt.  Im Frühjahr 1945 wird das Haus der Ziebarths von einer Bombe getroffen.

Ursula sitzt zum Zeitpunkt des Angriffs in einem Seminar in der Universität. Ihr Stiefvater überlebt unter besonderen Umständen: Er ist einer der wenigen Juden, die den Krieg in Berlin überstehen. Er hält sich in der Wohnung versteckt – bei Fliegeralarm jedoch kann er nicht in den Keller des Hauses, man hätte ihn dort erkannt. Deshalb flüchtet er in einen U-Bahn-Schacht. Dieser Umstand rettet ihm das Leben.

Beiden bleibt nach den Bomben fast nichts. Doch die Trümmer müssen weggeräumt werden. Vor allem die Frauen verrichten diese Arbeit. Gleichzeitig sind sie immer in Gefahr, von Soldaten vergewaltigt zu werden. Ursula Ziebarth kommt einmal in eine solche Situation: Es ist der 8. Mai 1945. Das Taschentuch des Soldaten hebt sie immer noch auf.

Ist der 8. Mai 1945 für sie ein Tag der Befreiung? „Ich habe schon an Befreiung gedacht – also, dass es Gott sei Dank vorüber ist. Aber meine Mutter war tot, meine Großmutter – da war mir nicht so nach Befreiung.“

Erst im Spätsommer beginnt für Ursula Ziebarth eine neue Zeit: In einem der ersten Konzerte der Berliner Philharmoniker – damals im Titania Palast.

Nach dem Krieg kümmert sich Ursula Ziebarth vor allem um ihren Stiefvater. Er wird später wieder heiraten und in Berlin bleiben. Auch sie bleibt in der Stadt – bis heute. Sie hofft, dass es in Europa nie wieder Krieg geben wird.

Weiter lesen:

http://webstory.zdf.de/befreiung-1945/

8. Mai 1945 – Befreiung oder Besatzung?Video:

Zeitzeugen erinnern sich – Video:

http://www.derwesten.de/video/70-jahre-nach-kriegsende-zeitzeugen-erinnern-sich-id10645665.html?doply=true

Das Kriegsende aus erster Hand – Audio:

http://www.srf.ch/play/radio/popupaudioplayer?id=4967b9e9-0672-4dc0-8833-9b05c69b7ac9#t=17

Der letzte Ausweg

Im April 1945 begleiteten die amerikanischen Fotografen Lee Miller, Margaret Bourke-White und Robert Capa Soldaten der US-Armee ins Leipziger Rathaus. Dort lagen die Leichen des nationalsozialistischen Stadtkämmerers Kurt Lisso, seiner Frau und seiner Tochter, die sich mit Zyanid vergiftet hatten. Die Bilder von den toten Lissos gehören zu den Ikonen der Kriegsfotografie. Sie stehen aber auch symbolisch für eine oft vergessene Begleiterscheinung des Kriegsendes in Deutschland: für die beispiellose Selbstmordwelle, während derer sich im Frühjahr 1945 nicht nur Hitler selbst und Eva Braun, sondern auch viele weitere NS-Funktionäre und Tausende gewöhnliche Deutsche umbrachten.

Auf den ersten Blick ist es naheliegend, die vielen Suizide als Folge des Führerkults, der jahrelang beschworenen “Volksgemeinschaft” und des verherrlichten Kampfes “bis zum letzten Blutstropfen” zu interpretieren. Und tatsächlich herrschte in den letzten Monaten des NS-Regimes eine regelrechte Weltuntergangsstimmung. Dennoch lassen sich bei Weitem nicht alle Suizide unmittelbar auf den Einfluss der NS-Ideologie zurückführen.

Hitlers Selbstmord, der im Radio und in den Zeitungen selbstverständlich als Heldentod und nicht als Suizid gemeldet wurde, und die Selbsttötungen nationalsozialistischer Funktionäre hingen direkt mit der Herrschaftsstruktur des NS-Staates zusammen: Dieser bestand aus unzähligen Partei- und Staatsinstitutionen, die um die Macht buhlten. Zusammengehalten wurde er durch Hitler als charismatische Führerfigur, dem die verschiedenen Institutionen zuarbeiteten. Ohne Hitler war das “Dritte Reich” unvorstellbar – anders als in der Sowjetunion, die auch nach dem Tod Stalins 1953 fortbestand, war für viele Nationalsozialisten ein Leben ohne Hitler schlicht unmöglich. Einige töteten sich, unmittelbar nachdem sie die Nachricht vom Tod ihres “Führers” gehört hatten.

In der Wehrmacht kam es ebenfalls in großem Umfang zu Selbstmorden – was verständlich ist, wenn man bedenkt, in welchem Ausmaß sich die Armee an den nationalsozialistischen Verbrechen beteiligt hat. Viele Offiziere zogen der Niederlage den Freitod vor, den die Nationalsozialisten während der letzten Kriegsmonate als heroischen Soldatentod verherrlichten. Da ein deutscher Sieg unmöglich geworden war, glaubten viele Funktionäre, dass nun zumindest die Niederlage total sein müsse, wie der Historiker Tim Mason treffend feststellte. Die Furcht vor Bestrafung durch die Alliierten und der Wunsch, Herr über Leib und Leben zu bleiben und einem neuen 1918 zu entgehen – einer deutschen Niederlage mit anschließender Revolution –, waren weitere Motive, sich das Leben zu nehmen.

Doch nicht nur Soldaten, auch überdurchschnittlich viele Zivilisten begingen 1945 Selbstmord. Niemals nahmen sich in Deutschland mehr Menschen das Leben als im April 1945 im zerbombten Berlin: 3.881 waren es in diesem Monat vor der Kapitulation, mehrere Hundert jeden Tag. Zwar sind solche Statistiken nur bedingt aussagekräftig – man darf nicht vergessen, dass damals ein administratives Chaos herrschte –, der Ausschlag nach oben aber ist signifikant: Es wurden 1945 fünfmal mehr Selbstmorde verzeichnet als in den Jahren zuvor.

Welche Gründe im Einzelfall den Ausschlag gaben, ist schwierig zu erforschen. Hinweise liefern die Akten der Berliner Kriminalpolizei und die dort archivierten Abschiedsbriefe. So fanden Polizisten am 1. April 1945 eine 53-jährige Frau in Wittenberge tot auf; sie hatte sich vergiftet. Als Ursache notierten die Beamten lakonisch: “Schwermut, bedingt durch die heutigen Verhältnisse”. Doch sind solche Aussagen mit Vorsicht zu genießen: Die meisten Polizeiakten heben Suizidmotive wie “die Russen”, “die heutigen Verhältnisse” oder “den Krieg” hervor. Die in der Kriminalpolizei tief verankerten nationalsozialistischen Normvorstellungen schwingen in solchen Erklärungen zumindest mit.

Ähnliches gilt für die Abschiedsbriefe. Unklar bleibt dabei, ob die Betroffenen sich wirklich aus diesen Motiven das Leben nahmen – oder ob sie einfach glaubten, dass ihre Angehörigen Motive wie diese am besten würden verstehen können.

Nicht zu unterschätzen ist aber sicherlich – neben der allgemeinen Nervosität und den weitverbreiteten Depressionen – die Angst vor der Roten Armee. Die nationalsozialistische Propaganda hatte ein rassistisches Schreckensbild von den sowjetischen Soldaten gezeichnet, um die Deutschen zum Weiterkämpfen zu bewegen. Viele Frauen trugen gegen Kriegsende Zyankalikapseln oder Rasierklingen bei sich, um sich im Notfall das Leben nehmen zu können. Nach dem Konzert der Berliner Philharmoniker im April 1945 sollen Hitlerjungen Zyankalikapseln an die Besucher verteilt haben.

Ob solche Berichte stimmen, ist schwer zu belegen. Fest steht: Der Vormarsch der Roten Armee und die Abertausenden von Rotarmisten verübten Vergewaltigungen gingen mit einer auffällig hohen Selbstmordrate unter Frauen in den betroffenen Gebieten einher, etwa in Ostpreußen, Pommern und Schlesien – und das, schon bevor Hitler, Goebbels und einige andere hohe NS-Funktionäre im April und Mai 1945 Selbstmord begingen.

Eine Selbstmordwelle gab es allerdings, was oft übersehen wird, auch unter den noch in Deutschland lebenden verfolgten Minderheiten. Denn obgleich die NS-“Volksgemeinschaft” allmählich auseinanderzubrechen begann: Die mit ihr einhergehende brutale rassistische Ausgrenzung ging bis zum Ende des Krieges weiter. So erhielten etwa die wenigen in Deutschland verbliebenen Juden, vor allem wenn sie in sogenannten “privilegierten Mischehen” lebten, noch im Frühjahr 1945 den Deportationsbefehl. Etliche von ihnen nahmen sich das Leben.

Die meisten Deutschen, die 1945 Selbstmord verübten, erlebten das Kriegsende als einen Zusammenbruch jeglicher Ordnung. Zuvor hatte das NS-Regime ihr Leben strukturiert und ideologisiert. Politik, Krieg und Alltag waren auf eine Weise verknüpft gewesen, die jede Zukunftsperspektive unmöglich erscheinen ließ, als sich zeigte, wie selbstzerstörerisch der 1939 begonnene Eroberungs- und Vernichtungskrieg war.

m Frühjahr 1945, als die nationalsozialistische Kriegsgesellschaft kollabierte, wurde die Selbsttötung daher unter dem Schock der unabwendbaren Niederlage für kurze Zeit akzeptabel; das Suizidtabu fiel. Der katholische Psychiater Erich Menninger-Lerchenthal empörte sich zwar rückblickend über die Selbstmorde, doch schrieb er 1947 zutreffend, dass sie “durch das Miterleben einer schweren politischen Niederlage und durch die Angst der zu gewärtigenden Verantwortung verursacht worden” seien. Nach der Kapitulation im Mai 1945 ebbte die Selbstmordwelle dann schnell ab – das Suizidtabu griff wieder. Die Hinterbliebenen aber hatten oft noch jahrelang damit zu kämpfen, dass über die Selbstmorde ihrer Angehörigen nicht offen gesprochen werden konnte.

Quelle:

http://www.zeit.de/zeit-geschichte/2015/01/suizid-hitler-volksgemeinschaft-ns-ideologie

Die Tragödie von Demmin – Video:

http://www.daserste.de/information/wissen-kultur/ttt/videos/die-tragoedie-von-demmin-1945-102.html

Die Sonne scheint, es ist Frühling

Am 4. Mai trat Ilse Antz aus dem Keller ihres Hauses in Wilmersdorf und erblickte zum ersten Mal seit dem 24. April wieder das Tageslicht. Es war still in den Straßen. „Zuerst sah ich in der ungewohnten Helligkeit nichts als schwarze Kreise vor den Augen“, berichtet sie. „Dann schaute ich mich um. Die Sonne schien, es war Frühling geworden. Die Bäume blühten, die Luft war mild. Selbst diese gepeinigte, sterbende Stadt wurde von der Natur wieder zum Leben erweckt. Als ich zum Park hinübersah, konnte ich nicht mehr an mich halten. Zum ersten Mal, seit alles begonnen hatte, weinte ich.“ Cornelius Ryan

Dienstag, 8. Mai 1945. „Radeln wir zur Kommandantur“, schlägt Andrik vor. „Mal sehen, was dort los ist.“ Wir radeln nicht lange. An der nächsten Ecke winken drei russische Soldaten. Springen uns quer über den Weg, als wir Miene machen, vorüberzufahren. „Maschina, Maschina!“, sagen sie und lockern ihre Pistolen. Ein kurzes Hin und Her, dann wandern wir zu Fuß weiter. Auf der Kommandantur herrscht Ferienstimmung. Heute sei Feiertag, bedeutet uns ein schläfriger Posten. Seit zwölf Uhr mittags. Wegen Waffenstillstand. – Waffenstillstand! Plötzlich überkommt uns der ganze Jubel des Befreitseins. Frei von Bomben! Frei von Verdunklung! Frei von Gestapo! Am Abend feiern wir. Feiern mit allem, was wir besitzen. Pax nobiscum! Ruth Andreas-Friedrich

Am dritten Tag lieferten uns die Polen, in deren Gefangenschaft wir waren, an die Russen aus. Dann gingen die Märsche los, eine Woche lang, jeden Tag 30 km mit fürchterlichem Fraß. Bis Biesenthal kamen wir. Wir hatten in Kirchen geschlafen, Gräben, Scheunen und weiß der Himmel, wo überall. Dauernd rückten welche aus, für die dann wiederum mehrere erschossen wurden. Also in B-thal endlich eines Abends um 10 Uhr im Hauptlager gelandet, erklärte der Kommandant, ich müsste als Frau schleunigst verschwinden. Ich versteckte mich erst einmal drei Tage im Ort bei dort etwas freier arbeitenden Kriegsgefangenen, denn ich hatte keine Papiere bei mir. Dann latschte ich munter in zwei Tagen gen Berlin. Ich latschte nach Wilmersdorf, und siehe da, das liebe Vaterherz war strahlend und noch nicht unterernährt in alter Stätte. Hildegard Knef

Verteilung von Rotkreuzpaketen. Es ist kaum zu glauben, dass ein paar schimmernde kleine Dosen mit Fleischpastete und Sardinen fast einen Aufstand im Lager auslösen können, dass Teesäcke, Kaffeedosen und mit Vitaminen angereicherte Schokoladeriegel Menschen beinahe zum Wahnsinn treiben. Aber so ist es. Dies ist ebenso Teil der Zerstörung Europas wie die ausgemergelten Ruinen Frankfurts. Nur sind dies die Ruinen der menschlichen Seele. Ihr Anblick ist tausendmal schmerzhafter. Kathryn Hulme

Und stell Dir vor, was wird später aus unseren Soldaten, die zu Dutzenden über eine Frau herfielen? Die Schulmädchen vergewaltigten, alte Frauen ermordeten? Sie kommen zurück in unsere Städte, zu unseren Mädchen. Das ist schlimmer als jede Schande. Das sind Hunderttausende von Verbrechern, künftigen Verbrechern, grausame und dreiste mit den Ansprüchen von Helden. Lew Kopelew

Das, was man früher unter Dresden verstand, existiert nicht mehr. Man geht hindurch, als liefe man im Traum durch Sodom und Gomorra. Durch den Traum fahren mitunter klingelnde Straßenbahnen. In dieser Steinwüste hat kein Mensch etwas zu suchen, er muss sie höchstens durchqueren. Von einem Ufer des Lebens zum anderen. Vom Nürnberger Platz weit hinter dem Hauptbahnhof bis zum Albertplatz in der Neustadt steht kein Haus mehr. Das ist ein Fußmarsch von etwa vierzig Minuten. Wie von einem Zyklon an Land geschleuderte Wracks riesenhafter Dampfer liegen zerborstene Kirchen umher. Erich Kästner

Was sich in dem Gefangenenlager abspielt, ist sagenhaft. Außer Tauschhandel, Diebstahl, Wucher, Hurerei und Mord und Totschlag sagen erwachsene Männer Gedichte auf, gehen von Baracke zu Baracke, lesen aus der Bibel vor und zanken sich um die letzte Kelle Sauerkohl. Tabak ist das Wichtigste. Noch wichtiger als ficken. Die Männer stürzen sich wie von Sinnen auf die Mülltonnen und schlagen sich blutig um die weggeschütteten Teeblätter. Das Zeug wird dann getrocknet, und mit Zeitungspapier, das wir manchmal zum Arschabwischen haben, werden daraus Zigaretten gedreht. Klaus Kinski

Die Junihitze liegt über Berlin und erwärmt die zahlreichen frischen Gräber. Vom Landwehrkanal weht eine so unerträglich nach Tod riechende Wolke herüber, dass sich die Passanten unwillkürlich Taschentücher vor die Nase halten. Die Angst vor Seuchen geht um. Die noch intakten Krankenhäuser sind bereits mit Ruhr- und Typhuskranken überfüllt. Jetzt sollen auf Befehl der Behörden alle provisorisch beerdigten Toten wieder ausgegraben und ordnungsgemäß auf Friedhöfen bestattet werden. Tausende von Leichen waren während der letzten Kriegswochen in den Vorgärten, zwischen den Ruinen, in Parks und auf Plätzen vergraben worden. Auf Leiterwagen werden die Leichen auf die Friedhöfe transportiert. Die Menschen blicken weg, wenn so ein Transport an ihnen vorüberzieht. Zur Umbestattung der Kriegstoten werden ehemalige NSDAP-Mitglieder zwangsverpflichtet.

In Köln sind nur wenige Häuser bewohnbar geblieben, insgesamt vielleicht dreihundert, wie man mir sagt. Von einer Straße geht man in die andere mit Häusern, deren Fenster hohl und geschwärzt wirken – wie die offenen Münder verkohlter Leichen. Hinter diesen Fenstern gibt es nichts mehr außer Decken, Möbeln, Teppichfetzen, Büchern; alles zusammen ist in die Keller der Häuser abgestürzt und liegt dort zusammengepresst zu einer feuchten Masse. Stephen Spender

Wir flogen über Berlin, und ich sah die Trümmerwüste. Es sah aus wie das Weltende. Trümmer, Trümmer, Trümmer, Berlin lag in Asche. Billy Wilder

Quelle:

http://www.tagesspiegel.de/kultur/70-jahre-kriegsende-die-sonne-scheint-es-ist-fruehling/11747502.html

Die Stunde Null – Deutschland 1945Video:

Die Stunde Null – Berlin im Sommer 1945 – Video:

Der 8. Mai 1945 – Deutschlands Stunde Null – Video:

Moderne (Deutsche Nachkriegszeit)Video:

Berlin – Ruine 1945 – Metropole 2000 – Video:

Ilse Werner – Das wird ein Frühling ohne Ende – Lied:

25th November: Say NO to VIOLENCE AGAINST WOMEN!

International Day for the Elimination of Violence against Women

On November 25, 1960, three Dominican sisters, political activists known as the Hermanas Mirabal, were brutally assassinated for opposing the Trujillo dictatorship. The International Day for the Elimination of Violence against Women remembers this day.

Since 1981, as a tribute to the Mirabal sisters, as well as global recognition of gender violence, the date 25 November has been marked by women’s activists as a day against violence against women. Following the adoption of the Declaration on the Elimination of Violence against Women by resolution 48/104 of 20 December 1993, the United Nations General Assembly, by resolution 54/134 of 17 December 1999, designated 25 November as the International Day for the Elimination of Violence against Women, inviting governments, international organizations and NGOs to organize activities on the day designed to raise public awareness of the problem of maltreatment of women.

Read more:

http://eeas.europa.eu/top_stories/2012/251112_elimination_of_violence_against_women_en.htm

Who were the Mirabal Sisters?

All 3 sisters were natives of the Dominican Republic and were fevently opposed to the cruel dictatorship of Rafael Leonidas Trujillo. There is a fourth sister who died on February 9 of 2014, her name is Beglica  Adela Dede Mirabal-Reyes, known as Dede.  She did not have an active role in working against the dictator, Trujillo. The tale of the Mirabal sisters is an ongoing legacy of bravery and compassion in order to save the lives of many many people in the Dominican Republic.  They defied the flow of conformity and stood out as National Heroines.

An Introduction and Brief History of the Mirabal Sisters

The Mirabal sisters grew up in an affluent family and were will cultured and educated women at a time when most women did not receive a good education.  It is important to recognize what the Mirabal sisters did for their country and how their past actions still affect and influence people today in the Dominican Republic.

The Mirabal-Reyes family was a prosperous family from a town in Salcedo called Ojo de Ague on the north coast, near to La Vega. Patria the eldest of the Mirabal daughters was born in 1924 to Enrique Mirabal Fernandez who married Mercedes Reyes Camilo (mum is also known as Chea).  Don Enrique was a successful farmer and merchant who was born in one of the small towns in Santiago called Tamboril.  He owned his own farm, shop, cofee mill, meat market and rice factory.  His wife Dona Chea was also from a middle class family in Ojo de Agua.

Patricia Mercedes Mirabal

Born on the 27th February 1924, Patria was given her name as her birth date coincided with the anniversary of the Dominican Republic’s Indepedence Day.  Patria means fatherland. Patria had an affinity with painting and art and at the age of fourteen she was sent to the Colegio Inmaculada Concepcion in La Vega, a Catholic Boarding School.  Her sisters Dede and Minerva also went. When she was seventeen Patria married a farmer named Pedro Gonzalez and had four children, Nelson Enrique, Noris Mercedes, Raul Ernesto and Juan Antonio (who sadly dies 5 months after his birth). Patria supported her sister Minerva in her anti-government efforts and opposed the dicatator Trujillo and in their attempts to overthrow Trujillo had all their property and home seized by the government.  Patria was concerned for the future of the country along with all of the county’s children.

Patria was famous for saying “We cannot allow our children to grow up in this corrupt and tyrannical regime, we have to fight against it, and I am willing to give up everything, including my life if necessary”.

Minerva Argentina Mirabal

Minerva born March 12th showed signs of her great intelligence from a very early age.  By the time she was just 7 yrs old she could recite the verses of French poets.  She was also at age 12, sent to the Catholic Secondary School Inmaculada Concepcion with her sisters Patria and Dede. Like her sister Patria, she too appreciated and enjoyed art especially that of Pablo Picasso, her main love was of writing and reading poetry and favoured that of Juan Pablo Neruda. Minerva attended the University of Santo Domingo and it was there she met her future husband Manuel (Manolo) Tavarez Justo.  They married on November 20 1955 and moved to Montte Cristi where they had 2 children, Minu and Manolito.

In 1949, she was taken to the capital and slong with her mother Dona Chea, placed under house arrest, meanwhile her father DonEnrique was being held in the Fortaleza Ozama. Minerva’s political influences included changes occuring in other Latin American countries, the Luperion Invasion (14 June Movement)and the revolution in Cuba.

Minerva admired the then up and coming revolutionary, Fidel Castro and would often recite his famous words of, “Condem me, it does not matter history will absolve me!” She was also influenced by her Uncle who had a pharmacy in Jarabacoa.

Minerva was famous for saying “….it is a source of happiness to do whatever can be done for our country that suffers so many anguishes, it is sad to stay with one’s arms crossed…”

Maria Teresa Mirabal

The youngest of the Mirabal sisters, Maria Teresa was born on October 15 1936, and she also attended Inmaculada Concepcion with her sisters.  Mathematics was Maria’s domain and in 1954 she graduated from the Liceo de San Francisco de Macoris and then went to the University of Santo Domingo to study Math. On February 14 1958 she married Leandro Guzman an engineer and one year later on February 17 she gave birth to their daughter named Jaqueline. She looked up to her sister Minerva and admired her actions and later became involved in her sisters political activities. On January 20 1960, she was detained at a military base in her home town of Salcedo but later freed the same day.  Two days later however she and her sister Miverva were arrested and taken to La Cuarenta. La Cuarenta was the infamous torture prison, they were later transferred La Victoria prison.

They were freed on February 7 1960, a short while later on the 18 March she and her sister Minerva were once again taken back to the dreadful La Cuarenta after having been sentenced to 5 yrs for “threatening the security of the State”. This sentence was eventually reduced to 3 yrs on appeal and the sisters were freed on August 18, 1960.

Maria was famous for saying “…..perhaps what we have most near is death, but that idea does not frighten me, we shall continue to fight for that which is just..”

The Murder and Assassination of the Mirabal Sisters

The Butterflies posed a huge threat to Trujillo and his regime as their popularity amongst their fellow countrymen was at an all time high especailly after their recent release from jail. In Trujillo’s arrogance there was nothing else to do but to dispose of this threat to his nation and government. He thought if the sisters disappeared then so would their actions and beliefs from their followers. No matter how many times he had thrown them in and out of prison, no matter what he took away from them, as during their persecution Trujillo had stolen their property, land, houses, left their families with nothing, the three sisters Minerva, Maria and Patria refused to give up their fight for deomcracy and civil liberties to everyone on the island.  In fact the more he took, the greater strength they gained.

Trujillo had many weaknesses and one of them was young women.  He had built many houses and mansions through out the Dominican Republic and in each one he had a mistress. When he had first met Minerva way back in 1949, he had set his sights upon her and now all these years later, her spurning of him still angered him bitterly.  He had planned to seduce her during the famous party where her whole family left in San Cristobol many years ago. With this in mind, and even the Catholic Chruch opposing him he decided that he would assassinate the three women, with his reign faltering what else was there for him to do?

Trujillo planned their deaths meticulously and carefully chose who he would use to carry out the murders.  He had to choose men who he could ask to commit such a crime and also men who had the stomach to commit such a crime.

He chose Victor Alicinio Pena Rivera who was Trujillo’s own right hand man, also Ciriaco de la Roas, Ramon Emilio Rojas, Alfonso Cruz Vlaeria and Emilio Estrada Malleta all members of his secret police force.

The Murder of the Mirabal Sisters

Minerva, Maria and Patria were all returning from Puerto Plata on a heavily raining evening after visiting their spouses in jail.  They had travelled from their home town of Salcedo with their driver Rufino de la Cruz.  It was November 25 1960. As they drove back home along the main highway between Puerto Plata and Santiago their Jeep was stopped by the secret police as planned by Trujillo. There is no way of knowing exactly what happened that night however a narrative still exists from Ciriaco de la Rosa, one of the henchmen.

This is an exert from the Dominican Encyclopedia 1997 CD ROM…

He says..After stopping them we led them to a spot near the chasm where I ordered Rojas to pick up some sticks and take one of the girls, he obeyed the order and took one of them, the one with the long braids, that was Maria.  Alfonso Cruz took the tallest one, that was Minerva, and Malleta took the driver, Rufino de la Cruz.  I ordered each one of them to go to a sugar cane grove on the edge of the road, each one seperated so that the victims would not sense the execution of one another, I ordered Perez Terrero to stay and see if any one was coming who could find out about the situation.  That is the truth of the situation.  I do not want to deceive justice or the state.  I tried to prevent the disaster, but I could not because if I had he, Trujillo, would have killed us all….

It was in this manner that the Mirabal sisters and their driver Rufino de la Cruz were clubbed, beaten and then strangled to death alongside a mountain road between Puerto Plata and Santiago.

Patria was 36 years old, Minerva was 34 years old and Maria was 24 years old.

After they were killed their bodies were then put back into their Jeep, the Jeep was then pushed over the side of the cliff at La Cumbre to make it appear like an accident had taken place in the bad weather.  Everyone knew it was Trujillo though that had ordered the murders.

This act had far reaching consequences for Trujillo and was the last straw for the majority of Dominican people.  It was now the beginning of the end for Trujillo.

Read more:

http://www.mirabalcenter.org/en/index.php?option=com_content&view=article&id=166&Itemid=161

Video:

Video:

Video:

Video:

Video:

Video:

European Day of Languages 2014!

 

https://i2.wp.com/edl.ecml.at/Portals/33/images/sticker/05.jpg

https://i2.wp.com/edl.ecml.at/Portals/33/images/sticker/25.jpghttps://i2.wp.com/edl.ecml.at/Portals/33/images/sticker/06.jpg

https://i0.wp.com/edl.ecml.at/Portals/33/images/sticker/02.jpg

https://i1.wp.com/edl.ecml.at/Portals/33/images/sticker/03.jpg

 

 

 

 

 

https://i1.wp.com/edl.ecml.at/Portals/33/images/sticker/26.jpg

https://i0.wp.com/edl.ecml.at/Portals/33/images/sticker/29.jpg

https://i1.wp.com/edl.ecml.at/Portals/33/images/sticker/22.jpg

https://i2.wp.com/edl.ecml.at/Portals/33/images/sticker/38.jpg   https://i2.wp.com/edl.ecml.at/Portals/33/images/sticker/24.jpghttps://i1.wp.com/edl.ecml.at/Portals/33/images/sticker/35.jpghttps://i0.wp.com/edl.ecml.at/Portals/33/images/sticker/31.jpghttps://i2.wp.com/edl.ecml.at/Portals/33/images/sticker/14.jpg

https://i1.wp.com/edl.ecml.at/Portals/33/images/sticker/04.jpg

https://i0.wp.com/edl.ecml.at/Portals/33/images/sticker/01.jpg

O Galego na Europa das Linguas

As linguas gaélicas uniron a Europa atlántica antes do latín

«O que pretendemos deixar claro co noso traballo é que outrora, en épocas non tan remotas como chegamos a crer, existiu unha clara relación entre Irlanda, Escocia, a illa de Man e Galicia. Foi unha relación tan clara, que cremos que compartiron cultura e lingua ao longo de moitos séculos». Isto sosteñen os responsables do Proxecto Gaelaico, unha iniciativa privada na que traballan desde hai oito anos un grupo de estudiosos galegos de diversas disciplinas xunto con James Durán, doutor en lingüística pola Universidade de Stanford e durante doce anos profesor de lingüística gaélico-irlandesa nas universidades de Cork e Galway. «Vén a Galicia para xubilarme e estou traballando outra vez», chanceaba.

«Non todo é latín, non todo é romano, hai un sustrato celta na lingua e na toponimia que queremos dar a coñecer», explicaba onte Martín Fernández Maceiras, tradutor inglés-castelán-galego para TVG e outras cadeas durante 27 anos. Esa identidade compartida queda patente para estes estudiosos incluso nos nomes das súas linguas actuais: gaeilge (Irlanda), gàidhlig (Escocia), gaelg (Man) e galego.

Tamén sosteñen que en Galicia se mantén esa pegada en topónimos como Ézaro, «que é unha palabra gaélica que significa ‘cascada’», explicou Alberto Lago Villaverde, licenciado en Xeografía e Historia e profesor en Poio. Menciona outros casos como os de Tordoia, «que significa ‘pedra longa’», Manzaneda, «que en gaélico é ‘montaña de neve’ e en Irlanda ‘paso entre a montaña de neve’».

Coa toponimia traballa neste grupo Henrique Egea Lapina, licenciado en Filoloxía Clásica, e destaca que «en Galicia hai entre 3.000 e 4.000 topónimos con significados opacos para calquera falante». Ademais de apuntar que «a xente falaba algo antes do latín», menciona que «a arqueoloxía no ten lingua nas súas pezas e non hai donde estudiar gaélico, non hai rastro escrito».

Outra ausencia que destaca Fernández Maceiras é a gheada, «que é algo moi propio do galego e non hai textos escritos con gheada». E é que a pegada desa cultura gaélica «é moito máis profunda do que está recollido no léxico galego, que canto máis vello sea máis posibilidades ten de ser gaélico».

Por todo iso, «atopámonos ante un argumento lingüístico que demostra, por primeira vez, a relación entre a cultura, a historia e a lingua dos pobos que forman a zona tradicionalmente celta da Europa Atlántica, en en particular a relación entre Galicia, Irlanda, Escocia e a illa de Man». Co Proxecto Gaelaico «queremos demostrar que en Galicia se falou unha lingua celta goidélica e achegar datos valiosos para a xente interesada en disciplinas tales como a lingüística ou a historia, e para o público en xeral». Unha plataforma ( www.progael.com) difunde este proxecto, cuxos responsables rexeitan o financiamento público «para manter a independencia».

Fonte:

http://www.lavozdegalicia.es/noticia/sociedad/2014/05/14/lenguas-gaelicas-unieron-europa-atlantica-latin/0003_201405G14P27995.htm?idioma=galego

A Carta Europea das Linguas fai vinte anos inzada de incumprimentos en Galicia

En novembro de 1992 nacía en Estrasburgo a Carta Europea das Linguas Rexionais ou Minoritarias. Auspiciada polo Consello de Europa, os Estados que a asinaban amosábanse “conscientes do feito de que a protección e o fomento” destes idiomas “representan unha contribución importante á construción dunha Europa baseada nos principios da democracia e da diversidade cultural”. Na sinatura deste tratado europeo participou daquela un representante do Estado español. As Cortes Xerais deron o seu visto e prace á participación no acordo e, xa en 2002, o daquela ministro de Exteriores, Josep Piqué (PP), rubricaba o correspondente instrumento de ratificación, isto é, o documento no que o Goberno de España especificaba o grao de cumprimento da Carta ao que se comprometía. Elixiu, na maior parte dos artigos, a maior protección posible para o galego, o catalán e o éuscaro.

Personificado, como é habitual, na figura do rei, o Estado “aprobou e ratificou” o que se dispón na Carta, “prometendo cumprila, observala e facer que se cumpra e observe puntualmente en todas as súas partes”. Así e todo, vinte anos despois da sinatura e cando xa pasou unha década dende a súa ratificación, unha ollada ao seu articulado permite concluír que en Galicia este tratado europeo é aínda unha enorme materia pendente especialmente en ámbitos como o ensino ou a xustiza onde, lonxe de avanzar cara aos preceptos comprometidos, se experimentaron notables retrocesos con medidas como a derrogación do decreto 124/2007 de galego no ensino -que establecía un “mínimo” do 50% das materias escolares en galego- e a súa substición polo denominado decreto do plurilingüismo.

No ámbito educativo o Goberno de José María Aznar asumiu os compromisos máis ambiciosos o cal equivale, dada a vixente distribución de competencias, a que a Xunta tamén os asumiu. Así, dende a ratificación de Carta os poderes públicos están “comprometidas” a “prever unha educación preescolar garantida nas linguas rexionais e minoritarias correspondentes”, neste caso o galego. Idéntico precepto rexe para o ensino primario, para o ensino secundario e para o “técnico e profesional”. Ao tempo, España tamén apostou por “tomar disposicións para que se impartan cursos de ensino para adultos ou de educaicón permanente principal ou totalmente” en galego. No caso da universidade o grao de protección seleccionado foi menor, quedando no “fomento” e/ou “autorización” do “establecemento dun ensino universitario ou outras formas de ensino superior” nas linguas propias.

Neste contexto, no que os últimos datos dispoñibles falan de que só arredor do 20% do ensino obrigatorio é impartido en galego, a reforma educativa que prepara o Goberno central semella que vai dificultar aínda máis o cumprimento da Carta xa que, por exemplo, en 2002 o Estado asumiu tamén o compromiso de “tomar medidas para asegurar o ensino da historia e a cultura das cales é expresión a lingua rexional ou minoritaria” -o Ministerio de Educación prepara unha recentralización do currículum educativo-.

Se o cumprimento da Carta no ámbito educativo é escaso a situación non mellora, senón o contrario, se o sector observado é a Xustiza, outro dos máis relevantes no tratado europeo. Como fixo no ensino, neste caso o Estado asumiu como propio o maior grao de compromiso posible, comprometéndose a “asegurar”, tanto nos procesos civís como nos penais e administrativos, a posibilidade de utilizar con normalidade as linguas oficiais diferentes do español.

Así, por exemplo, ofreceu garantías de que “os organos xurisdiccionais, por solicitude dunha das partes”, ían “levar o procedemento nas linguas rexionais ou minoritarias” ou, en todo caso, lle garantirían “ao acusado -na xurisdicción penal- o dereito de se expresar” na súa lingua. Ademais, non habería obstáculo para empregar unha lingua como ao galego para presentar probas e documentos recorrendo, “se for necesario, a intérpretes e a traducións”. Na actualidade, non son poucos os casos que saltan á luz pública no que o emprego normal do galego nos tribunais se converte nunha carreira de obstáculos dificultada, a comezar, polos programas informáticos proporcionados pola Xunta para operar nos xulgados.

A realidade galega tamén difire en boa medida do estipulado na Carta se o ámbito observado é o dos medios de comunicación, onde só se cumpre con normalidade a existencia de, “polo menos, unha emisora de radio e unha canle de televisión” no idioma do que se trate. Non acontece así no que atinxe á garantía de “fomentar ou facilitar a creación e mantemento de, polo menos, un órgano de prensa nas linguas rexionais ou minoritarias” e as políticas de recortes poñen en serio perigo a comprometida “asistencia financeira ás producións audiovisuais” en galego. Do mesmo xeito, na práctica tampouco existe a aposta por “apoiar a formación de xornalistas e demais persoal para os medios de comunicación que empreguen” estes idiomas, aínda que o Estado se comprometeu a facelo.

Fonte:

http://praza.gal/politica/2586/a-carta-europea-das-linguas-fai-vinte-anos-inzada-de-incumprimentos-en-galicia/

A lingua galega que se defende máis en Europa

A finais de 2009, a Axencia Europa de Linguas Minorizadas censuraba con dureza a política lingüística que daquela iniciaba o Goberno de Núñez Feijóo en Galicia. Este organismo -promovido polo Parlamento Europeo e entidade consultiva desta institución, do Consello de Europa e da ONU- advertía de que “as medidas adoptadas contra a lingua galega” desde aquel mes de abril supoñían “unha vulneración de tratados internacionais sobre dereitos lingüísticos subscritos polo Estado Español” e aseguraba que denunciaría a situación aos diferentes foros internacionais nos que se atopaba presente.

A denuncia da Axencia, que pecharía meses despois por problemas orzamentarios, sería unha das moitas que recibiría a política lingüística do Executivo de Feijóo nos últimos cinco anos desde diferentes institucións europeas, tanto da UE como alleas aos organismos de gobernanza europea. En todos eles, a atención á situación da lingua propia e a defensa dos dereitos dos galegofalantes foi constante no tempo que durou tamén a última lexislatura da Eurocámara, que agora elixe novos parlamentarios o vindeiro 25 de maio. Máis, desde logo, que a que fixeron as diferentes administracións do propio Estado español ou desde a Xunta, que recibiu varios tiróns de orellas desde máis aló dos Pireneos.

A última demanda para a protección do galego e das linguas minorizadas chegou hai menos dun ano do propio Parlamento, cando a Comisión de Cultura aprobou un informe que insta á protección dos idiomas en perigo de desaparición e no que se pide aos Estados membros que promovan a súa aprendizaxe na escola desde idades temperás, ademais de facer especial fincapé no ensino en preescolar. A Eurocámara anima tanto a Comisión Europea, -como Goberno da UE-, como os estados membros a que “adopten as políticas e os programas da UE para apoiar as linguas en perigo e a diversidade lingüística, utilizando os instrumentos comunitarios de apoio financeiro para o período 2014-2020”. E céntrase, como en tantas ocasións, na necesidade de garantir o ensino do idioma entre os máis pequenos, xusto aquilo que non garante a Xunta e que desde tantas entidades -europeas ou non- se lle ten censurado.

Especialmente duro foi o Consello de Europa, en varias ocasións. Hai ano e medio, o informe desta instiución que avalía o cumprimento da Carta Europea de Linguas Rexionais expresaba a súa preocupación “pola redución progresiva do ensino en galego en todos os niveis e da súa estrutura de apoio” e solicitaba á Administración “un número suficiente de escolas” que permita educar os rapaces en lingua galega. O texto destacaba o “éxito” da política lingüística levada a cabo en Euskadi e Cataluña, pero advertía da desfeita que para o idioma galego supuxera o decreto do plurilingüismo aprobado pola Xunta de Feijóo.

Así, o Consello de Europa convidaba as autoridades “a que tomen medidas de modo que a introdución forzosa do modelo trilingüe na educación non afecte a educación na lingua propia”, e aseguraba que despois de consultar con expertos e avaliar a súa aplicación en Galicia, comprobou que “o ensino ao 50% en galego non se cumpre na práctica”

O pau foi duro. O organismo europeo lembraba ás autoridades que malia que a lexislación vixente non implica unha educación plena en galego, si é necesario “que haxa un número suficiente de escolas que ofreza educación completamente ou esencialmente en galego”, xa que ese é un dereio “dos pais que así o desexen” e porque se ten que “garantir” que se cumpran as escollas das familias, algo que non ocorre en ningún caso, especialmente en Educación Infantil, onde malia que, por exemplo, o 40% das familias urbanas escolleu a lingua galega como a principal para o ensino dos seus fillos, nin tan sequera un 10% das escolas ofrecen esa opción. De feito, o Consello de Europa “insta” as autoridades para que “fagan posible” esa educación en galego en Primaria e Secuncaria. Pero a Xunta non só non fixo caso, senón que desdeñou a denuncia deste organismo, que non é a primeira vez que reprende a política lingüística levada a cabo en Galicia.

Tan só un mes despois daquela denuncia, e logo da avaliación do Convenio Marco para a Protección das Minorías Nacionais, o Consello de Europa volveu instar as administracións do Estado a que dialoguen coas entidades defensoras das linguas cooficiais en España e a reclamar unha maior protección para estes idiomas. “O Estatuto de Autonomía e a protección da Carta Europea non exclúe que o galego se beneficie dunha protección adicional e complementaria”, aseguraba a entidade.

Facía referencia tamén o Consello de Europa á Carta Europea das Linguas Rexionais ou Minoritarias, da que se veñen de cumprir 24 anos, así como doce desde que o Goberno española a ratificara, comprometéndose, na maior parte dos artigos, á maior protección posible para o galego, o catalán e o éuscaro. Por exemplo, o Estado garantiu a posibilidade de recibir o ensino preescolar, primario e secundario en galego, así como establecer garantías de que os procedementos xudiciais se poidan desenvolver con normalidade en linguas distintas do castelán. Nada diso se garante en Galicia na actualidade. Pero nin as sentenzas xudiciais nin os continuos tiróns de orellas que chegan de Europa fixeron recuar unha Xunta que mantén o seu camiño lingüístico.

A situación do galego, pero tamén do catalán ou do éuscaro, segue a ser denunciada. Neste mesmo ano, varios eurodeputados do Estado -entre eles Ana Miranda, do BNG- reclamaron á Comisión Europea que tome medidas para evitar as discriminacións lingüísticas e que estas sexan consideradas tan graves como as sufridas pola orientación sexual, a relixión ou a orixe étnica. Así, solicitan que se modifiquen algunhas directivas existentes para incluír provisións sobre as discriminacións lingüísticas, ou ben que se elabore unha nova “sobre a aplicación do principio de non discriminación por razón de idioma”.

Fonte:

http://praza.gal/politica/7164/a-lingua-galega-que-se-defende-mais-en-europa/

Unha serie de seis videos:

La Europa de las Lenguas

La condición humana

Nuestro planeta está habitado por más de siete mil millones de habitantes que a su vez hablan entre 6000 y 7000 lenguas distintas. Algunas de estas lenguas, como el inglés o el chino, son habladas por millones de personas, mientras que otras solo son utilizadas por unos miles o tan solo unos pocos hablantes. De hecho, el 96% de las lenguas en el mundo son habladas por solo el 4% de la población. Los europeos a menudo creen que su continente cuenta con un número excepcional de lenguas, especialmente comparado con Norteamérica o Australia. Sin embargo, únicamente el 3% del total – 225 lenguas – son indígenas europeas. La mayor parte de las lenguas del mundo se hablan en una zona amplia a ambos lados del Ecuador – en el sureste de Asia, India, África y Sudamérica.
Aunque muchos europeos creen que ser monolingüe es la norma, la realidad es que entre la mitad y dos tercios de la población mundial son de algún modo bilingües, mientras que un número significativo es plurilingüe. El plurilingüismo podría considerarse como una condición más natural que el monolingüismo para el ser humano.
La diversidad de lenguas y culturas, como la biodiversidad, es considerada cada vez más como algo positivo y hermoso. Cada idioma tiene su propia manera de ver el mundo y es producto de su propia historia, todas las lenguas tienen su identidad individual y su valor y todas son igualmente adecuadas como modos de expresión para las personas que las utilizan.  Los datos relativos a la velocidad a la que los niños aprenden a hablar muestran que no hay una lengua que sea intrínsecamente más difícil que otra.

La estructura del lenguaje

El lenguaje es un sistema arbitrario de sonidos y símbolos utilizado con fines diferentes por un grupo de personas con la intención de comunicarse, expresar una identidad cultural, crear relaciones sociales y ofrecer una fuente de disfrute (por ejemplo, en literatura). Las lenguas se diferencian entre ellas por sus sonidos, su gramática, vocabulario y forma del discurso. Sin embargo, las lenguas son entes complejos y sus sonidos vocales y consonantes pueden variar de menos de una docena a más de cien. Las lenguas europeas tienden a rondar entre los 25 sonidos (como el español) a más de 60 (por ejemplo, el irlandés). Los alfabetos reflejan los sonidos con diferente exactitud: algunos alfabetos (p. ej. el galés) son muy regulares a la hora de simbolizar los sonidos. Otros (p.ej. el inglés) son muy irregulares.  En lo que se refiere a la gramática, cada idioma incluye miles de reglas de formación de palabras y construcción de oraciones. Cada lengua tiene un enorme vocabulario para cubrir las necesidades de sus usuarios – en el caso de las lenguas europeas, donde el vocabulario científico y técnico es muy amplio,  el número de palabras y frases supera las 50.000. Las palabras que conocen pero no utilizan – su vocabulario pasivo – es mayor. Las lenguas vivas y las culturas cambian constantemente y las personas se influyen mutuamente en cuanto a su manera de hablar y escribir. Los nuevos medios de comunicación tales como Internet ofrecen nuevas oportunidades de crecimiento. Las lenguas están en contacto constante y se afectan de diversas maneras, especialmente mediante la adopción de extranjerismos. El inglés, por ejemplo, ha adoptado palabras de más de 350 lenguas y todas las lenguas europeas en la actualidad emplean palabras procedentes del inglés.

Adquisición del lenguaje

La tarea de aprender una lengua materna se lleva a cabo durante los primeros cinco años de vida, aunque ciertas características del lenguaje (tal y como la adquisición de vocabulario) se aprenden durante toda la vida. El lenguaje se desarrolla en diferentes etapas. Durante su primer año de vida, el bebé comienza a producir una serie de sonidos de los cuales emergen el ritmo, la entonación y por último las vocales y las consonantes. Las primeras palabras compresibles llegan aproximadamente en el primer año de vida; durante el segundo año aparecen las combinaciones de dos palabras, y poco a poco el niño empieza a enunciar frases de tres o cuatro palabras. Los niños de tres y cuatro años utilizan frases cada vez más complejas y largas. De hecho, el vocabulario crece de las 50 palabras activas a los 18 meses a varios miles de palabras a la edad de cinco años. La lengua materna se describe normalmente como la primera lengua que un individuo aprende o su lengua primaria y se trata de la lengua que mejor conocemos, la que más utilizamos o la lengua con la que más nos sentimos identificados. Algunas personas bilingües han aprendido dos lenguas de manera tan cercana que les resulta imposible elegir entre ellas en términos de “primera” o “segunda” lengua. Sin embargo, para la mayoría de las personas bilingües la distinción es más clara ya que el aprendizaje de la segunda y de la tercera lengua tiene lugar en el colegio o más adelante. No existe un límite de edad más allá del cual sea imposible aprender otra lengua. El bilingüismo es un fenómeno complejo. Un mito común es la creencia de que las habilidades lingüísticas de una persona bilingüe están igualmente desarrolladas en ambas lenguas. Otra creencia es que todas las personas bilingües cuentan con las mismas habilidades. Lo cierto es que las personas bilingües presentan muchos tipos de bilingüismo. Por ejemplo, algunos suenan como hablantes nativos en ambas lenguas; otros tienen un marcado acento extranjero en una de ellas. Algunos pueden leer bien en ambas lenguas; otros pueden hacerlo solo en una. Algunos prefieren escribir en una lengua pero solo son capaces de hablar en la otra. El bilingüismo puede aumentar la posibilidad de aprender otras lenguas con éxito; aprender un tercer idioma es más fácil cuando ya se ha aprendido un segundo. Según los estudios, la capacidad de progreso de las personas bilingües podría ser más rápida que la de las personas monolingües en ciertas áreas de desarrollo cognitivo temprano y sus habilidades lingüísticas son más creativas en muchos aspectos. Los bilingües cuentan con la gran ventaja de ser capaces de comunicarse con una gran variedad de personas. Debido a que están expuestos a dos o más culturas de manera muy cercana, su habilidad puede ayudarles a ser más sensibles a la hora de comunicarse y a desear superar las barreras culturales, así como a construir puentes entre personas de diferentes orígenes.  Pero también existen motivos prácticos: las personas bilingües cuentan con una potencial ventaja económica ya que tendrán acceso a un mayor número de empleos. Además las compañías  multilingües tienen cada vez más ventaja competitiva con respecto a las monolingües en el mercado.

Leer más:

http://edl.ecml.at/Home/Thecelebrationoflinguisticdiversity/tabid/2972/language/es-ES/Default.aspx

Hacia la era políglota

Si alguien te dijera “flisni me mua”, ¿sabrías decir lo que significa o de qué lengua se trata? Cerca de 225 lenguas componen la rica herencia lingüística de Europa, algo que deberíamos celebrar. Sin embargo, cabe preguntarse hasta qué punto los europeos somos capaces de aprender las lenguas de nuestros países vecinos (y no tan vecinos). Aunque muchos europeos creen que ser monolingüe es la norma, la realidad es que entre la mitad y dos tercios de la población mundial son de algún modo bilingüe, mientras que un número significativo es “plurilingüe”, es decir, competentes en varias lenguas (las entienden y /o escriben y/o hablan…)

El plurilingüismo podría considerarse como una condición más natural que el monolingüismo para el ser humano. Hay millones de personas que creen que no saben ningún otro idioma a parte de su lengua materna y sin embargo, muchos cuentan con cierto nivel de comprensión en otro idioma. No obstante, las oportunidades de aprender otro idioma son hoy mayores que nunca. Para destacar la importancia del aprendizaje de lenguas, el Consejo de Europa declaró el Día Europeo de las Lenguas (DEL), celebrado el 26 de Septiembre de cada año. La idea tras el DEL es la de promover el “plurilingüismo”, un concepto que no nos es nuevo ni tampoco desconocido.  De hecho, se trata de una realidad diaria para africanos y asiáticos y es la norma en algunas partes de Europa, concretamente en Benelux, Escandinavia y en los países mediterráneos. Lo cual no significa que debamos forzosamente aspirar a un “nivel nativo” en otra lengua. El objetivo es ser capaces de comunicarnos y ser entendidos dependiendo de nuestras necesidades. La expansión internacional del inglés parece irresistible y las encuestas muestran que adquirir cierto nivel de competencia en inglés podría ser una prioridad para la mayor parte de los estudiantes de idiomas (uno de cada tres declara que puede mantener una conversación, según el Eurobarómetro).

Sin embargo, una vez logrado el objetivo del inglés, no hay razón para dejar de aprender otras lenguas. Existen muchos otros idiomas que constituyen valiosas herramientas para aprovechar al máximo cada experiencia de la vida, ya sea un empleo o un viaje. Una de las ironías del mundo globalizado es que, con cada vez más personas alcanzando un buen nivel de competencia en la “lingua franca”, el valor del inglés podría declinar. Pronto, lo que marcará la diferencia será la habilidad para hablar idiomas adicionales. En el mundo laboral y en el entorno académico, los nativos de lengua inglesa tendrán que competir con candidatos que además de hablar su lengua materna, también hablarán inglés y, cada vez más, contarán con un nivel significativo de un tercer o cuarto idioma. La competencia lingüística no supone solo beneficios económicos sino que además nos impulsa a ser más abiertos a otros, a sus culturas y actitudes, nos permite operar diferentes sistemas de representación estimulando así nuestra flexibilidad mental y desarrollar una perspectiva distinta.
No hay que subestimar la oportunidad que nos brinda aprender una lengua en lo que se refiere a comprender mejor a las personas, la cultura y la tradición de otros países. Aquellos que son capaces de comunicarse con personas de otras culturas son, con frecuencia, más tolerantes. No hay que olvidar además que ser monolingüe significa depender de la competencia lingüística y de la buena voluntad de otros. Aprender otra lengua es mucho más que adquirir una destreza; refleja una actitud de respeto por la identidad y la cultura de los demás, así como tolerancia hacia la diversidad.

El Consejo de Europa ideó un programa que nos permite evaluar nuestro nivel de competencia en una lengua extranjera. El Portfolio Europeo de las Lenguas busca motivar a los estudiantes de lenguas mediante el reconocimiento de sus esfuerzos a la hora de ampliar y diversificar sus conocimientos lingüísticos a todos los niveles. El Portfolio es un registro de las destrezas adquiridas que puede ser consultado, por ejemplo, para acceder a un nivel más alto de aprendizaje o al buscar trabajo en el propio país o en el extranjero.  Por medio de un cuadro de autoevaluación, los estudiantes pueden evaluar sus habilidades – comprender, leer, hablar y escribir – y calificarlas según los seis niveles europeos. Estos estándares han sido adoptados por los organismos de certificación más importantes de Europa, por muchos Estados miembros y por la Unión Europea, en concreto como parte de su esquema Europass, un sistema diseñado para hacer que las habilidades sean más transparentes y comparables entre los Estados miembros. Uno de los objetivos primordiales del Día Europeo de las Lenguas es reafirmar la idea de que el aprendizaje de lenguas es un proceso de formación permanente. Muchos adultos creen que, habiendo perdido (o desaprovechado) la oportunidad de adquirir una nueva lengua durante sus años de educación formal, es demasiado tarde para  reanudar el proceso. Pero no lo es. En toda Europa existen clases, programas y técnicas (desde libros a CD-ROMs) para mejorar las destrezas / competencias lingüísticas.  Lo que a menudo falta es la motivación para superar el “factor miedo a las lenguas”. Muchas personas desarrollan sus competencias lingüísticas tras dejar la escuela o la universidad, lo que no es sorprendente si tenemos en cuenta que el aprendizaje de lenguas en la escuela con frecuencia se convierte en una obligación en lugar de una oportunidad. Es solo cuando comenzamos a explorar el mundo exterior, ya sea por motivos laborales o lúdicos, que nos damos cuenta del valor de otros idiomas.
Y recuerda que cada lengua que se aprende resulta progresivamente más fácil. Por tanto,  una vez superada la dificultad inicial, no lo dudes, si te apetece probar el húngaro o el cantonés, ¡ponte manos a la obra!

Leer más:

http://edl.ecml.at/Home/Movingintothepolyglotage/tabid/2970/language/es-ES/Default.aspx

Las lenguas de Europa

Es difícil decir cuántas lenguas se hablan en el mundo. Aunque esta afirmación es cierta, no deja de sorprender a aquellos que no se dedican a la Lingüística.  En Europa esta situación no es ajena.

En el continente europeo hay lenguas que casi se habían dejado de hablar y que en los últimos tiempos han vuelto a utilizarse (por ejemplo el tártaro de Crimea, hablado por un pueblo que sufrió la deportación). Lenguas que llegan con las personas que las utilizan (como actualmente el chino). Lenguas que, por voluntad de las sociedades que las convierten en un elemento de identificación y cohesión social, nacen a partir de otras que ya existían (por ejemplo el luxemburgués, que originariamente era una variante local del alemán), y lenguas que parecen resucitar (por ejemplo el córnico). También existen, lamentablemente, lenguas que lentamente desaparecen, como el aragonés. Si se consideran todos estos elementos, se concluye que es difícil decir cuantas lenguas se hablan en Europa.

De todas formas, se puede considerar que el número de lenguas habladas en el continente europeo, desde el océano Atlántico a la cordillera de los Urales (sin tener en cuenta el Cáucaso), llega a setenta, sin contar las distintas lenguas de signos de las diversas comunidades de personas sordas ni de todas las lenguas que utilizan cotidianamente los nuevos europeos llegados de todas partes del mundo.

La mayoría de estas setenta lenguas pertenece a la familia indoeuropea, lo que significa que tienen un origen común y que, por lo tanto, se asemejan, aunque estas similitudes – por ejemplo, entre el italiano y el sueco – con frecuencia pueden ser detectadas solamente por los especialistas y no son nada evidentes a simple vista. También hay en Europa lenguas de las familias urálica (por ejemplo el finlandés, el estonio, el saami  o el húngaro) y altaica (por ejemplo el turco o el tártaro), una lengua de la familia afroasiática, el maltés, emparentado con el árabe y una lengua sin familia conocida, el vasco.

En Europa son indoeuropeas las lenguas bálticas (el letón o el lituano), las célticas (el gaélico irlandés, el galés o el bretón), las eslavas (el ruso, el polaco o el macedónico), las germánicas (el inglés, el alemán, el frisón o el islandés) y las románicas (el catalán, el rumano, el castellano o el occitano), y también el griego, el albanés y el romaní, la lengua indo-irania que hablan tantos gitanos europeos.

A lo largo de la historia, las lenguas europeas han prestado palabras las unas a las otras – y también de lenguas de otros continentes – en una interrelación fecunda.  Por ejemplo, el turco ha dado a un gran número de lenguas europeas palabras como haviar (caviar) y yoghurt (yogurt).  La palabra sauna, existente en muchas lenguas, proviene del finlandés.

El desafío principal que las sociedades europeas han de afrontar hoy en día es el de continuar manteniendo la diversidad lingüística que, sin contradicción con una notable unidad cultural, siempre han desarrollado, junto con las lenguas de la inmigración de tanta importancia actual. Esto significa encontrar fórmulas de comunicación supranacional que no favorezcan la hegemonía de ninguna lengua y también dar vida a todas las lenguas del continente que, por razones económicas o políticas, se encuentran en una situación de debilidad que amenaza su supervivencia.

Fuente:

http://www10.gencat.cat/casa_llengues/AppJava/es/diversitat/diversitat/llengues_europa.jsp

Mapa interactivo:

http://recursos.cnice.mec.es/latingriego/Palladium/cclasica/esc421dt01.htm

Las lenguas y sus dialectos

En el tema lingüístico, como en otros tantos ámbitos, no todos los puntos de vista coinciden. Uno de los mayores problemas surge al tener que dictaminar si un determinado idioma es lengua propia o dialecto. Es posible que la pregunta que se deba realizar no sea el cómo, sino a quién corresponde tomar una decisión al respecto. En tal caso, hagámonos la pregunta: ¿a quién compete decidir cuáles son las lenguas propias de Europa?

En nuestra opinión, la comunidad lingüística está perfectamente legitimada para reivindicar una lengua como propia, por lo que, en la medida de lo posible, será el criterio comunitario el que determine este aspecto. Una vez aclarado dicho punto, habrá que ver si se dispone de la capacidad suficiente para llegar a todos los rincones y si se satisfacen los deseos de todas las comunidades. En tal sentido, es posible que la información que facilitamos esté incompleta.

En cualquier caso, y tal como anteriormente hemos señalado, no todas las posturas se muestran de acuerdo respecto a este tema; muchas veces, lo que para unos es dialecto, otros consideran lengua propia, y viceversa. Por tal motivo, es posible que la clasificación realizada por los expertos Kloss y McConnell (1984), en la que dividen las lenguas en dos grupos (lenguas aceptadas y lenguas discutidas), nos resulte esclarecedora. Dentro del primer grupo podríamos incluir, por ejemplo (lo indicado entre paréntesis es la segunda opción), el alsaciano (variante del alemán), el asturiano (variante del castellano), el friulano (variante del romanche), el gallego (variante del portugués), el careliano (variante del finlandés), el corso (variante del italiano), el occitano (variante del francés), el sardo (variante del italiano), el cimbrio (variante del alemán), el gagauzo (variante del turco), el istro-rumano (variante del rumano) y el kashubo (variante de polaco).

Mención especial merece, por otra parte, el caso del occitano, ya que para algunos autores el francoprovenzal, el occitano y el gascón -éste último considerado dialecto del aranés- son lenguas propias (Price 2000), y en opinión de otros, en cambio, variables del occitano (Comrie, Matthews, Polinsky 2003).

Las lenguas minoritarias

¿Cuáles son las lenguas minoritarias? En términos generales, podríamos decir que son lenguas minoritarias aquéllas que no reciben ninguna protección por parte de los Estados, o que, de recibirla, lo hacen en condiciones de auténtica precariedad. En otras palabras, se trata de las lenguas que no tienen la consideración de oficiales porque el Estado atribuye dicho título a otro idioma.

En ocasiones, aun cuando el Estado haya otorgado a una lengua el status oficial, es posible que en la práctica se encuentre totalmente desatendida como consecuencia de haber condicionado su uso y desarrollo en exceso con respecto a otra lengua. También las incluiremos entre las minoritarias.

En otros casos, es posible que un idioma declarado oficial y cuya práctica se encuentre protegida tenga todavía la condición de lengua minoritaria, bien por ser reciente la adquisición de tal status, bien porque previamente haya estado discriminada, bien porque todavía no ha llegado a alcanzar la situación propia de una lengua normalizada.

Existe, además, otro tipo de lengua minoritaria: es el supuesto de aquellas lenguas cuya oficialidad se extiende sólo a una parte del Estado. En tales casos, es posible que el idioma en cuestión se encuentre marginado en las zonas en las que se emplea otra lengua y donde tendría la condición de lengua minorizada. Este hecho se repite en múltiples países de Europa: por ejemplo, con el alemán en Dinamarca e Italia, con el danés en Alemania, con el eslovaco en Italia y Austria, con el estonio en Finlandia, con el griego y el francés en Italia, con el húngaro en Austria y con el sueco en Finlandia. En el presente trabajo dejaremos estas circunstancias lingüísticas de lado.

Leer más:

http://www.euskonews.com/0243zbk/gaia24303es.html

Sesenta lenguas minoritarias europeas luchan por sobrevivir

Más allá de las 23 lenguas que la UE reconoce como oficiales, hay 46 millones de europeos, cerca del 10 por ciento, que hablan 60 lenguas consideradas «minoritarias o regionales». Algunas de estas lenguas gozan de un nulo reconocimiento por los propios Estados-nación. Sólo 9 Estados de la Unión consideran cooficial una o más lenguas distintas a la nacional: Italia, España, Finlandia, Bélgica, Reino Unido, Irlanda, Luxemburgo o Malta. Si bien es cierto, en Bélgica más que cooficialidad lo que existe es una división político-lingüística que puede acabar con la división real de Bélgica en dos países.

Francia, Bulgaria, Grecia y Polonia son los Estados más restrictivos con el multilingüismo y no aceptan la oficialidad de ninguna de las lenguas minoritarias que se hablan en sus territorios estatales. La Unesco cifra en 30 las lenguas minoritarias europeas que corren serio peligro de quedar extinguidas en no muchos años. Algunas de ellas ya están en estado vegetativo. Como el romaní, lengua del pueblo gitano que sufre la misma estigmatización que la etnia gitana. Sólo en Finlandia es oficial el habla del pueblo gitano.

Esta misma situación de agonía vive el yidis que hablan las comunidades judías de Centroeuropa. El extermino de los nazis contra los judíos acabó también con la lengua de los judíos centroeuropeos. El lombardo, lengua minoritaria de la región italiana de Lombardía, también agoniza ante la total desprotección del Estado italiano. Además de España, en otros tres Estados de la UE está reconocido el multilingüismo. El inglés comparte oficialidad con el gaélico en Irlanda y con el maltés en Malta; Luxemburgo reconoce tres idiomas oficiales, luxemburgués, francés y alemán; y en Finlandia los finlandeses se pueden dirigir a sus instituciones nacionales en finés, finlandés o sueco.

Sólo 6 lenguas minoritarias superan el millón de hablantes, siendo la más hablada el catalán. Más de 7 millones de personas se comunican en catalán en España, Francia o en la pequeña ciudad de Alghero situada en la isla italiana de Cerdeña. La UE considera al catalán como «lengua de comunicación» y cualquier ciudadano puede dirigirse y ser respondido en catalán por las instituciones comunitarias, pero no todas las lenguas regionales gozan de la misma fortuna. Cataluña es la única región de la UE que cuenta con una Oficina de Información del Parlamento Europeo que difunde contenidos informativos europarlamentarios exclusivamente en catalán.

El gallego es usado por casi 2,5 millones de europeos. El occitano, lengua de los trovadores medievales, lo practican a diario más de dos millones de personas entre España, Italia o Francia. El gaélico, herramienta de entendimiento de 500.000 europeos es la lengua oficial de Irlanda y Escocia aunque no son lenguas mayoritarias en sus territorios. El sardo, lengua romance autóctona de la región italiana de Cerdeña, lo utilizan más de 1.300.000 de europeos. En Italia también se habla el siciliano, lengua de la isla de Sicilia descendiente del latín vulgar y con influencias del griego, árabe, francés, provenzal, catalán y español. El siciliano no es oficial ni está protegido y su cada vez más reducido uso se concentra en los sicilianos de mayor edad.

Existen lenguas minoritarias con más hablantes que algunas lenguas nacionales y oficiales de la UE. El caso maltés, una de las 23 lenguas oficiales en la UE, es paradigmático al ser sólo hablado por 400.000 personas. El euskera, en España; el galés, en Reino Unido; el bretón, franco-provenzal o el corso, en Francia; el frisón, en Países Bajos; el mirandés, en Portugal; o el albanés, armenio, macedonio, tártaro o ruteno, en Rumanía, son también lenguas europeas que perviven en Europa con mayor o menor protección.

España es un Estado ejemplar para los defensores del multilingüismo, aunque existen lenguas o dialectos en España que no disfrutan de ninguna protección oficial y están en riesgo de desaparición. Como le ocurre al asturiano, aragonés o la fala extremeña, lengua galaico-portuguesa hablada en los pueblos de San Martín de Trevejo, Eljas y Valverde del Fresno, en el extremo noroeste de Extremadura.

Leer más:

http://www.euroxpress.es/index.php/noticias/2012/10/1/sesenta-lenguas-minoritarias-europeas-luchan-por-sobrevivir/

El multilingüismo, seña de identidad de la Unión Europea

A cualquier persona que haya conocido el continente europeo en los últimos veinte años no le cabrá duda de que la realidad lingüística de Europa está cambiando. En 1987, un tercio de los ciudadanos encuestados pertenecientes a la CEE declaraba poder comunicarse en una lengua extranjera; en 2000 afirmaba poder hacerlo el 53%, cifra que en 2005 había ascendido al 56% y que con toda probabilidad continuará haciéndolo en años venideros.16

Frente a lo que vivieron las generaciones anteriores, la práctica totalidad de los jóvenes de la UE tiene acceso al aprendizaje de lenguas en la escuela sin necesidad de pertenecer a la élite socioeconómica de sus países. La mayoría de ellos no solo está estudiando idiomas en mucha mayor proporción que sus padres, sino que tiene acceso a un mayor número de lenguas, lo está haciendo desde una edad mucho más temprana y además de manera más efectiva.

Este cambio no solo en las habilidades lingüísticas de los europeos sino en la concienciación por parte de los gobiernos de la importancia de las lenguas en la preparación de sus ciudadanos no podría haberse llevado a cabo sin la profunda convicción, presente desde la fundación misma de la UE, de las ventajas del multilingüismo. Es necesario precisar que se habla de multilingüismo, en el contexto europeo, con dos significados: por un lado, en referencia a la coexistencia de varias comunidades lingüísticas en un mismo territorio y, por otro, a la capacidad de las personas para utilizar varios idiomas. Este último es al que nos referiremos en adelante.

El multilingüismo, reflejo del lema europeo de la «Unidad en la diversidad», se ha convertido en una verdadera seña de identidad de la Unión Europea y aspira a serlo también de sus ciudadanos. Como afirmaba Leonard Orban, primer comisario en incorporar el multilingüismo a su cartera, «es un fenómeno que se encuentra en el código genético de la UE»17. La opción multilingüe ha supuesto un reto para los responsables europeos, quienes han sabido ver más allá de su dificultad y complejidad las considerables ventajas que conlleva para el proyecto europeo y para sus habitantes en aspectos tales como la preservación de la diversidad cultural, el enriquecimiento personal, la integración y la tolerancia, la proyección internacional, el acceso a la información, las relaciones paneuropeas, el aprovechamiento de las oportunidades del mercado único o la competitividad laboral.

La promoción del aprendizaje de lenguas entre los habitantes de los países miembros ha revestido particular dificultad debido a que la competencia tanto en la organización de los sistemas educativos como en el diseño de los planes de estudio recae en los estados. Por este motivo, tal y como ha expuesto Jean Monnet (2010), la labor de la UE ha debido reducirse a «contribuir, fomentar la cooperación, apoyar y completar lo que hagan los Estados miembros»18. Regidos por el principio de subsidiariedad, ha sido cada país quien ha emprendido los cambios necesarios según sus circunstancias para adaptarse a las políticas europeas. Hasta llegar a este punto, la UE ha debido recorrer un largo camino en el que ha ido definiendo los puntos principales de su política lingüística, persuadiendo a los países miembros de la importancia de las lenguas y creando un marco legal alrededor del cual articular las reformas. Solo después de una andadura de décadas ha conseguido, en los últimos diez años, el compromiso formal por parte de los gobiernos de los 27 países de la UE de adecuar sus estructuras educativas a sus recomendaciones e iniciar las reformas que tienen lugar hoy en día en cada uno de los estados.

Preguntas sobre el multilingúismo en la UE

¿Cuáles son las lenguas oficiales de la UE?

Las 24 lenguas oficiales de las instituciones de la Unión Europea son: búlgaro, croata, español, checo, danés, alemán, estonio, griego, inglés, francés, irlandés, italiano, letón, lituano, húngaro, maltés, neerlandés, polaco, portugués, rumano, eslovaco, esloveno, finés y sueco.

¿Quién decide cuáles son las lenguas oficiales de la UE?

El Consejo de la Unión Europea, donde todos los Estados miembros de la UE están representados, lo decide por unanimidad. Antes de su adhesión a la UE, cada futuro Estado miembro decide cuál va a ser la lengua oficial que va a utilizar en la UE. Cualquier cambio posterior —añadir una nueva lengua oficial o suprimir una existente— deberá ser aprobado por unanimidad de todos los Estados miembros en el Consejo.

¿Qué ocurre con las lenguas regionales habladas en los Estados miembros?

El Consejo de la UE, es decir todos los Estados miembros, ha decidido que las instituciones de la UE puedan utilizar también lenguas reconocidas por la constitución de un Estado miembro, aun cuando no sean lenguas oficiales de la UE. Las instituciones de la UE tienen un acuerdo con el Gobierno español sobre la utilización del vasco, el catalán y el gallego en los documentos. Existe un acuerdo similar sobre el uso del galés y el gaélico escocés con el Gobierno británico. En ambos casos, las traducciones las proporciona el Gobierno del Estado miembro de que se trate, en el momento en que se necesiten, y corren a su cargo.

La interpretación desde (pero no hacia) el vasco, el catalán/valenciano/balear y el gallego se facilitará, previa solicitud, para determinadas formaciones del Consejo con los representantes regionales, así como en las reuniones plenarias del Comité de las Regiones y el Comité Económico y Social Europeo. En las reuniones de la Comisión no está previsto el uso de lenguas españolas. El coste de esta interpretación correrá a cargo del Estado miembro de que se trate. Las autoridades galesas y escocesas tienen un acuerdo similar.

¿Por qué promueve la Comisión Europea el multilingüismo?

Porque quiere: 1) promover el diálogo intercultural y una sociedad más integradora; 2) ayudar a los ciudadanos de los 28 Estados miembros a desarrollar un sentido de la ciudadanía de la UE; 3) dar oportunidades a la gente joven para que estudie y trabaje en el extranjero y 4) abrir nuevos mercados a las empresas de la UE para que compitan a nivel mundial.

En pocas palabras, ¿cuál es el objetivo de las políticas lingüísticas de la UE?

La finalidad de las políticas lingüísticas de la UE es proteger la diversidad lingüística y fomentar el conocimiento de lenguas por razones de identidad cultural e integración social y porque los ciudadanos multilingües se encuentran en mejor situación para aprovechar las oportunidades educativas y laborales en el mercado único.

El objetivo es una Europa en la que todo el mundo, desde una edad muy temprana, aprenda al menos dos lenguas, además de la materna. El objetivo «lengua materna +2» fue establecido por los Jefes de Estado o de Gobierno de la UE en la Cumbre de Barcelona, celebrada en marzo de 2002.

¿Cuál es el coste del multilingüismo en las instituciones europeas?

El coste total de la traducción y la interpretación en todas las instituciones de la UE (la Comisión Europea, el Parlamento Europeo, el Consejo, el Tribunal de Justicia de la Unión Europea, el Tribunal de Cuentas Europeo, el Comité Económico y Social Europeo y el Comité de las Regiones) es de unos mil millones de euros al año. Esto representa menos del 1 % del presupuesto de la UE, poco más de dos euros por ciudadano. La Comisión Europea tiene unos 3 000 traductores e intérpretes.

¿Protege la legislación de la UE el uso de lenguas?

La legislación de la UE protege los derechos y las obligaciones de la UE en lo que respecta a las lenguas. Por ejemplo, el Tratado de la Unión Europea (artículo 3) y la Carta de los Derechos Fundamentales de la Unión Europea (artículos 21 y 22) prohíben la discriminación por motivos de idioma y declaran que la Unión deberá respetar la diversidad lingüística.

El primer Reglamento comunitario, aprobado en 1958, exige a las instituciones comunitarias que traduzcan la legislación a todas las lenguas oficiales de la UE y que respondan a las preguntas de los ciudadanos en la misma lengua en que esté redactada la pregunta (artículo 2, y artículos 20 y 24 del Tratado de Funcionamiento de la Unión Europea).

¿Tiene previsto la UE reducir el número de lenguas oficiales?

No, porque el sistema actual se aplica en interés de la democracia y de la transparencia. Ningún Estado miembro está dispuesto a renunciar a su propia lengua y los países candidatos quieren añadir la suya a la lista de lenguas oficiales.

¿Sería la solución una lengua para todos?

En ocasiones se sugiere que la UE debería adoptar una lengua única, paneuropea, como el latín o el esperanto. Sin embargo, puesto que casi todo el mundo debería aprender una u otra lengua a partir de cero, esta solución también sería difícil y no demasiado útil en las relaciones con el resto del mundo. Formar a los profesores y enseñar una nueva lengua a casi 500 millones de europeos exigiría mucho tiempo y recursos. La idea de que una única lengua podría ser la solución para todas las necesidades lingüísticas es excesivamente simplista. Por ello, el compromiso de la Comisión a favor del multilingüismo fomenta la diversidad más que la uniformidad.

¿Qué gano con aprender una lengua?

En tiempos de creciente desempleo, la capacidad de utilizar y comprender idiomas es un activo para el desarrollo personal, la empleabilidad y la competitividad de las empresas. Entender una lengua extranjera también contribuye a que las personas tengan acceso a las diferentes culturas y fomenta la comprensión mutua.

¿Por qué son las lenguas importantes para las empresas?

Porque es útil conocer la lengua de su cliente. En 2006, se llevó a cabo un estudio para la Comisión Europea a fin de evaluar el coste que supone para las empresas de la UE el hecho de no tener conocimientos de idiomas. Los resultados apuntan a que miles de empresas europeas desaprovechan oportunidades comerciales y pierden contratos cada año por carecer de conocimientos lingüísticos. En el estudio se ha estimado que el 11 % de las PYME exportadoras europeas (945 000 empresas) podrían estar perdiendo contratos por problemas de comunicación.

¿Qué piensan los europeos sobre el aprendizaje de lenguas?

Según una encuesta del Eurobarómetro realizada en 2012, casi nueve de cada diez europeos consideran que la capacidad de hablar idiomas es muy útil, y el 98 % de los encuestados afirma que el dominio de lenguas será beneficioso para el futuro de sus hijos. Los europeos son perfectamente conscientes de las ventajas del multilingüismo: el 72 % de estos está de acuerdo con el objetivo marcado, y el 77 % cree que debería ser una prioridad; el 53 % utiliza lenguas extranjeras en el trabajo, y el 45 % cree que tiene un mejor trabajo en su propio país gracias a sus competencias en lenguas extranjeras.

¿Cuál es el nivel de los europeos en la utilización de las lenguas?

El país de la UE más multilingüe es Luxemburgo, donde el 99 % de los ciudadanos domina al menos una lengua extranjera. Sin embargo, el número de los europeos que dicen que pueden comunicarse en una lengua extranjera ha disminuido levemente, pasando del 56 % al 54 %. Las pruebas efectuadas entre alumnos adolescentes en 14 países europeos demuestran que solamente el 42 % de ellos es competente en su primera lengua extranjera y solamente un 25 % en su segunda. Un número significativo —el 14 % en el caso de la primera lengua extranjera y el 20 % en el de la segunda— no alcanza siquiera el nivel de «usuario básico».

El porcentaje de alumnos que son competentes en su primera lengua extranjera oscila entre el 82 % de Malta y Suecia (donde el inglés es la primera lengua extranjera) y solamente un 14 % en Francia (para el inglés) y un 9 % en Inglaterra (para el francés). Internet ha animado a las personas a mejorar sus competencias «pasivas» de comprensión oral y lectura en lenguas extranjeras. El número de europeos que utiliza regularmente lenguas extranjeras en internet gracias a las redes sociales, por ejemplo, ha aumentado en diez puntos porcentuales, pasando del 26 % al 36 %.

Leer más:

http://europaerestu.eu/preguntas-sobre-el-multilinguismo-en-la-ue/

Vídeo:

Vídeo:

Vídeo:

Vídeo:

http://es.globalvoicesonline.org/2010/07/16/europa-concurso-de-video-sobre-multilinguismo/