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Mai 1945: Frühlingsblumen unter Trümmern

Deutschland 1937Video:

55 Millionen Tote in 6 Jahren – Audio:

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Die Deutsche Wochenschau Von-22/3/1945 Die letzte Wochenschau – Video:

8. Mai 1945 – Glücksfall und Trauma

Für uns Deutsche bleibt der 8. Mai 1945 das schwierigste Datum der jüngeren Geschichte. Schwierig, weil widersprüchlich. Dabei scheint doch seit 30 Jahren alles so klar und eindeutig: “Der 8. Mai 1945 war ein Tag der Befreiung. Er hat uns alle befreit von dem menschenverachtenden System der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft” – so hat es Bundespräsident Richard von Weizsäcker schon zum 40. Jahrestag des Kriegsendes klar und deutlich gesagt. Und anders als in den ersten Jahrzehnten nach 1945 teilen heute neun von zehn Deutschen genau diese Sicht.

Wenn es sich aber beim 8. Mai ausschließlich um einen “Tag der Befreiung” handeln würde, dann wäre das ja ein Grund zum Feiern, dann könnten wir Deutschen diesen Tag so begehen, wie viele unserer Nachbarn in Europa: festlich, fröhlich, freudig. Doch genau das wäre selbst 70 Jahre später immer noch unangemessen. Oder wie es Richard von Weizsäcker in seiner historischen Rede von 1985 präsidial ausdrückte: “Wir Deutsche begehen den Tag unter uns, und das ist notwendig. Wir müssen die Maßstäbe allein finden.” Die Maßstäbe. Denn den einzigen Maßstab gibt es nicht.

Da sind zum einen die Schuld und die Verantwortung für all die Verbrechen, die in deutschem Namen bis zum 8. Mai 1945 begangenen worden sind. Verantwortung, die auch die Nachgeborenen auf Dauer bindet: Die Erinnerung daran wachzuhalten und dafür zu sorgen, dass sich Derartiges nie mehr wiederholen kann.

Da ist die Trauer um die Opfer und das Leiden des eigenen Volkes: Um die, die starben, als der Krieg, mit dem die Deutschen fünfeinhalb Jahre fast ganz Europa und Nordafrika überzogen hatten, mit voller Wucht über das eigene Land hereinbrach. Um die, die starben im Bombenhagel der Städte, auf der Flucht aus dem deutschen Osten, bei der militärischen Eroberung fast des gesamten Landes innerhalb weniger Wochen. Die Frauen und Mädchen, die zu Tausenden nach dem Einmarsch und bei den Siegesfeiern vergewaltigt wurden, und mitnichten nur durch die Soldaten der Roten Armee. Die deutschen Soldaten, die in Kriegsgefangenschaft umkamen – auf den Rheinwiesen genauso wie in sibirischen Lagern. Und die zwölf Millionen Deutschen, die nach dem 8. Mai 1945 aus ihrer Heimat vertrieben wurden. Auch an alles das zu erinnern, ist legitim und notwendig. Weil damit weder eine Aufrechnung der Opfer noch eine Relativierung der Schuld einhergeht.

Da ist aber auch Scham. Scham, weil Deutschland nicht in der Lage war, die Pest des Nationalsozialismus selbst abzuschütteln. Die Scham darüber, dass der NS-Staat praktisch überall bis zur letzten Minute funktioniert hat, obwohl der bevorstehende Untergang so absehbar war. Viele, die zu früh die weiße Fahne zeigten oder sinnlose Panzersperren wegräumten, bezahlten dies mit dem Leben. Ebenso Deserteure, die von fliegenden Standgerichten hingerichtet wurde, selbst wenn die gegnerischen Truppen schon in Sichtweite waren. Sinnlose Zerstörung überall – genau so, wie Hitler sich das gewünscht hatte: Kaum eine Brücke, die am 8. Mai 1945 noch intakt war, ungezählte Bauern- und Handwerkerhäuser in namenlosen Dörfern, die in Flammen aufgingen, weil ein fanatischer Feldwebel glaubte, genau hier die Wende zum “Endsieg” einzuleiten. All das befremdet uns heute. Und doch ist es Teil unserer Geschichte.

Zuletzt geht es um Dankbarkeit. Dankbarkeit, dass wir Deutschen trotz Nationalsozialismus eine neue Chance bekommen haben. Die Chance, nicht allein eine besetzte Kolonie zu bleiben, sondern als selbstständige Nation in Freiheit und Selbstbestimmung unseren Weg in die Zukunft gehen zu können. Frankreich, Großbritannien und vor allem die USA machten diesen Schritt sehr schnell möglich: Am 8. Mai 1949, genau vier Jahre nach der bedingungslosen Kapitulation, verabschiedeten 65 Männer und Frauen das noch heute gültige Grundgesetz. 1990 stimmte dann auch die Sowjetunion zu, dass dieses Grundgesetz nun für alle Deutschen gilt.

Es waren die wenigsten Deutschen, die den 8. Mai 1945 an jenem Tag als Tag der Befreiung empfanden. Zu hoffnungslos und zu unsicher waren die Umstände damals, als es für viele allein ums reine Überleben ging, als Terror des NS-Staates zunächst nur durch die Willkür der Besatzer abgelöst wurde. Doch rückblickend war dieser Tag der entscheidende Wendepunkt auf dem Weg in die Gegenwart: Die Freiheit, die Achtung der Menschenrechte und die Liberalität, auf die wir heute in Deutschland so stolz sind, wären ohne diesen 8. Mai 1945 nicht möglich.

Der 8. Mai 1945 – Glücksfall und Trauma zugleich. Wer sich fragt, warum die Deutschen so zögerlich bei internationalen Militäreinsätzen sind, warum wir bei Krisen lieber verhandeln und vermitteln als Waffen zu liefern, und weshalb sich in der Ukraine-Krise vor allem Berlin stets für neue Gespräche mit Moskau stark macht, der findet die Antwort in den Ereignissen des Jahres 1945. Die Brutalität des Krieges im eigenen Land bleibt ein nationales Trauma, das die letzten Zeitzeugen noch lange überleben wird.

Quelle:

http://www.dw.de/kommentar-gl%C3%BCcksfall-und-trauma/a-18429464

“Deutschland und die doppelte Stunde Null”Video:

Das Kriegsende 1945

Als die Rote Armee in der Schlacht um Berlin schon im Stadtzentrum stand, beging Adolf Hitler am Nachmittag des 30. April 1945 Selbstmord. Zu seinem Nachfolger hatte er Großadmiral Karl Dönitz bestimmt. Aufgrund der vollkommen aussichtslosen militärischen Situation für Deutschland beabsichtigte dieser eine Teilkapitulation gegenüber den Westmächten. Dönitz wollte den Kampf gegen die Rote Armee noch fortsetzen, um möglichst viele “deutsche Menschen vor der Vernichtung durch den vordringenden bolschewistischen Feind zu retten” und sie nach Westen flüchten zu lassen. Zudem hoffte er, die Westmächte würden sich mit Deutschland gegen die Sowjetunion verbünden.

Karl Dönitz verfolgte eine Taktik der Teilkapitulationen gegenüber den Westalliierten. Als Verhandlungsführer entsandte Dönitz Generaladmiral Hans-Georg Friedeburg (1889-1945), der sich mit dem Oberbefehlshaber der britischen Invasionstruppen, Feldmarschall Bernard L. Montgomery, in dessen Hauptquartier in der Lüneburger Heide traf. Auf dem Timeloberg zwischen Deutsch und Wendisch Evern in der Nähe von Lüneburg wurde am 4. Mai 1945 die letzte Teilkapitulation deutscher Verbände im Westen unterzeichnet. Sie trat am nächsten Morgen um 8 Uhr in Kraft. Anschließend beauftragte Dönitz Generaloberst Alfred Jodl, bei den Kapitulationsverhandlungen im Amerikanischen Hauptquartier entweder eine Teilkapitulation zu vereinbaren oder aber eine viertägige Frist zwischen der Unterzeichnung einer Gesamtkapitulation und der Einstellung aller Gruppenbewegungen zu erhalten. General Dwight D. Eisenhower sah hierin den Versuch, das Bündnis der Alliierten zu sprengen, und bestand auf einer sofortigen und bedingungslosen Gesamtkapitulation, billigte jedoch eine Frist von 48 Stunden für die Übermittlung der Kapitulation an alle Truppenteile der Wehrmacht zu.

Am frühen Morgen des 7. Mai 1945 unterzeichnete Jodl im Namen des deutschen Oberkommandos die Gesamtkapitulation aller Streitkräfte im Alliierten Hauptquartier in Reims. Zusammen mit der Kapitulationsurkunde unterzeichnete Jodl ein Dokument, demzufolge an einem noch festzulegenden Ort die bedingungslose Kapitulation aller deutschen Streitkräfte in Anwesenheit des sowjetischen Oberkommandos zu wiederholen sei. Josef Stalin hatte zuvor deutlich gemacht, dass er die Gültigkeit der Gesamtkapitulation nur bei Unterzeichnung durch den Oberkommandierenden der Roten Armee, Marschall Georgij K. Schukow, anerkennen werde. Um den Beitrag der Roten Armee an der Befreiung Europas vom Nationalsozialismus zu würdigen, wurde die Kapitulation nochmals im Sowjetischen Hauptquartier in Berlin-Karlshorst unterzeichnet. Zudem wurde der Kapitulationsurkunde durch die Unterzeichnung seitens hochrangiger Vertreter aller drei Wehrmachtsteile sowie des Oberkommandierenden der Roten Armee und des Stellvertreters von General Eisenhower größeres Gewicht verliehen. In Karlshorst ratifizierten Wilhelm Keitel für das Oberkommando der Wehrmacht (OKW) und für das Heer, Hans-Georg von Friedeburg für die Marine und Hans-Jürgen Stumpff (1889-1968) für die Luftwaffe die Kapitulationsurkunde für alle Wehrmachtsteile. Unterzeichnet wurde die auf den 8. Mai 1945 datierte Urkunde erst kurz nach 0 Uhr des 9. Mai. Verhandlungen über Textveränderungen und das Fehlen von Zeilen in der russischen Fassung hatten die eigentlich für den Nachmittag vorgesehene Unterzeichnung verzögert. Damit war der Zweite Weltkrieg in Europa beendet.

Im besiegten, besetzten und weitgehend zerstörten Deutschland stieß das formale Kriegsende im Mai 1945 auf nur noch wenig Interesse. Für die meisten Deutschen war der Krieg mit der Besetzung ihres Heimatortes durch die Alliierten ab Herbst 1944 weitgehend beendet. Das verschiedenartige Erlebnis des Kriegsendes hing wesentlich von der individuellen Konfrontation mit dem Feind und von persönlicher Unversehrtheit ab: Vergewaltigung und Raub waren in den östlichen Gebieten an der Tagesordnung. Die Sorgen der Menschen galten dem alltäglichen Überlebenskampf und dem Wohlergehen nächster Angehöriger, zu denen die Verbindung häufig abgebrochen war. Millionen Flüchtlinge, Ausgebombte und elternlose Kinder blickten angesichts von Verlust und Zerstörung einer unsicheren Zukunft entgegen. Enttäuschung, Trauer und Resignation bestimmten die Gefühlslagen 1945 ebenso wie Optimismus und weitgespannte Hoffnung auf eine bessere Zeit.

Quelle:

https://www.dhm.de/lemo/kapitel/der-zweite-weltkrieg/kriegsverlauf/kriegsende-1945.html

Der 8. Mai 1945: Ende und Anfang – Audio:

http://www.srf.ch/sendungen/kontext/der-8-mai-1945-ende-und-anfang

Deutschlands Kapitulation 1945

Es ist der 16. April 1945. Die Rote Armee ist zum Sturm auf Berlin bereit. Und nur versprengte Haufen von Wehrmachts- und SS-Einheiten stehen den sowjetischen Truppen zur Verteidigung der Hauptstadt gegenüber.

Am 21. April erklärt Propagandaminister Joseph Goebbels Berlin zur Frontstadt: “In heldenhafter Abwehr haben unsere tapferen Divisionen und Volkssturm-Männer in den vergangenen Tagen den Sowjets schwerste Verluste zugefügt. Ihr aufopferungsvoller Einsatz hat jedoch nicht verhindern können, dass die Bolschewisten an die äußeren Verteidigungslinien der Reichshauptstadt herangekommen sind. Berlin ist damit zur Frontstadt geworden.”

Noch am selben Tag erreicht die Rote Armee unter Marschall Zhukow Vororte Berlins. Unterdessen nähert sich von Westen die US-Armee, von Osten dringt die Rote Armee immer tiefer ins Herz Deutschlands vor. Am 25. April meldet BBC: “Ost und West haben sich getroffen. Am Mittwoch, dem 25. April 1945, um zwanzig vor fünf haben sich Verbände von General Bradleys 12. Armee und sowjetische Einheiten von Marschall Konevs 1. Ukrainischer Armee in der Nähe der deutschen Stadt Torgau an der Elbe getroffen.”

Dessen ungeachtet liefern sich deutsche Verbände und Rote Armee einen erbitterten Straßenkampf in der Hauptstadt. “Berlin kämpft weiter, Berlin vertraut dem Führer!”, meldet der deutsche Staatsfunk.

Am 28. April bekommt Hitler die Nachricht, dass der Sturm der Roten Armee auf die Reichskanzlei unmittelbar bevorsteht. Er heiratet seine Geliebte Eva Braun, verfasst sein “politisches Testament” und ernennt Großadmiral Dönitz zu seinem Nachfolger. Joseph Goebbels und seine Frau, die im Führerbunker ausgeharrt haben, vergiften sich und ihre sechs Kinder.

Hitler will weder tot noch lebendig in die Hände der Russen fallen. Am 30. April um 15:30 Uhr erschießt er sich, Eva Braun nimmt Gift. Beide Leichen werden nach Hitlers Willen verbrannt. Am folgenden Tag sendet der Rundfunk: “Aus dem Führerhauptquartier wird gemeldet, dass unser Führer Adolf Hitler heute Nachmittag in seinem Befehlsstand in der Reichskanzlei bis zum letzten Atemzuge gegen den Bolschewismus kämpfend für Deutschland gefallen ist.”

Die Kämpfe in Berlin gehen dennoch weiter – angetrieben von fanatischen Generälen. Bei den Gefechten in der Hauptstadt sterben mehr Berliner als während der jahrelangen Luftangriffe. Am 2. Mai schließlich ergeben sich die Verbände in Berlin. Doch Hitlers Nachfolger Dönitz lässt andernorts weiterkämpfen, weil er die bedingungslose Gesamtkapitulation verhindern will und hofft, dass sich möglichst viele Soldaten auf die von den Westalliierten kontrollierte Gebiete absetzen können.

Fünf Tage später muss die deutsche Delegation im französischen Reims, dem Hauptquartier von US-General Eisenhower, in die bedingungslose Kapitulation einwilligen. Dönitz überbringt den Deutschen die Nachricht mit den Worten: “Am 8.Mai um 23 Uhr schweigen die Waffen.”

Auf Drängen Stalins muss die Zeremonie bei Marschall Zhukov in Berlin wiederholt werden. In der Nacht auf den 9. Mai wird die Kapitulationsurkunde ein zweites Mal unterzeichnet. Daraufhin überbringen die Staats- und Regierungschefs von Frankreich, der Sowjetunion und der USA – Charles de Gaulle, Josef Stalin, Winston Churchill und Harry Truman – ihren Völkern und der Welt die Nachricht vom Frieden. “Der Krieg ist gewonnen, der Sieg ist da”, verkündet de Gaulle den Frieden. “Das faschistische Deutschland, niedergezwungen von der Roten Armee und den Streitkräften unserer Verbündeten, hat sich für besiegt erklärt und in die bedingungslose Kapitulation eingewilligt”, erklärt Stalin. Churchill fasst das Kriegsende in diese Worte: “In unserer langen Geschichte gab es nie einen großartigeren Tag als heute.” Und Truman sagt: “Die Flaggen der Freiheit wehen über ganz Europa.”

Quelle:

http://www.dw.de/deutschlands-kapitulation-1945/a-1574244

Kapitulation der deutschen Wehrmacht – Audio:

http://www.wdr3.de/programm/sendungen/wdr3zeitzeichen/kapitulation-100.html

Video:

http://www.br.de/mediathek/video/sendungen/nachrichten/kriegsende-gedenken-102.html#&time=

Als der Krieg zu Ende war

“Der Krieg ist zu Ende. Die Waffen schweigen.” Diesen Satz schreibt Hildegart Theinert am 9. Mai 1945, dem Tag, an dem überall in Deutschland die Kapitulation der deutschen Wehrmacht verkündet wird, in das Tagebuch ihres Mannes. Kurz darauf erschießt der Lateinlehrer Johannes Theinert im kleinen Ort Glatz in Niederschlesien zuerst seine Frau, danach sich selbst. Doch der Reihe nach.

Berlin-Karlshorst, 8. Mai 1945, 23.45 Uhr. Generalfeldmarschall Wilhelm Keitel unterschreibt die bedingungslose Kapitulation der deutschen Wehrmacht. So will es zumindest die offizielle Datierung des Dokuments. Tatsächlich setzt Keitel erst am 9. Mai seinen Namen unter das Dokument – und seine Unterschrift ist bloß eine formale Wiederholung dessen, was bereits einen Tag zuvor in Reims besiegelt worden war. Dort hatte Generaloberst Jodl die “bedingungslose Kapitulation aller Streitkräfte zu Lande, zu Wasser und in der Luft … gegenüber dem Oberbefehlshaber der alliierten Expeditionsstreitkräfte und gleichzeitig gegenüber dem Oberkommando der Sowjettruppen” erklärt. Alle Kampfhandlungen sollten am 8. Mai um 23.01 Uhr eingestellt werden.

Auf Drängen Stalins, so lautet die gängige These, musste die Zeremonie jedoch in Berlin wiederholt werden. Es sei kein hochrangiger Vertreter der Sowjetarmee in Reims dabei gewesen. “Das hat sicherlich eine Rolle gespielt”, sagt Margot Blank vom Deutsch-Russischen Museum in Berlin-Karlshorst. “Aber wesentlicher waren die Bedenken von britischer Seite. Die Briten verwiesen darauf, dass am Ende des Ersten Weltkriegs die deutsche Militärführung nicht kapituliert hatte, sondern die zivile Regierung vorschickte, um im Nachhinein zu sagen: Wir sind im Felde unbesiegt.”

Die Angst vor einer zweiten Dolchstoßlegende habe die Briten dazu gebracht, auf den Vorschlag Stalins einzugehen, so Blank. Die erneute deutsche Kapitulation wird von den obersten Truppenkommandeuren der Wehrmacht unterzeichnet: dem Oberkommandierenden Keitel für die gesamte Wehrmacht, Generaloberst Stumpff für die Luftwaffe und Generaladmiral von Friedeburg für die Kriegsmarine.

Die Unterschriften in Reims und in Karlshorst erfolgen in Absprache mit Reichspräsident Karl Dönitz. Seit Hitler sich am 30. April das Leben genommen hat, ist Dönitz des Diktators offizieller Nachfolger. Seine geschäftsführende Reichsregierung sitzt seit der Flucht aus Berlin in Flensburg – und kehrt dorthin auch nach der Unterschrift in Karlshorst zurück. Die Reichsregierung bleibt offiziell im Amt. “Nicht das deutsche Reich hat kapituliert, sondern die Wehrmacht”, erklärt Johannes Hürter vom Institut für Zeitgeschichte in München. Erst am 23. Mai nimmt die britische Besatzungsmacht Dönitz und sämtliche Regierungsmitglieder fest – auch auf Drängen der Amerikaner, denen zu Ohren gekommen ist, dass noch nach dem 8. Mai Menschen aufgrund deutscher Militärgerichtsurteile hingerichtet werden.

Die vielzitierte “Stunde Null” schlägt für die Menschen in Deutschland nicht unbedingt am 8. Mai. Für Esther Bejarano schlägt sie Ende April, als russische auf amerikanische Soldaten treffen. Unter Jubel zünden sie gemeinsam ein Bild von Hitler an. Mit dabei sind einige jüdische Mädchen, denen die Flucht von einem der Todesmärsche quer durch das deutsche Reich gelungen ist. Eine von ihnen ist Esther Bejarano. “Die haben alle ringsherum um dieses Bild getanzt und ich hab die Musik dazu gemacht”, erinnert sich die heute 90-Jährige. Es ist das erste Mal, das sie freiwillig Akkordeon spielt, nachdem die Musik im Mädchenorchester von Auschwitz ihre einzige Chance war zu überleben. “Das war meine Befreiung. Da wussten wir, jetzt sind wir freie Menschen.”

Alle Konzentrations- und Vernichtungslager sind bis zum 8. Mai befreit. Aber wohin sollen die Menschen nun gehen? Viele irren in Deutschland umher, auf der Suche nach Angehörigen, andere müssen aus Erschöpfung noch Wochen nach ihrer Befreiung im Lager bleiben, in dem sie so lange eingesperrt waren. In Bergen-Belsen richten die Briten ein Displaced Persons Camp ein.

“Im ehemals Deutschen Reich irrten viele Millionen Heimatlose herum, die Displaced Persons, die Zwangsarbeiter, die Kriegsgefangenen, die Flüchtlinge, die ehemaligen Lagerinsassen aus Konzentrations- und Vernichtungslagern”, sagt Geschichtsprofessor Hürter. “Es waren die verschiedensten Emotionen vorhanden. Von Befreiung, aber auch von Angst.”

Das Ehepaar Theinert hat Angst. Angst vor der Rache der Sieger, denn spätestens seit dem Gespräch mit einem ehemaligen Schüler, der als Soldat von der Ostfront zurückgekehrt ist, wissen sie um die Verbrechen der Deutschen.

“Viele Menschen hatten ein Gefühl von Schuld und Verstrickung und deswegen auch Angst vor dem, was danach kommen könnte”. In seinem Buch “Kind, versprich mir, dass du dich erschießt”, beschreibt Florian Huber den größten Massenselbstmord der Geschichte Deutschlands, darunter das Schicksal des Ehepaars Theinert aus Niederschlesien. Er belegt, dass sich allein in der Kleinstadt Demmin in Vorpommern zwischen 700 und 1000 Menschen das Leben genommen haben, bei einer Einwohnerzahl von 15.000. In Berlin verfünffachte sich die Selbstmordrate im letzten Kriegsjahr gegenüber den Vorjahren. Und auch im niederschlesischen Glatz sind der Lehrer und seine Frau nicht die einzigen, die sich das Leben nehmen. “Es sind nur noch wenige Augenblicke, dann ist alles vorbei, alles – für immer!”, schreibt Hildegard Theinert kurz bevor ihr Mann sie erschießt. Nur einen Tag nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs.

Quelle:

http://www.dw.de/als-der-krieg-zu-ende-war/a-18373865

Magdeburg im Frühjahr 1945 – Video:

Deutscher Frühling 1945

MARTA MIERENDORFF wird 1911 in Berlin geboren. Der Vater ist Werkzeugschleifer, die Mutter Krankenpflegerin. SIE LERNT VERKÄUFERIN und arbeitet als Stenotypistin. 1932 besuchte sie die Marxistische Arbeiterschule und lernt den 15 Jahre älteren Gottfried Salomon kennen, einen Diplomkaufmann, der noch einmal Jura studiert. Sie schließen 1939 eine so genannte Untergrundehe, die 1952 nachträglich legalisiert wird. 1943 werden Salomon und seine Mutter nach Theresienstadt deportiert, 1944 wird er in Auschwitz ermordet. MIT IHRER MUTTER zieht Marta 1943 nach Wriezen. Dort wird sie als kaufmännische Angestellte von den Werkstätten des Monumentalbildhauers Arno Breker angefordert. Im Februar 1945 kehrt sie nach Berlin zurück. NACH KRIEGSENDE studiert sie Philosophie und Soziologie, promoviert, ist Mitgründerin des Berliner “Instituts für Kunstsoziologie”. 1966 SIEDELT SIE IN DIE USA ÜBER, engagiert sich in der Exilforschung, publiziert und lehrt als Professorin an der Universität von Los Angeles. MARTA MIERENDORFF stirbt, 90-jährig, im Mai 2002 in Los Angeles.

2. Mai 1945 Waffenstillstand. Um 6 Uhr abends soll Waffenstillstand für das ganze Reich geschlossen worden sein. Somit wäre es möglich: Sechs Jahre Krieg sind beendet. Heute ziehen Reste des deutschen Heeres in langen Kolonnen durch Lichtenberg, Gefangene der Russen. Wer das einst so übermütige Heer so verelendet zurückkommen sieht, schaudert. Es ist nicht erlaubt, sich den Soldaten zu nähern, ihnen etwas zuzustecken, falls man etwas zum Zustecken hätte. Langsam richten sich die Überlebenden Berlins auf. Noch sitzen wir in Lichtenberg wie unter einer Glocke. Ohne Radio, ohne Zeitung, ohne Uhren, ohne Verkehrsmittel, ohne Licht, Gas und Elektrizität, vor allem ohne Wasser. Nahrungsmittel-Zuteilung hat seit dem 21. April nicht mehr stattgefunden. In der Nacht zum 30./31. April hat die Stadt so schweren Beschuss bekommen, dass ich wieder Herzschmerzen bekam. In dieser Nacht wird der Stadtkern wohl genommen worden sein. Kriegsende! Nicht zu fassen. Keine Sirene wird mehr heulen, keine Bomben können mehr fallen, und man wird sich langsam daran gewöhnen, wieder ausgezogen ins Bett zu gehen. Die Menschen sind, abgeordnet, dabei, den Schutt von den Bürgersteigen zu räumen, Stein auf Stein zu schichten. Ein leises Aufatmen macht sich bemerkbar. Weitere Arbeit auf der Kartenstelle. Keine Zeit, nach den blühenden Tulpen in den Gärtchen zu sehen. Es wäre auch nicht ratsam. Ich zähle die Tage, bis Gottfried eintreffen wird. —————————— 3. Mai 1945 Eine Freude zu sehen, wie die Straßen passierbar werden und wieder Ordnung waltet. Ich habe einen neuen Posten angenommen, die Leitung der Säuglingsfürsorge im Gesundheitsamt Lichtenberg. Ich will oben bleiben. Wer jetzt nach unten abrutscht, ist verloren. Die Kampftruppen ziehen in langen Karawanen ab. Zum Teil werden sie von Ordnungstruppen zu den Güterwagen geleitet, letztere wohnlich gemacht mit Beutemöbeln. Schwere Panzer und Geschütze rollen aus der Stadt. Es wird wohl nur eine nicht zu große Besatzungstruppe hier bleiben. Doch niemand weiß, wie alles geregelt werden wird. Anscheinend wird man deutschen Behörden die Verwaltung übertragen, und diese werden nach russischen Richtlinien verfahren. Auf jeden Fall wird Berlin russisch, der schwierigen Sprache wegen unangenehm. —————————— 4. Mai 1945 Neuer Wohnungs-Zuwachs. Freunde aus dem Stadtteil Karlshorst, der für russisches Personal geräumt werden muss. Nachdem es schien, als käme etwas Ruhe auf, nun diese neue Katastrophe. Tausende obdachlos. Ich habe einer Freundin beim Umzug aus Karlshorst geholfen. Jeder durfte mitnehmen, was er per Handwagen befördern konnte. Zu Fuß nach Karlshorst und zurück. Wagenkolonne an Wagenkolonne, unvorstellbare Massen des Siegerheeres. Dazwischen die Flüchtlingszüge. —————————— 5. Mai 1945 Jeden Morgen, wenn ich aufwache, muss ich mich erst mühsam daran gewöhnen, dass draußen eine fremde Welt lauert, dass überall, wohin ich meine Schritt lenke, Russen und nochmals Russen sind. Dass alles geschehen muss, was die Sieger wollen. Jetzt fühlt erst jeder, was ein verlorener Krieg bedeutet. Es war leider nur ein Gerücht, dass der Waffenstillstand für ganz Deutschland geschlossen worden sein sollte. Noch wird in einzelnen Teilen Deutschlands gekämpft. Speer ist nach Dänemark geflüchtet, heißt es. Feige Bande. —————————— 7. Mai 1945 Hitler ist fort. Das ist ein gutes Gefühl. Aber aufatmen kann man leider nicht. Das Elend ist zu groß und schwer. Alle Existenzen sind zusammengebrochen, jeder steht vor dem Nichts, niemand weiß, was bevorsteht. Ab heute werden Lebensmittelkarten in russischer und deutscher Sprache ausgegeben. Es gibt für Erwachsene pro Tag etwas Brot, Kartoffeln, Ersatzkaffee, Salz. Kein Fett. Was noch da war, wurde von den Bewohnern geplündert. Das große Hungern folgt nun dem sechsjährigen Teilhunger unter Hitler. Die ersten Ruhrfälle treten auf. In meinem Amt spielen sich unerträgliche Szenen ab. Menschen, die ohne Insulin sterben müssen. 70 Prozent der genommenen Frauen sind angesteckt. Noch immer gibt es kein Leitungswasser. Die nächste Pumpe befindet sich auf dem Lichtenberger Zentralfriedhof, auf dem die Russen biwakieren. Man brachte mir ein Findelkind ins Amt, zirka sieben Jahre alt, mit Würgemalen am Hals und durchschnittenen Pulsadern. Der Vater hat die Familie getötet, nur dieses Kind ist am Leben geblieben. Ein anderes Kind hat eine wollene Pudelmütze auf dem Kopf. Der Eiter quillt darunter hervor. Sie abzuweichen kostet Überwindung. Im Lichtenberger Krankenhaus liegen Russen und Deutsche durcheinander. Ärzte operieren Tag und Nacht. Tote werden auf dem Gelände begraben. Der Flieder blüht. Es lockt die Natur. Aber überall sind Russen. Ein Gerücht geht um, dass westliche alliierte Truppen einziehen sollen, ein regelrechtes Besatzungsheer. —————————— 8. Mai 1945 Bedingungslose Kapitulation in Reims Das hätte vor einem Jahr vielleicht noch einiges retten können. Jetzt ist es zu spät. Gestern feierten die Russen den Frieden mit großem Feuerwerk aus Munition. Als das Schießen begann, bekam fast jeder einen Nervenschock, neues Unheil erwartend. In Hast packten wir einige Sachen, darauf gefasst, in wenigen Minuten aus dem Hause getrieben zu werden. Wie erlöst wir waren, als wir die Harmlosigkeit des Schießens erkannten. —————————— 12. Mai 1945 Die Zeitrechnung ist verloren gegangen. Uhren gibt es nicht mehr (Uri, Uri). Durch Umfragen orientiert man sich mühsam. Wochen verfliegen wie Stunden. Heißes Sommerwetter. Noch immer kein Leitungswasser. Riesendurst auf ein Glas frischen Wassers, aber jeder Tropfen Wasser vom Friedhof muss mühsam abgekocht werden mit gesuchtem Brennstoff. Die Straßen sind grau von Staub, den Fuhrwerke und straßenfegende Bürger verursachen. Alles was Hände hat, schippt Schutt, der in die Bombentrichter gefüllt wird. Langsam gewöhnt man sich an die Russen und täglichen Hiobsbotschaften. Meißen und Dresden haben nun doch noch die Russen besetzt. Aber das neue Dasein hat auch Freuden. Es schimpft sich wunderbar auf die ehemaligen Nazis. Wer will, kann wieder Jude sein. Die unter dem Nationalsozialismus Verfolgten und Geschädigten werden von den Russen geehrt, Menschenschinder erhalten ihre Strafe. Langsam pendelt sich Gleichgewicht ein. Jeden Tag kann nun Gottfried kommen. Vielleicht wird alles besser, als man erwartete. Ein Hauch der Freiheit weht schon. —————————— 13. Mai 1945 Ein Mai-Sonntag Abends gaben die Lautsprecher eine Erhöhung der Lebensmittelrationen bekannt. Die Russen wollen die Bevölkerung nicht verhungern lassen. Plakate verkünden, Stalin wolle Deutschland leben lassen. —————————— 15. Mai 1945 Nach sechs Jahren ist heute die Verdunklung aufgehoben worden. Es wird endlich Licht. Welche Freude, wenn es noch Schaufenster zu erleuchten gäbe. Aber es gibt nur noch Trümmerhaufen zu beleuchten. Doch man muss dankbar sein, dass die Wohnungen zum Teil wieder Elektrizität haben und aus den Fenstern abends Licht scheint. Es gibt bereits Kino. Ich arbeite jetzt direkt im Krankenhaus. Ein Betrieb, der alle Kräfte erfordert. Wassermangel, Medikamentenmangel, überbelegte Räume, vor allem keine Antibiotika. Nicht genügend Ärzte. Russen biwakieren in Kellern und Gängen. Seuchengefahr. Ich habe ein kleines Radio. Jemand berichtete über Theresienstadt. Das Lager soll in gutem Zustand übernommen worden sein, nun aber sind Ruhr und Fleckfieber ausgebrochen. Vor Erregung streikt mein Magen. Die Menschen können noch nicht zurückkehren. —————————— 18. Mai 1945 Unser 7. Verlobungstag. Sieben Jahre sind bis zur ersehnten Befreiung vom NS-Regime vergangen, die wir damals, 1938, nahe glaubten. Und nun, in letzter Sekunde, tritt im Lager Seuchengefahr ein. Aber ich habe die feste Zuversicht, dass wir uns wiedersehen werden, denn die Fügungen bis zu diesem Tage waren zu wunderbar, um nun in letzter Minute doch noch alles Vorhergegangene hinfällig zu machen. —————————— Pfingsten, 20. Mai 1945 Schon gibt es eine Zeitung, die “Tägliche Rundschau”. Seit gestern gibt es Gas in Neukölln. Der Rundfunksender Berlin sendet täglich um 12 Uhr, 16 Uhr und 20 Uhr deutscher Sommerzeit (.). Ein Magistrat ist eingesetzt. (.) Es ist herrlich, die Zeitungen zu lesen. Die Stunde, auf die ich zwölf Jahre lang gewartet habe, ist da. Die Schandtaten der Nazischurken kommen ans Licht. Die Zustände in den Konzentrationslagern werden aufgedeckt, die Schuldigen gefasst. Das Unglück lastet schwer auf den Menschen, aber dafür hat die Freiheit gesiegt. Die Leiden müssen ohne Klagen ertragen werden. Noch lastet der Nazidruck über allem. Ich fühle mich wie ein Sträfling, der lange in Ketten lag und dem sie abgenommen wurden. Was jetzt getan wird, ist nicht mehr sinnlos, alles dient dem Aufbau. Von Stalin aus geschieht alles, um zu zeigen, dass Rußland nicht hasst. Berlin darf sich selbst verwalten. Allerdings ist es weit von oben nach unten, und viel geht auf diesem Weg verloren. Der von oben gewollte Aufbau ist schwer möglich, weil von unten entgegengesetzte Kräfte noch wirken. Aber das Prinzip ist doch wenigstens da. Und das ist schon viel. Pfingsten! Die Sonne scheint, aber es ist kühl und recht windig. Das tröstet mich etwas darüber hinweg, dass ich nicht mit dem Boot aufs Wasser kann. Der Sommer ist verloren, genauso wie der vergangene. In der Nacht habe ich von meinem Boot geträumt. Mein armer Bruder Karl. Wie mag es ihm ergehen. Gefangen? Tot? Wenn man darüber nachdenkt, ist es zum Verrücktwerden. Er war so kriegsmüde und sehnte sich so sehr nach uns. Keine Aussicht für ihn, in absehbarer Zeit, falls am Leben, von uns auch nur zu hören. Es ist so grausam: Um die Jugend betrogen, gemartert. Wenn er doch Fahnenflucht riskiert hätte. Warum vergelten die Sieger nach all dem Elend in dieser Weise? Warum lassen sie die Unschuldigen, die Kinder-Soldaten, nicht heim zu Müttern, Schwestern, Bräuten? Warum geht die Quälerei weiter, immer weiter? Alle sind des Elends müde, aber niemand ist großzügig und edel, außer, wie es aussieht, Stalin mit den Berlinern. Für das, was nebenbei geschieht, kann er nicht. (.) —————————— Pfingstmontag, 21. Mai 1945 Mein Pfingstvergnügen ist es, nicht früh aufstehen zu müssen, in meinem eigenen Bett und in meinem Zimmer allein zu sein. Doch es ist eine wahre Strafe, im Osten Berlins, gerade an der Ausfallstraße nach Osten zu wohnen, auf der der Verkehr ununterbrochen flutet. In westlichen Stadtteilen soll es friedensmäßig ruhig sein. Meine Tätigkeit im Gesundheitsamt Berlin-Lichtenberg befriedigt mich. Ich kann den ganzen Tag Rat und Trost für Hilfesuchende geben. Die Krankenhaus-Atmosphäre ist mir ja vertraut. Zauberberg. Ich kann jetzt schon schwere Wunden ohne Ekel sehen, nur Blutgeruch ist mir noch zuwider. Ja, ich bin vom Gesundheitsamt ins Krankenhaus direkt übersiedelt. Die langen sauberen Krankenhausgänge, die blitzenden Instrumente, die Ärzte und Schwestern sehe ich mit Behagen. Ich bin völlig in meinem Element. Dabei vergeht die Zeit schnell, und bald werde ich wissen, ob Gottfried kommt oder untergegangen ist. Ich habe das feste Gefühl, dass er lebt und bald bei mir sein wird. Die Währung bleibt zunächst bestehen. Ab 22. Mai soll innerhalb Berlins die Post verkehren. Die Alliierte Kommission hat ihren Sitz in Leipzig und nicht in Berlin genommen. —————————— 24. Mai 1945 Jeder Tag des Wartens auf Gottfried ist eine Ewigkeit. Jeder Tag seines Fortbleibens bedeutet Zeitverlust für ihn und mich. Die guten Arbeitsgebiete werden jetzt schon besetzt. Wenn er zu spät kommt, hat er schlechtere Möglichkeiten. Ich kann nicht für ihn disponieren, ohne seine Pläne zu hören. Am liebsten holte ich ihn ab (von Theresienstadt), aber es gibt ja keine Züge. Dass ich Hitler überleben durfte ist ein Geschenk. Unzähligen Braven ist es nicht vergönnt, den Untergang der dreimal verfluchten Satansbrut mitzuerleben. Himmler hat sich mit Zyankali vergiftet. Bandit auf Bandit wird gefangen. Göring soll hängen. Von Natur aus bin ich sozial und human veranlagt. Aber hier ist mir jede Strafe noch zu milde. Die Weltfriedenskonferenz in San Francisco tagt. Das Schicksal der kommenden Generationen hängt von den Beschlüssen ab. Wie werden sich Amerikaner und Russen einigen, ist die bange Frage. Ein neuer Krieg wäre nicht mehr zu ertragen. Aber ich hoffe, dass alle Gerüchte, etwas gehe schief, falsch sind und sich alles zum Guten regeln wird. Das Chaos hat sich ausgetobt. Die Welt hat Sehnsucht nach Ordnung, Frieden, Vernunft, Freiheit, Gerechtigkeit, Schönheit, Frohsinn. Die Jugend verlangt ihr Recht. Rußland steht eine große Zukunft bevor, Stalin ist ein weiser Staatsmann. Ganz Europa wird schwere, aber schöne Jahre vor sich haben. Rußland wird die deutsche Kultur hungrig und willig aufnehmen. Wenn alles so weiterläuft, wie Stalin es will (Zeitungen, Presse), so wird all das Grauenvolle bald wie ein böser Traum hinter uns liegen. Wozu die zwölf Jahre Hitler? Offensichtlich, um Platz für Rußland und den wahren Sozialismus, für die neue Wirtschaftsform zu schaffen. —————————— 25. Mai 1945 Das Gefühl der Unsicherheit ist doch noch recht groß. Man weiß ja nie, welche Entschlüsse noch gefasst werden. Unsichere Elemente gefährden Unschuldige. Noch immer kann ein verrückter Nazi irgendwo Unheil anrichten. Wohnungsräumung kann plötzlich befohlen werden oder wer weiß was noch. —————————— 27. Mai 1945 Wäre die Welt so voller Philosophie, wie sie voll ist von Politik. Wenn ich die Nachrichten höre, suche ich die Vernunft in der Welt. Wie kompliziert ist alles, wo es so einfach sein könnte. Armes Europa. Das Wirtschaftssystem will sich den Erfordernissen der Welt absolut nicht anpassen. Es ist beinahe hoffnungslos, das von Hitler angerichtete Chaos zu ordnen. Das Ganze macht müde. Hunger, Hunger und nochmals Hunger steht bevor. Am 14. Mai meldete das Radio die Seuche in Theresienstadt. Drei bis vier Wochen Quarantäne wenigstens, das wäre bis zum 17. Juni, dann noch 14 Tage bis drei Wochen Weg. Es kann Mitte Juli werden, bis ich Gewissheit habe, ob Gottfried lebt. —————————— 30. Mai 1945 An manchen Tagen überkommt mich solche Hoffnungslosigkeit, dass ich sterben möchte. An der Oberfläche sieht es aus, als beginne das normale Leben wieder zu pulsen. Aber sieht man in die Tiefe, so hockt dort der Tod. Jeden Tag muss ich mir Mut machen und gegen Depressionen kämpfen. Es ist eine wahre Russenpsychose. Die Welt ist völlig verroht und verkommen. Aus Mitleid und aus Liebe zur französischen Sprache habe ich drei französische Kriegsgefangene, die sich krank stellten, für eine Nacht aufgenommen. Dafür haben sie uns bestohlen, unsere letzten Essensvorräte sind aus dem Ofenloch verschwunden. Gastfreundschaft belohnt mit Diebstahl. So etwas erschüttert mehr als eine große Katastrophe. Es waren ganz junge Menschen, die schon so schlecht waren. Meine Großmutter, schwer krank, ist während der Kampftage in ihrem Bett mit dem ganzen Haus in der Schillerstraße verbrannt. Sie brauchte nicht ohne Sarg zu verwesen und bekam ihre gewünschte Feuerbestattung. Särge gibt es schon lange nicht mehr. Die in Tücher gewickelten Toten, manche in Kisten vernagelt, kommen in Massengräber. Aller Kult ist dahin. Alle wichtigen Medikamente gibt es nicht mehr. Die weniger wichtigen gehen rapide zur Neige. Maschinen und Grundstoffe zur Herstellung fehlen. In kurzer Frist werden alle Apotheken schließen müssen, wenn nicht unvorhergesehene Hilfe kommt. Die Alten und Kranken sind in einem so schlechten Ernährungszustand, dass alle dem Tod geweiht sein dürften. Ich sitze im Gesundheitsamt und muss verzweifelte Hilfesuchende fortschicken. Meine Kraft schwindet. Die Ernährung ist nicht ausreichend. Seit Jahren schon ernähren wir uns ja nur vom Nötigsten. Hunger, Hunger, Hunger. Kartoffeln und Brot, oder was man so nennt, füllt wohl den Magen, aber Nerven und vor allem das Gehirn bleiben hungrig.(.) Die Welt nimmt jetzt Rache an Deutschland. Die Rache gebiert neue Rache. Wie soll es jemals Frieden auf der Erde geben. Wie können die Menschen gut gemacht werden? Wie können sie zu friedlichen, vernunftvollen, disziplinierten Wesen erzogen werden? Es muss einst gelingen.

Weiter lesen:

http://www.berliner-zeitung.de/archiv/das-berliner-tagebuch-der-marta-mierendorff-ueber-die-zeit–als-der-krieg-zu-ende-ging–ein-dokument-des-ueberlebens-und-des-weiterlebens-deutscher-fruehling-1945,10810590,10282352.html

Der Tag, der Kriegsende und Befreiung markiert

Günter Lucks, Hitlerjunge im Volkssturm

Günter Lucks, 87 Jahre, geboren in Hamburg, verlor bei der „Operation Gomorrha“, den alliierten Luftangriffen auf die Hansestadt, seinen Bruder. Im Alter von 16 Jahren meldet sich Lucks aus Pflichtgefühl wenige Monate vor Kriegsende zum Volkssturm – auch aus Opposition zum kommunistischen Elternhaus. Der Hitlerjunge will unbedingt noch für Führer und Vaterland in den Krieg ziehen. Die NSDAP hat im Oktober 1944 alle Männer zwischen 16 und 60 zur Waffe gerufen.

Ende 1944 wird Lucks in einem Schnelllehrgang der Wehrmacht militärisch ausgebildet. Nach der Ausbildung an der Waffe werden alle Jugendlichen seiner Gruppe der berüchtigten Waffen-SS zugeteilt. Im April zieht sein Bataillon an die Front nördlich von Wien, um die Rote Armee zu stoppen.

Zusammen mit dem Journalisten Harald Stutte schreibt Lucks zwei Bücher: „Ich war Hitlers letztes Aufgebot“ und „Hitlers vergessene Kinderarmee“. Der Rentner ist heute gefragter Zeitzeuge in Schulen. Seine Botschaft an die Jugend: Lasst euch von keiner Ideologie verführen! Die direkte Gefahr eines neuen Krieges in Europa sieht er aber nicht. Günter Lucks lebt heute mit seiner Ehefrau in Hamburg-Horn.

Ursula Ziebarth, Schriftstellerin

Ursula Ziebarth, 93 Jahre, geboren in Berlin. Sie erlebt den Kampf um die Hauptstadt.  Im Frühjahr 1945 wird das Haus der Ziebarths von einer Bombe getroffen.

Ursula sitzt zum Zeitpunkt des Angriffs in einem Seminar in der Universität. Ihr Stiefvater überlebt unter besonderen Umständen: Er ist einer der wenigen Juden, die den Krieg in Berlin überstehen. Er hält sich in der Wohnung versteckt – bei Fliegeralarm jedoch kann er nicht in den Keller des Hauses, man hätte ihn dort erkannt. Deshalb flüchtet er in einen U-Bahn-Schacht. Dieser Umstand rettet ihm das Leben.

Beiden bleibt nach den Bomben fast nichts. Doch die Trümmer müssen weggeräumt werden. Vor allem die Frauen verrichten diese Arbeit. Gleichzeitig sind sie immer in Gefahr, von Soldaten vergewaltigt zu werden. Ursula Ziebarth kommt einmal in eine solche Situation: Es ist der 8. Mai 1945. Das Taschentuch des Soldaten hebt sie immer noch auf.

Ist der 8. Mai 1945 für sie ein Tag der Befreiung? „Ich habe schon an Befreiung gedacht – also, dass es Gott sei Dank vorüber ist. Aber meine Mutter war tot, meine Großmutter – da war mir nicht so nach Befreiung.“

Erst im Spätsommer beginnt für Ursula Ziebarth eine neue Zeit: In einem der ersten Konzerte der Berliner Philharmoniker – damals im Titania Palast.

Nach dem Krieg kümmert sich Ursula Ziebarth vor allem um ihren Stiefvater. Er wird später wieder heiraten und in Berlin bleiben. Auch sie bleibt in der Stadt – bis heute. Sie hofft, dass es in Europa nie wieder Krieg geben wird.

Weiter lesen:

http://webstory.zdf.de/befreiung-1945/

8. Mai 1945 – Befreiung oder Besatzung?Video:

Zeitzeugen erinnern sich – Video:

http://www.derwesten.de/video/70-jahre-nach-kriegsende-zeitzeugen-erinnern-sich-id10645665.html?doply=true

Das Kriegsende aus erster Hand – Audio:

http://www.srf.ch/play/radio/popupaudioplayer?id=4967b9e9-0672-4dc0-8833-9b05c69b7ac9#t=17

Der letzte Ausweg

Im April 1945 begleiteten die amerikanischen Fotografen Lee Miller, Margaret Bourke-White und Robert Capa Soldaten der US-Armee ins Leipziger Rathaus. Dort lagen die Leichen des nationalsozialistischen Stadtkämmerers Kurt Lisso, seiner Frau und seiner Tochter, die sich mit Zyanid vergiftet hatten. Die Bilder von den toten Lissos gehören zu den Ikonen der Kriegsfotografie. Sie stehen aber auch symbolisch für eine oft vergessene Begleiterscheinung des Kriegsendes in Deutschland: für die beispiellose Selbstmordwelle, während derer sich im Frühjahr 1945 nicht nur Hitler selbst und Eva Braun, sondern auch viele weitere NS-Funktionäre und Tausende gewöhnliche Deutsche umbrachten.

Auf den ersten Blick ist es naheliegend, die vielen Suizide als Folge des Führerkults, der jahrelang beschworenen “Volksgemeinschaft” und des verherrlichten Kampfes “bis zum letzten Blutstropfen” zu interpretieren. Und tatsächlich herrschte in den letzten Monaten des NS-Regimes eine regelrechte Weltuntergangsstimmung. Dennoch lassen sich bei Weitem nicht alle Suizide unmittelbar auf den Einfluss der NS-Ideologie zurückführen.

Hitlers Selbstmord, der im Radio und in den Zeitungen selbstverständlich als Heldentod und nicht als Suizid gemeldet wurde, und die Selbsttötungen nationalsozialistischer Funktionäre hingen direkt mit der Herrschaftsstruktur des NS-Staates zusammen: Dieser bestand aus unzähligen Partei- und Staatsinstitutionen, die um die Macht buhlten. Zusammengehalten wurde er durch Hitler als charismatische Führerfigur, dem die verschiedenen Institutionen zuarbeiteten. Ohne Hitler war das “Dritte Reich” unvorstellbar – anders als in der Sowjetunion, die auch nach dem Tod Stalins 1953 fortbestand, war für viele Nationalsozialisten ein Leben ohne Hitler schlicht unmöglich. Einige töteten sich, unmittelbar nachdem sie die Nachricht vom Tod ihres “Führers” gehört hatten.

In der Wehrmacht kam es ebenfalls in großem Umfang zu Selbstmorden – was verständlich ist, wenn man bedenkt, in welchem Ausmaß sich die Armee an den nationalsozialistischen Verbrechen beteiligt hat. Viele Offiziere zogen der Niederlage den Freitod vor, den die Nationalsozialisten während der letzten Kriegsmonate als heroischen Soldatentod verherrlichten. Da ein deutscher Sieg unmöglich geworden war, glaubten viele Funktionäre, dass nun zumindest die Niederlage total sein müsse, wie der Historiker Tim Mason treffend feststellte. Die Furcht vor Bestrafung durch die Alliierten und der Wunsch, Herr über Leib und Leben zu bleiben und einem neuen 1918 zu entgehen – einer deutschen Niederlage mit anschließender Revolution –, waren weitere Motive, sich das Leben zu nehmen.

Doch nicht nur Soldaten, auch überdurchschnittlich viele Zivilisten begingen 1945 Selbstmord. Niemals nahmen sich in Deutschland mehr Menschen das Leben als im April 1945 im zerbombten Berlin: 3.881 waren es in diesem Monat vor der Kapitulation, mehrere Hundert jeden Tag. Zwar sind solche Statistiken nur bedingt aussagekräftig – man darf nicht vergessen, dass damals ein administratives Chaos herrschte –, der Ausschlag nach oben aber ist signifikant: Es wurden 1945 fünfmal mehr Selbstmorde verzeichnet als in den Jahren zuvor.

Welche Gründe im Einzelfall den Ausschlag gaben, ist schwierig zu erforschen. Hinweise liefern die Akten der Berliner Kriminalpolizei und die dort archivierten Abschiedsbriefe. So fanden Polizisten am 1. April 1945 eine 53-jährige Frau in Wittenberge tot auf; sie hatte sich vergiftet. Als Ursache notierten die Beamten lakonisch: “Schwermut, bedingt durch die heutigen Verhältnisse”. Doch sind solche Aussagen mit Vorsicht zu genießen: Die meisten Polizeiakten heben Suizidmotive wie “die Russen”, “die heutigen Verhältnisse” oder “den Krieg” hervor. Die in der Kriminalpolizei tief verankerten nationalsozialistischen Normvorstellungen schwingen in solchen Erklärungen zumindest mit.

Ähnliches gilt für die Abschiedsbriefe. Unklar bleibt dabei, ob die Betroffenen sich wirklich aus diesen Motiven das Leben nahmen – oder ob sie einfach glaubten, dass ihre Angehörigen Motive wie diese am besten würden verstehen können.

Nicht zu unterschätzen ist aber sicherlich – neben der allgemeinen Nervosität und den weitverbreiteten Depressionen – die Angst vor der Roten Armee. Die nationalsozialistische Propaganda hatte ein rassistisches Schreckensbild von den sowjetischen Soldaten gezeichnet, um die Deutschen zum Weiterkämpfen zu bewegen. Viele Frauen trugen gegen Kriegsende Zyankalikapseln oder Rasierklingen bei sich, um sich im Notfall das Leben nehmen zu können. Nach dem Konzert der Berliner Philharmoniker im April 1945 sollen Hitlerjungen Zyankalikapseln an die Besucher verteilt haben.

Ob solche Berichte stimmen, ist schwer zu belegen. Fest steht: Der Vormarsch der Roten Armee und die Abertausenden von Rotarmisten verübten Vergewaltigungen gingen mit einer auffällig hohen Selbstmordrate unter Frauen in den betroffenen Gebieten einher, etwa in Ostpreußen, Pommern und Schlesien – und das, schon bevor Hitler, Goebbels und einige andere hohe NS-Funktionäre im April und Mai 1945 Selbstmord begingen.

Eine Selbstmordwelle gab es allerdings, was oft übersehen wird, auch unter den noch in Deutschland lebenden verfolgten Minderheiten. Denn obgleich die NS-“Volksgemeinschaft” allmählich auseinanderzubrechen begann: Die mit ihr einhergehende brutale rassistische Ausgrenzung ging bis zum Ende des Krieges weiter. So erhielten etwa die wenigen in Deutschland verbliebenen Juden, vor allem wenn sie in sogenannten “privilegierten Mischehen” lebten, noch im Frühjahr 1945 den Deportationsbefehl. Etliche von ihnen nahmen sich das Leben.

Die meisten Deutschen, die 1945 Selbstmord verübten, erlebten das Kriegsende als einen Zusammenbruch jeglicher Ordnung. Zuvor hatte das NS-Regime ihr Leben strukturiert und ideologisiert. Politik, Krieg und Alltag waren auf eine Weise verknüpft gewesen, die jede Zukunftsperspektive unmöglich erscheinen ließ, als sich zeigte, wie selbstzerstörerisch der 1939 begonnene Eroberungs- und Vernichtungskrieg war.

m Frühjahr 1945, als die nationalsozialistische Kriegsgesellschaft kollabierte, wurde die Selbsttötung daher unter dem Schock der unabwendbaren Niederlage für kurze Zeit akzeptabel; das Suizidtabu fiel. Der katholische Psychiater Erich Menninger-Lerchenthal empörte sich zwar rückblickend über die Selbstmorde, doch schrieb er 1947 zutreffend, dass sie “durch das Miterleben einer schweren politischen Niederlage und durch die Angst der zu gewärtigenden Verantwortung verursacht worden” seien. Nach der Kapitulation im Mai 1945 ebbte die Selbstmordwelle dann schnell ab – das Suizidtabu griff wieder. Die Hinterbliebenen aber hatten oft noch jahrelang damit zu kämpfen, dass über die Selbstmorde ihrer Angehörigen nicht offen gesprochen werden konnte.

Quelle:

http://www.zeit.de/zeit-geschichte/2015/01/suizid-hitler-volksgemeinschaft-ns-ideologie

Die Tragödie von Demmin – Video:

http://www.daserste.de/information/wissen-kultur/ttt/videos/die-tragoedie-von-demmin-1945-102.html

Die Sonne scheint, es ist Frühling

Am 4. Mai trat Ilse Antz aus dem Keller ihres Hauses in Wilmersdorf und erblickte zum ersten Mal seit dem 24. April wieder das Tageslicht. Es war still in den Straßen. „Zuerst sah ich in der ungewohnten Helligkeit nichts als schwarze Kreise vor den Augen“, berichtet sie. „Dann schaute ich mich um. Die Sonne schien, es war Frühling geworden. Die Bäume blühten, die Luft war mild. Selbst diese gepeinigte, sterbende Stadt wurde von der Natur wieder zum Leben erweckt. Als ich zum Park hinübersah, konnte ich nicht mehr an mich halten. Zum ersten Mal, seit alles begonnen hatte, weinte ich.“ Cornelius Ryan

Dienstag, 8. Mai 1945. „Radeln wir zur Kommandantur“, schlägt Andrik vor. „Mal sehen, was dort los ist.“ Wir radeln nicht lange. An der nächsten Ecke winken drei russische Soldaten. Springen uns quer über den Weg, als wir Miene machen, vorüberzufahren. „Maschina, Maschina!“, sagen sie und lockern ihre Pistolen. Ein kurzes Hin und Her, dann wandern wir zu Fuß weiter. Auf der Kommandantur herrscht Ferienstimmung. Heute sei Feiertag, bedeutet uns ein schläfriger Posten. Seit zwölf Uhr mittags. Wegen Waffenstillstand. – Waffenstillstand! Plötzlich überkommt uns der ganze Jubel des Befreitseins. Frei von Bomben! Frei von Verdunklung! Frei von Gestapo! Am Abend feiern wir. Feiern mit allem, was wir besitzen. Pax nobiscum! Ruth Andreas-Friedrich

Am dritten Tag lieferten uns die Polen, in deren Gefangenschaft wir waren, an die Russen aus. Dann gingen die Märsche los, eine Woche lang, jeden Tag 30 km mit fürchterlichem Fraß. Bis Biesenthal kamen wir. Wir hatten in Kirchen geschlafen, Gräben, Scheunen und weiß der Himmel, wo überall. Dauernd rückten welche aus, für die dann wiederum mehrere erschossen wurden. Also in B-thal endlich eines Abends um 10 Uhr im Hauptlager gelandet, erklärte der Kommandant, ich müsste als Frau schleunigst verschwinden. Ich versteckte mich erst einmal drei Tage im Ort bei dort etwas freier arbeitenden Kriegsgefangenen, denn ich hatte keine Papiere bei mir. Dann latschte ich munter in zwei Tagen gen Berlin. Ich latschte nach Wilmersdorf, und siehe da, das liebe Vaterherz war strahlend und noch nicht unterernährt in alter Stätte. Hildegard Knef

Verteilung von Rotkreuzpaketen. Es ist kaum zu glauben, dass ein paar schimmernde kleine Dosen mit Fleischpastete und Sardinen fast einen Aufstand im Lager auslösen können, dass Teesäcke, Kaffeedosen und mit Vitaminen angereicherte Schokoladeriegel Menschen beinahe zum Wahnsinn treiben. Aber so ist es. Dies ist ebenso Teil der Zerstörung Europas wie die ausgemergelten Ruinen Frankfurts. Nur sind dies die Ruinen der menschlichen Seele. Ihr Anblick ist tausendmal schmerzhafter. Kathryn Hulme

Und stell Dir vor, was wird später aus unseren Soldaten, die zu Dutzenden über eine Frau herfielen? Die Schulmädchen vergewaltigten, alte Frauen ermordeten? Sie kommen zurück in unsere Städte, zu unseren Mädchen. Das ist schlimmer als jede Schande. Das sind Hunderttausende von Verbrechern, künftigen Verbrechern, grausame und dreiste mit den Ansprüchen von Helden. Lew Kopelew

Das, was man früher unter Dresden verstand, existiert nicht mehr. Man geht hindurch, als liefe man im Traum durch Sodom und Gomorra. Durch den Traum fahren mitunter klingelnde Straßenbahnen. In dieser Steinwüste hat kein Mensch etwas zu suchen, er muss sie höchstens durchqueren. Von einem Ufer des Lebens zum anderen. Vom Nürnberger Platz weit hinter dem Hauptbahnhof bis zum Albertplatz in der Neustadt steht kein Haus mehr. Das ist ein Fußmarsch von etwa vierzig Minuten. Wie von einem Zyklon an Land geschleuderte Wracks riesenhafter Dampfer liegen zerborstene Kirchen umher. Erich Kästner

Was sich in dem Gefangenenlager abspielt, ist sagenhaft. Außer Tauschhandel, Diebstahl, Wucher, Hurerei und Mord und Totschlag sagen erwachsene Männer Gedichte auf, gehen von Baracke zu Baracke, lesen aus der Bibel vor und zanken sich um die letzte Kelle Sauerkohl. Tabak ist das Wichtigste. Noch wichtiger als ficken. Die Männer stürzen sich wie von Sinnen auf die Mülltonnen und schlagen sich blutig um die weggeschütteten Teeblätter. Das Zeug wird dann getrocknet, und mit Zeitungspapier, das wir manchmal zum Arschabwischen haben, werden daraus Zigaretten gedreht. Klaus Kinski

Die Junihitze liegt über Berlin und erwärmt die zahlreichen frischen Gräber. Vom Landwehrkanal weht eine so unerträglich nach Tod riechende Wolke herüber, dass sich die Passanten unwillkürlich Taschentücher vor die Nase halten. Die Angst vor Seuchen geht um. Die noch intakten Krankenhäuser sind bereits mit Ruhr- und Typhuskranken überfüllt. Jetzt sollen auf Befehl der Behörden alle provisorisch beerdigten Toten wieder ausgegraben und ordnungsgemäß auf Friedhöfen bestattet werden. Tausende von Leichen waren während der letzten Kriegswochen in den Vorgärten, zwischen den Ruinen, in Parks und auf Plätzen vergraben worden. Auf Leiterwagen werden die Leichen auf die Friedhöfe transportiert. Die Menschen blicken weg, wenn so ein Transport an ihnen vorüberzieht. Zur Umbestattung der Kriegstoten werden ehemalige NSDAP-Mitglieder zwangsverpflichtet.

In Köln sind nur wenige Häuser bewohnbar geblieben, insgesamt vielleicht dreihundert, wie man mir sagt. Von einer Straße geht man in die andere mit Häusern, deren Fenster hohl und geschwärzt wirken – wie die offenen Münder verkohlter Leichen. Hinter diesen Fenstern gibt es nichts mehr außer Decken, Möbeln, Teppichfetzen, Büchern; alles zusammen ist in die Keller der Häuser abgestürzt und liegt dort zusammengepresst zu einer feuchten Masse. Stephen Spender

Wir flogen über Berlin, und ich sah die Trümmerwüste. Es sah aus wie das Weltende. Trümmer, Trümmer, Trümmer, Berlin lag in Asche. Billy Wilder

Quelle:

http://www.tagesspiegel.de/kultur/70-jahre-kriegsende-die-sonne-scheint-es-ist-fruehling/11747502.html

Die Stunde Null – Deutschland 1945Video:

Die Stunde Null – Berlin im Sommer 1945 – Video:

Der 8. Mai 1945 – Deutschlands Stunde Null – Video:

Moderne (Deutsche Nachkriegszeit)Video:

Berlin – Ruine 1945 – Metropole 2000 – Video:

Ilse Werner – Das wird ein Frühling ohne Ende – Lied:

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Gute Vorsätze fürs Jahr 2015?

Top Neujahrsvorsätze 2015 der Deutschen

Vor allem beim Großteil der unter 30-Jährigen ist der Wille zur Veränderung und Selbstverbesserung noch ausgesprochen groß (86 Prozent). Lediglich fünf Prozent der Deutschen halten Neujahrsvorsätze für sinnlos, so die repräsentative Umfrage von deals.com.

Neujahrsvorsätze bleiben oft Wunschdenken

Allerdings werden auch nur die Hälfte solcher Vorhaben eingehalten: 45 Prozent der Deutschen geben zu, an ihren Neujahrsvorsätzen meistens oder sogar immer zu scheitern. In den neuen Bundesländern werden die Pläne für das neue Jahr immerhin ein wenig ernster genommen: 62 Prozent sagen dort von sich, dass sie sich meistens an ihre Absichten zum Jahreswechsel halten – jeder Zehnte sogar immer.

Was nimmt sich Deutschland für 2015 vor?

Deutschland macht sich fit: Mehr Sport steht ganz an der Spitze der Vorhaben für 2015 – vor allem jede zweite Frau (49 Prozent) und fast 60 Prozent der unter 30-Jährigen gedenken, im neuen Jahr mehr für ihre Fitness zu tun (insgesamt 44 Prozent). Auf dem zweiten Platz landet für beide Geschlechter die gesündere Ernährung.

Während bei Frauen auf Platz drei mit Gewichtsverlust ein weiterer körperlicher Vorsatz folgt, wollen sich Männer mehr Zeit für Familie und Freunde nehmen. Jeder sechste Deutsche (17 Prozent) will sich zudem beruflich verändern. Und auch in Sachen Liebe suchen die Bundesbürger nach Umgestaltung: Fast jeder Zehnte (neun Prozent) wünscht sich eine neue Beziehung. Immerhin fast jeder fünfte U30-Jährige will weniger Zeit mit PC oder Smartphone im Internet verbringen.

Top Neujahrsvorsätze

  1. Mehr Sport 44%
  2. Gesünder ernähren 39%
  3. Abnehmen 32%
  4. Mehr Zeit für Familie 26%
  5. Mehr Zeit für Liebe/Beziehung 24%
  6. Weiterbilden 24%
  7. Mehr Zeit für Hobbys 23%
  8. Beförderung/Jobwechsel 17%
  9. Weniger Zeit im Internet 12%
  10. Eine neue Beziehung 9%
  11. Mit dem Rauchen aufhören 8%
  12. Weniger Alkohol 7%
  13. Weniger Fernsehen 5%

Quelle:

http://webmagazin.de/social/top-neujahrsvorsaetze-2015-der-deutschen-37744000

Gute Vorsätze für das Neue Jahr 2015: Unsere Top 5

Jedes Jahr im Januar beginnt für etwa 80% der Deutschen ein völlig neues Leben – bewertet an all‘ den guten Vorsätzen, die sie sich vorgenommen haben. Dabei halten sich 75% davon gerade mal eine magere Woche an ihre Vorhaben. Zu stark ist die Macht der Gewohnheit und so verwundert es nicht, dass nächstes Jahr die gleichen guten Vorsätze immer noch ihre Gültigkeit haben. Aber was wünscht ihr euch für das neue Jahr und was macht die Vorsätze so schwer umsetzbar? Wir haben uns einmal umgehört und die Top Vorsätze für das Neue Jahr für euch zusammengestellt.

Top Vorsatz Nr. 5: Weniger Zeit für Smartphones & TV

Wer kennt es nicht, abends nach der Arbeit ruft nur noch das Sofa und der Fernseher. Nebenher hat man auch noch das Handy im Blick. Genau das haben nun etwa ein Fünftel der Deutschen satt und nehmen sich vor, im nächsten Jahr weniger vor dem Fernseher und dem Smartphone zu verbringen. Ein edler Vorsatz, der vor allem in geselliger Runde Anklang finden dürfte. Nichts stört mehr, als Gesprächspartner, die vehement auf das Smartphone gucken und sich in sozialen Netzwerken rumtreiben, während man doch so spannende Geschichten erzählen will. Toller Vorsatz für das kommende Jahr.

Top Vorsatz Nr. 4: Gewicht verlieren

Dieser Vorsatz kommt dem ein oder anderen sicher bekannt vor: Abnehmen. Ganze 34% der Deutschen sind nicht zufrieden mit ihrer Figur und möchten deshalb gerne etwas abspecken. 48% möchten sich gesünder ernähren. Gerade nach den Weihnachtsfeiertagen und einem üppigen Silvester fühlen sich viele unwohl und sagen den überschüssigen Pfunden den Kampf an. Jetzt werden Kalorien gezählt, Kohlenhydrate verbannt, Lebensmittel getrennt und sich eiserne Regeln auferlegt. Wenn wir ehrlich sind, sind diese drastischen Maßnahmen doch meist zum Scheitern verurteilt und nach einigen Tagen oder Wochen – je nachdem wie lange durchgehalten wird – sind die guten Vorsätze dahin und man selbst gefrustet.

Unser Tipp:

Erwarte keine Ergebnisse über Nacht. Auch nicht in den ersten Tagen oder 1-3 Wochen. Was wir uns stetig und leidenschaftlich über Jahre angefuttert haben, kann man nicht in kürzester Zeit verlieren. Wer sich dessen bewusst ist, dass sich die Pfündchen nach und nach angesetzt haben und deshalb auch nur nach und nach mit derselben Stetigkeit wieder verschwinden können, der geht viel realistischer an sein Vorhaben ran. Die Ernährungsgewohnheiten haben dazu geführt, dass die Lieblingsjeans nicht mehr passt. Deshalb gilt es diese umzustellen, aber nicht rigoros einzuschränken oder gar übereifrig auf einen Bruchteil zu reduzieren. Kleine Schritte führen auf lange Sicht zu besseren und nachhaltigeren Erfolgen. Wie wäre es also, vorerst die Kohlenhydrate bei einer Mahlzeit wegzulassen, um sich daran zu gewöhnen? Kalorien können langsam reduziert werden, Zucker weggelassen und auch fettige Speisen durch mehr Gemüse ersetzt werden. Ein Tagebuch über alle Mahlzeiten und Naschereien pro Tag kann ebenfalls die Augen öffnen, wo die versteckten Fallen lauern. So gewöhnt man sich mit der Zeit an neue, gesündere Essgewohnheiten, die dann selbstverständlich werden.

Top Vorsatz Nr.3: Mehr Zeit für mich und meine Liebsten

Jeder Zweite möchte im nächsten Jahr mehr Zeit für sich und seine Liebsten haben. Job und Verpflichtungen spannen so sehr ein, dass man alles um sich herum vergisst. Dir fällt auf Anhieb auch eine Freundin oder ein Freund ein, den Du ja schon längst hättest besuchen wollen? Deine Liebsten sind im letzten Jahr umgezogen, aber Du hattest noch keine Zeit, die neue Wohnung zu besichtigen. Dabei wären sie nur eine Stunde von Dir weg? Zu wenig Zeit, zu viel zu tun – wir kennen alle dieses Problem. Dabei müssten wir uns die Zeit einfach nur nehmen und wenn es nur alle zwei Wochen ist. Die Zeit mit der Familie und den Freunden entspannt, gibt neue Eindrücke und ist ein kurzer Ausflug von Alltag und Pflichten. Den sollte man sich gönnen, auch um soziale Kontakte zu pflegen. Wer sonst lädt einen auf die nächste Silvesterparty ein oder fährt mal gemeinsam in den Urlaub? Mit wem lassen wir es am Festival krachen oder gehen mal ins Kino? Niemand man so etwas gerne alleine, also ran an’s Telefon und gleich alte Bekannte und Freunde anrufen. Eine Neujahresmail oder ein kurzer Anruf, um ein gutes Neues zu wünschen können dabei schon der erste Schritt in die richtige Richtung sein.

Top Vorsatz Nr. 2: Mehr Sport

Ja, das kennen wir. Wer von uns sollte sich nicht doch noch etwas mehr bewegen? Der zweitbeliebteste – oder notwendigste? – Vorsatz der Deutschen ist mehr Sport zu treiben. Mehr als 50% nehmen sich vor, sich im kommenden Jahr mehr zu bewegen. Das klingt ja toll, denn Bewegung hält fit und gesund, gleicht uns aus und setzt Glückshormone frei. Zu Beginn des Jahres ist deshalb gerade der Ansturm auf die Fitnessstudios extrem hoch. Die Umkleiden sind voll und die Geräte besetzt. Auf den ersten Blick scheinen viele ihren Vorsatz in die Tat umzusetzen. Die Mehrheit der Neujahres-Sportler lässt allerdings spätestens gegen Mitte Februar die Zügel wieder schleifen. Dann gibt es wieder mehr als genug freie Plätze an den Geräten und die Fitnesskurse werden wieder spärlicher besucht. Schade, denn gerade wer Sport erfolgreich in seinen Alltag integriert, hat viele Vorteile für seine Gesundheit und sein Gemüt. Keiner erwartet einen gestählten Athletenkörper nach 4 Wochen, aber dennoch kann man bei konsequenten Besuchen im Fitnessstudio, und sei es nur 2 Mal die Woche in einem Zumba-Kurs, deutliche Erfolge verzeichnen. Das ist das Schöne am Sport, finden wir. Wer es durchhält seinen Schweinehund zu bezwingen, der findet sicherlich bald Gefallen an den Erfolgen, einem besseren Körpergefühl, mehr Gelenkigkeit oder einem rassigen Hüftschwung. Sportarten sind vielfältig und bieten für jeden garantiert das richtig: Vom Tanzkurs in der Gruppe über Spinning mit Musik, Yoga, Krafttraining an den Geräten oder ebenfalls in einem Kurs – viele Studios bieten für alles eine Schnupperstunde, um seine Vorlieben auszuloten, bevor man sich an Verträge bindet. Wer kein Geld ausgeben will, der geht eben im Wald joggen, besucht den nächsten Trim-Dich-Pfad oder geht im Park Walken. Auch wenn es am Anfang viel Überwindung kostet und sicher anstrengend ist – so muss das sein. Setz Dir erreichbare Ziele, motiviere Dich mit anderen Sportlern, steigere langsam die Intensität deiner Übungen und erwarte am Anfang keine Höchstleistungen. Dann hältst Du auch ganz sicher durch. Die Ausrede, keine Zeit für regelmäßigen Sport zu haben, lassen wir nicht gelten. Also runter vom Sofa und ab zum Training – No pain, no gain!

Top Vorsatz Nr. 1: Nicht stressen lassen!

Die unangefochtene Nummer 1 aller Vorsätze hat indirekt mit allen vorhergehenden Vorsätzen zu tun. Dieses Problem hält uns von all unseren anderen guten Vorsätzen am meisten ab. Ganze 60% der Deutschen möchten im nächsten Jahr Stress abbauen und vermeiden. Wow! Drei von Fünf Deutschen leidet demnach unter massiven Stress im Alltag, sei es im Job oder im Privatleben. Das klingt alarmierend und gleichzeitig nach einem längst überfälligen Vorsatz. Wer längere Zeit unter hohem Druck und Stress leidet, der kann sowohl psychisch als auch physisch krank werden. Wer davon betroffen ist, muss unbedingt selbst die Notbremse ziehen. Wie man Stress vorbeugt und somit sich selbst schont, dafür haben wir ein paar Tipps für euch:

Unsere Tipps gegen Stress:

Wer sich zu viel aufbürdet oder aufbürden lässt, der muss lernen „Nein“ zu sagen. Ob im Job, im Studium oder im Alltag, das erfüllbare Pensum an Arbeit und Verantwortung muss jeder selbst bestimmen und dafür einstehen können. Wer das nicht kann, steht für einem nicht zu erklimmenden Berg an Arbeit und Aufgaben, die ihn am Ende zur Verzweiflung bringen. Dann dem Chef zu sagen, man könne den Auftrag doch nicht pünktlich oder nur halbwegs gut erfüllen, ist mindestens so unangenehm, wie den Auftrag von vornerein abzulehnen. Lieber kleinere Ziele setzen und sich genügend Zeit lassen, um eventuelle Fehler zu korrigieren. Wir sind alle nur Menschen und nicht perfekt. Wer sich dessen bewusst ist und sich das eingesteht, der arbeitet viel stressfreier und sicher auch viel zufriedener.

Gute Vorsätze für das Jahr 2015: Sich mal nichts vornehmen

Nachdem so viele Vorsätze jedes Jahr wiederkehren und sich das Eingeständnis des Scheiterns ungehörig unangenehm anfühlt, haben wir noch eine Idee: Wie wäre es mal mit einem Jahr ohne Vorsätze? Einfach nur gut in das neue Jahr starten und dann sehen, was kommt? Vielleicht hat man ja im Mai richtig Lust auf Joggen und findet zufällig ein neues Lieblingsrestaurant, das einen auf den Geschmack von richtig gesundem Essen bringt. Wir nehmen uns nicht nur vor, dass wir uns ohne zu zögern etwas gönnen, sondern tun es einfach. Viele gute Dinge ergeben sich aus der Situation und jeder benötigt seinen eigenen Anstoß, um Veränderungen umzusetzen. Sich einem völlig neuen Leben zu verschreiben, nur weil ein neues Jahr anbricht, ist für viele offenbar nicht motivierend genug. Ein neues Lebensabschnitt beginnt dann, wenn Du das möchtest. Du möchtest Gewicht verlieren, das geht auch ohne den Silvesterstartschuss ab sofort oder mitten im Jahr. Es ist immer eine gute Zeit, um sein Leben neu zu strukturieren und das kann jeder individuell. Deshalb starten wir einfach ohne bahnbrechenden Vorsätzen in das neue Jahr, außer, dass es ein gutes werden soll. Komme, was wolle. Wie wäre es auch mal mit Vorsätzen für die nächste Woche oder den nächsten Monat? Kürzere, überschaubarere Zeitspannen mit realistischeren Zielen, könnten helfen Ziele zu erreichen.

Wie steht es um Eure Vorsätze? Welche Ziele habt ihr für das kommende Jahr? Habt ihr euch genau diese Ziele schon einmal gesteckt? Warum seid ihr gescheitert und wie wollt ihr es dieses Mal anders machen? Habt ihr Tipps, um Vorsätze knallhart durchzuziehen? Was motiviert euch? Wir sind gespannt auf eure Wünsche und Vorhaben für 2015, erzählt uns doch davon.

Quelle:

http://www.mydays.de/magazin/lifestyle/gute-vorsaetze-2015/

Gute Vorsätze fürs neue Jahr

So halten Sie durch

Mit Sekt und Silvester kommt für viele Menschen auch ein Motivationsschub: Neues Jahr, neues Glück – auf in die nächste Runde, ein besserer Mensch zu werden. Der Jahreswechsel ist ein beliebter Zeitpunkt, Bilanz zu ziehen und neue Vorhaben anzugehen.Dabei braucht man eigentlich keinen besonderen Anlass, um unliebsame Gewohnheiten auf den Prüfstand zu stellen. Psychologen raten, sich auch während des Jahres häufiger einmal die Zeit zu nehmen, innezuhalten und sein Verhalten zu reflektieren. Schließlich kann man gute Vorsätze nicht nur im Januar beschließen.

Realistische Ziele setzen

Dass die Vorsätze oftmals nicht lange eingehalten werden, hat mehrere Gründe. Zum einen sind die Ziele häufig zu diffus und zu unkonkret. Außerdem stehen Ziele manchmal miteinander im Konflikt. Und drittens: Viele Ziele sind zu hoch gesteckt, zu unrealistisch. Fünf Kilo in einem Monat abzunehmen ist nicht nur sehr ambitioniert, sondern im Zweifel auch gar nicht gesund.Jede Veränderung beginnt mit einer Vision. Ein klares Bild von dem angestrebten Leben gibt die nötige Motivation. Halten Sie alle Erfolge und Rückschläge in einem Tagebuch fest. Meist hilft das Aufschreiben, um sich über unbewusste Handlungen klar zu werden.

Alternativen vorwegnehmen

Oft helfen schon ganz einfache Tricks, die an die Vorsätze erinnern und motivieren. Wer sich vorgenommen hat, häufiger Zahnseide zu benutzen, dem hilft ein Kalender am Spiegel, um den guten Vorsatz in die Tat umzusetzen. Wer nur bei strahlendem Sonnenschein joggt, muss bei Regenwetter dennoch nicht schlapp auf der Couch sitzen. Das Zauberwort heißt „Bewältigungsplanung” – das bedeutet: Hindernisse vorwegnehmen, bevor sie auftauchen. Schönwetterjogger können zum Beispiel eine gepackte Tasche fürs Schwimmbad als Alternative für den Fall bereithalten, dass es in Strömen regnet.Auch für künftige Nichtraucher ist es sinnvoll, sich ein Alternativverhalten anzueignen, das das Rauchen ersetzt. Ob Kaugummi kauen, Zähne putzen, zu gesunden Sachen greifen oder mit Freunden telefonieren – Möglichkeiten gibt es viele. Wichtig ist auch, Risikosituationen vorwegzunehmen und nach Alternativen zu suchen, damit es nicht zum Rückfall kommt.

Mit Spaß dabei

Erfolgserlebnisse dienen als wichtige Motivationsstützen. Loben Sie sich nach dem Joggen selbst, und seien Sie stolz auf die zurückgelegte Strecke. Wenn Sie abnehmen wollen, freuen Sie sich auf Obst und Gemüse, und haben Sie Spaß, dabei Fett zu vermeiden. Gruppendruck kann durchaus hilfreich sein. Erzählen Sie Bekannten und Verwandten, dass Sie mit dem Rauchen aufhören. Wer Sie mit Glimmstängel erwischt, bekommt zehn Euro.Versuchen Sie aber nicht, Ihr ganzes Leben auf einmal umzukrempeln, sondern freuen Sie sich über kleine Erfolge. Zum Beispiel: statt einer Schachtel nur noch zehn Zigaretten pro Tag rauchen – oder nicht gleich zehn Kilo Gewichtsverlust in drei Monaten anstreben. Setzen Sie sich kleine Meilensteine und belohnen Sie sich, wenn Sie diese erreicht haben. Sie haben es geschafft, einen Monat nicht zu rauchen? Dann kaufen Sie sich von dem gesparten Geld etwas Schönes. Nach dem ersten Kilo weniger auf der Waage gönnen Sie sich einen Besuch in der Sauna oder eine Rückenmassage. Übrigens: Manchmal darf man seinem inneren Schweinehund auch mal nachgeben, er sollte nur nicht die Oberhand gewinnen.

Quelle:

http://www.zdf.de/volle-kanne/gute-vorsaetze-fuers-neue-jahr-5212954.html

So funktionieren Vorsätze

Dabei ist das Streben nach Besserem nichts Verwerfliches, im Gegenteil: Man muss sich durchaus ab und an daran erinnern, das Beste aus sich heraus zu holen, um es nicht zu vergessen und um dem Vorbild wieder jenen Rang einzuräumen, den Terminkalender, Trott und Trägheit zwischenzeitlich besetzt halten. Vergessen sollten Sie allerdings alle spontanen Ideen vom Typ Nächstes-Jahr-suche-ich-mir-einen-besseren-Job oder Ich-mache-2010-endlich-Karriere. Bringt nichts! Nach dem selben Muster scheitern auch alle Im-kommenden-Jahr-nehme-ich-zehn-Kilo-ab-Diäten. Und zwar aus zwei Gründen:

  • Wer sich zu viel auf einmal vornimmt, scheitert schneller. Und…
  • Die Vorsätze dürfen nicht aus einer Laune heraus entstehen, sondern realistisch und überschaubar geplant werden. Dabei hilft es, das vergangene Jahr Revue passieren zu lassen, die eigenen Stärken zu erkennen und danach erst zu entscheiden, in was es sich lohnt Zeit, Kraft und Mühe zu investieren.

Sich zu viel auf einmal vorzunehmen, ist ohnehin unklug. Schließlich geht es darum, mit alten Gewohnheiten zu brechen. Die sind anfangs wie Spinnweben und später wie Drahtseile, sagt ein spanisches Sprichwort. Sie abzulegen geht nicht von heute auf morgen. Die Kunst ist, ein großes Ziel, eine Strategie möglichst konkret zu entwerfen, in Etappen zu zerlegen und diese anschließend konsequent und mit aller Kraft zu verfolgen. So weiß man heute aus der Motivationsforschung, dass Menschen mehr Elan zeigen, ein Ziel zu erreichen, je näher sie diesem kommen. Also planen Sie möglichst greifbar und konkret. Im kommenden Jahr weniger zu essen ist übrigens kein konkretes Ziel! Jeden Montag, Mittwoch und Freitag auf den Nachtisch zu verzichten, dagegen schon. Eine gute Hilfe ist zudem, sich die Vorsätze exakt aufzuschreiben. Sonst verzettelt man sich – oder verwirft sie ein paar Tage danach wieder. Apropos Zettel: Wenn Sie sich die Vorsätze notieren, dann am besten so, dass Sie immer wieder darauf stoßen:

  • Ein guter Ort für den Merkzettel „5 Kilo abnehmen!“ ist zum Beispiel die Kühlschranktür.
  • Und das Merkblatt „Der Kunde ist König“ gehört nicht vor die Tür, sondern dahinter, wo der Schreibtisch steht.

Und machen Sie sich nichts vor: Rückschläge werden kommen, keiner ist perfekt! Die US-Psychologen Alan Marlatt und Elizabeth Miller von der Universität von Washington fanden vor einigen Jahren heraus, dass kaum jemand bei seinen Vorsätzen und dem ersten Versuch erfolgreich war, nahezu jeder Fünfte brauchte gar mehr als sechs Anläufe. Mehr noch: Phillippa Lally vom University College in London geht gar davon aus, dass es mindestens zwei Monate, also rund 66 Tage dauert, bis Sie neue (bessere) Gewohnheiten etabliert haben. Und dabei muss man die neue Gewohnheit auch noch täglich praktizieren. Immerhin: Laut Lally ist es nicht schlimm, wenn Sie auch mal einen Tag damit aussetzen – Hauptsache, Sie fangen überhaupt an und bleiben ausdauernd dran. Geben Sie also nicht auf, sondern machen Sie weiter! Denken Sie einfach an das, was Sie bisher erreicht haben – erst recht nach diesem schwierigen Jahr.

Drei Tipps wie Neujahrsvorsätze gelingen

  1. Verbündete suchen. Forscher um Mark Conner vom Institute of Psychological Science an der Universität von Leeds konnten die Effektivität eines zugegebenermaßen nicht allzu spektakulären Tricks nachweisen, um gute Vorsätze zu erfüllen und wünschenswerte Gewohnheiten beizubehalten: Schließen Sie sich dazu mit anderen zusammen – Freunden, Familie, Kollegen. Es ist wie beim Sport oder Fitnesstraining: Alleine rafft man sich nur schwer auf, aber mit einem Partner an der Seite lässt sich auch der stärkste innere Schweinehund besiegen.
  2. Zuversicht üben. Das amerikanische Forscher-Duo Anirban Mukhopadhyay und Gita Johar stellte schon im Jahr 2005 fest, dass es bei den Vorsätzen vor allem auf unseren Erfolgsglauben ankommt. Wer davon überzeugt ist, dass er alte und lästige Gewohnheiten mit genug Willenskraft verändern oder gar ablegen kann, ist ihrer Studie zufolge deutlich erfolgreicher, als jemand, der es nur mal so ausprobiert.
  3. Spaß behalten. Gute Vorsätze müssen immer auch Spaß machen. Sparsamer zu werden, weckt keine Ambitionen. Jeden Monat 100 Euro zur Seite zu legen, um mit dem Gesparten einen Traumurlaub zu finanzieren, schon eher. Jede Veränderung, die Ihnen gelingt, ist ein Schritt vorwärts, für das Sie sich belohnen sollten. Sonst laufen Sie Gefahr, aus Frust und bei ersten Rückschlägen aufzugeben.

Quelle:

http://karrierebibel.de/vorsaetze-einhalten-tricks-fuer-neujahresvorsaetze/

Vote-Auswertung

Neues Jahr, neue Chance

Und, was ist Ihr guter Vorsatz für 2015?

Mehr Sport treiben 2548 22,53%
Meine Partnerin/meinen Partner täglich daran erinnern, dass sie/er mehr Sport treiben soll 442 3,91%
Mehr Zeit mit der Familie verbringen 245 2,17%
Keller aufräumen 355 3,14%
Schluss mit Rauchen! 262 2,32%
Jetzt aber wirklich und in echt und ein für allemal: Schluss! Mit! Rauchen! 300 2,65%
Schwiegermutter besuchen (wenn mal Zeit ist) 39 0,34%
Weniger fernsehen 231 2,04%
Endlich mal ein gutes Buch lesen 273 2,41%
Weniger Fleisch essen (aber mehr Obst und Gemüse) 726 6,42%
Mehr Fleisch essen (und mehr Obst und mehr Gemüse) 347 3,07%
(Ein bisschen) weniger Alkohol trinken 782 6,92%
Jeden Tag ganz viel SPIEGEL ONLINE lesen 637 5,63%
Ein besserer Mensch werden 1039 9,19%
Keine guten Vorsätze mehr machen (klappt eh nie) 3082 27,26%
Gesamtbeteiligung 11308

Quelle:

http://www.spiegel.de/forum/votes/vote-11164.html

Video:

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/2312998/Gute-Vorsaetze-fuer-2015#/beitrag/video/2312998/Gute-Vorsaetze-fuer-2015

Video:

http://www.tvbayern.de/mediathek/video/wie-setze-ich-gute-vorsaetze-in-die-tat-um

Video:

http://www.daserste.de/information/politik-weltgeschehen/morgenmagazin/videos/gute-vorsaetze-2015-so-klappt-s-auch-bei-ihnen-100.html

Video:

http://www.sat1regional.de/panorama-video/article/vorsaetze-fuer-2015-das-will-der-norden-besser-machen-163078.html

Video:

http://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/lokalzeit/lokalzeit-aus-koeln/videogutevorsaetze100_size-L.html?autostart=true

Video:

http://www.augsburg.tv/mediathek/video/gute-vorsaetze-2015/

Video:

http://www.1730live.de/gute-vorsaetze-was-wollen-die-hessen-und-rheinland-pfaelzer-2015-alles-veraendern/

Video:

Video:

Paco, vente pa’ Alemania!!!

Quince cosas que empiezas a hacer cuando vives en Alemania

Alemania es el cuarto país del mundo con más emigrantes españoles. 122.000 personas procedentes de España residen actualmente en el país germano, según datos del Instituto Nacional de Estadística (INE).

Ellos han tenido que hacerse con las costumbres del lugar nada más llegar. Comer y cenar temprano o entender su fascinación ante el mínimo rayo de sol no son las únicas barreras culturales que tuvieron que superar. Ahora sabrán que ser cuadriculado no siempre se traduce en ser eficiente y que a los alemanes les cuesta improvisar, pero cuando son leales lo son hasta límites insospechados. Así apuntan algunas de estas quince rarezas, que tras pasar un tiempo en tierras germanas resultan normales.

1. Jamás das dos besos al saludar. Siempre la mano.

three

2. Bebes cosas raras.

three

Crees que vas a incrementar tu consumo de cerveza y así es, porque es más barata que el agua. Pero también terminas bebiendo líquidos que jamás imaginarías. Algunas de ellas son: apfelschorle (zumo de manzana mezclado con agua con gas), glühwein (vino caliente con especias), Club Mate (refresco altamente excitante inspirado en el Mate argentino que no lleva mate pero sí mucha cafeína y mucha teína), Mezzo Mix (mezclar Coca-Cola con Fanta de naranja sin ser menor está socialmente aceptado) y Bionade (refresco que se suma a la moda de productos BIO. No sabe a nada, pero tiene varios colores).

3. Vas a devolver los cascos de la bebida.

three

Una vez ingeridos todos estos líquidos, regresas al supermercado cargado con las botellas vacías. Esa práctica (Pfand) que en España quedó en los 80 está a la orden del día en Alemania. Es ecológico y económico. Te dan hasta 25 céntimos por botella o lata, que has pagado previamente. En Alemania el índice de reutilización de una botella supera el 90 por ciento. En España no llega al 20.

4. La temperatura en la calle es de cinco grados bajo cero o inferior. Pero no te quedas en casa. Haces botellón si se tercia.

three

5. Emites continuamente un sonido gutural: Genau. Significa “exactamente” en alemán. Se usa para todo.

ja genau

6. Es más normal desnudarse en público que saltarse un semáforo en rojo.

three

La relación de los alemanes con su cuerpo es muy distinta a la de la católica España. Dicen que es una herencia de su pasado comunista, pero lo cierto es que también ocurre en la Alemania occidental.

7. Cuando brindas lo haces mirando a los ojos.

three

Y dices prost. Si es el brindis de tu cena de empresa y sois treinta. Pues también.

8. David Hasselhoff es Dios.

three

Sin ironía. El vigilante de la playa ha vendido siete millones de discos a lo largo de una carrera musical, que tantas risas nos has proporcionado en España. La mayor parte de ellas en el mundo germanoparlante: Alemania, Suiza y Austria. Es entonces cuando dejas de entender el término kitsch con una broma.

9. Tratas de usted a cualquier persona que haya cumplido la edad de hacer la Primera Comunión.

three

10. ¿Qué apostamos? te parece un programa de televisión entretenido.

tom hanks

Es más, lo que ocurre en él te importa. SI cambian al presentador o el día de emisión. La longevidad del programa parece una más de sus pruebas. Wetten, dass… ? se emite desde antes de que en España lo presentara Ana Obregón. Toda celebridad que se precie tiene que acudir a él y humillarse en él, como en España a El Hormiguero.

11. Vas con el perro a todos los lados. El metro, un restaurante, un bar…

three

12 …Vas al bar (con tu perro) a ver Tatort

tatort

Es una serie policiaca (El lugar del crimen) que se emite desde los setenta. Y se ve en grupo. Cada domingo, a las 20.15, nueve millones de personas lo hacen. Los bares utilizan pantallas de proyección que en España solo se ven durante los partidos del Mundial o Eurovisión. Christoph Waltz (Django desencadenado) fue su protagonista durante décadas.

13. Cuando entras en una casa ( a ver Tatort, por ejemplo) te descalzas sin pensártelo dos veces.

paul wolfowitz

14. Contestas al teléfono pronunciando tu apellido. A tu madre también.

three

15. La bicicleta no es un sólo un elemento de ocio.

three

Es un medio de transporte legítimo (con sus multas de circulación incluidas). Ir en traje al trabajo pedaleando es habitual y no resulta para nada poco profesional.

Fuente:

http://www.huffingtonpost.es/2015/01/02/costumbres-alemania_n_5716467.html?utm_hp_ref=spain

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Vídeo (inglés-alemán):

Vídeo (español-alemán):

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Wenn die deutsche Sprache kein Deutsch klingt

Deutsche Sprache – bunte Sprache

Fremdwörter in der eigenen Sprache sind für viele Menschen ein Ärgernis. Dabei hat das Deutsche schon immer neue Wörter aufgenommen. Für Deutschlernende birgt das Chancen und Gefahren zugleich.

Ob „Chaiselongue“, „Macho“ oder „Talkshow“ – fragt man nach einem Begriff im Deutschen, der ursprünglich aus einer anderen Sprache kommt, so fallen wohl fast jedem Muttersprachler auf Anhieb zahlreiche Fremdwörter ein. Wir sind uns darüber bewusst, dass Latein, Griechisch, Französisch die deutsche Sprache geprägt haben, und diskutieren heftig darüber, wie viele Anglizismen die deutsche Sprache noch vertragen kann.

„Keks“, „Semmel“ und „Hängematte“ – wie deutsch ist das Deutsche?

Doch glaubt man Wissenschaftlern wie den Germanistik-Professor/innen Ulrich Ammon und Heike Wiese, dann haben die eigentlichen Fremdwörter eine viel geringere Bedeutung für die deutsche Sprache, als man zunächst vermuten könnte: „Unter Fremdwörtern verstehen wir Ausdrücke wie zum Beispiel Portemonnaie, die nicht an die deutsche Aussprache, Schreibung und Grammatik angepasst sind. Sie machen sicherlich weniger als fünf Prozent aller deutschen Wörter aus“, meint Ammon. Die große Mehrheit unserer Wörter sind dagegen so genannte Erbwörter oder gehören für uns inzwischen so selbstverständlich zur deutschen Sprache, dass wir sie gar nicht mehr als „Fremdkörper“ wahrnehmen. Denn wer ist sich zum Beispiel darüber bewusst, dass unser „Keks“ von den englischen „cakes“ abstammt oder dass das scheinbar so urdeutsche Wort „Semmel“ einen lateinischen Ursprung hat?

Neben den großen und bekannten Sprachen haben auch kleinere und dem deutschen Sprachraum entferntere Idiome wie Inuit-Sprachen oder das haitianische Taino ihre Spuren in der deutschen Sprache hinterlassen. Wer wen wie beeinflusst hat, ist dabei nicht immer einfach nachzuvollziehen, wie Wiese am Beispiel der „Hängematte“ deutlich macht: „Das Wort kommt ursprünglich aus dem Taino, der Sprache der haitianischen Urbevölkerung, ging dann über die Kolonialisierung ins Spanische, weiter in die französische Nachbarsprache und schließlich über das Niederländische ins Frühneuhochdeutsche. Dort wurde dann vor mehreren hundert Jahren aus der niederländischen ‚hangmat’ die deutsche Hängematte.“

Wer bringt neue Wörter in die Sprache?

Es gibt auch Beispiele für Wörter, die von benachteiligten oder sogar ausgestoßenen sozialen Gruppen in die Sprachgemeinschaft hereingetragen wurden: Der Ausdruck „Schlammassel“ wurde etwa von der jüdischen Bevölkerung in Deutschland eingebracht und ist auf einen hebräischen Ursprung zurückzuführen. Und im Ruhrgebiet verwendet man für einen Hammer auch den Ausdruck „Mottek“, der von polnischen Zuwanderern mitgebracht wurde. Nach Ammons Einschätzung sind es aber heute wie damals meistens die privilegierteren Menschen, die die neuen Wörter in die Gesellschaft bringen und dann imitiert werden: „Heute bringen Journalisten und Werbemacher zum Beispiel englische Ausdrücke ein, die dann von Jugendlichen aufgegriffen werden. Und im Mittelalter haben Kirche und Wissenschaft lateinische Termini übernommen, die bis heute noch Verwendung finden.“

Wo immer eine Sprache von fremden Idiomen beeinflusst wird, da gibt es anscheinend auch Menschen, die sich dagegen wehren. Bemühungen, Fremd- und Lehnwörter einzudeutschen, existieren schon seit einigen Jahrhunderten. „Nach der deutschen Reichsgründung hat man zum Beispiel deutsche Übersetzungen für französische Begriffe gesucht, etwa ‚Enthaltsamer‘ für ‚Abstinent‘ oder ‚Wohlgeruch‘ für ‚Aroma‘“, sagt Ammon. Und entsprechend gebe es auch heute Bemühungen, Anglizismen zu vermeiden. Ein wichtiger Grund dafür sei, dass die Sprache das am unmittelbarsten wahrnehmbare und produzierbare Ausdrucksmittel für die nationale Identität ist: Wenn dieses Nationalsymbol zunehmend fremde Gestalt annimmt, empfänden manche das „als eine Art symbolische Unterminierung der nationalen Autonomie“. Während in früheren Jahrhunderten vor allem Französisch als Sprache des Feindes in der Kritik stand, passe dies heute gut zu dem Gefühl, dass die USA uns machtpolitisch und auch in anderer Hinsicht dominieren.

Alles wie damals – nur noch viel schneller

Einmalig in der Geschichte ist, dass es heute mit dem Englischen eine Sprache gibt, die weltweit Einfluss auf alle anderen Idiome hat und sich durch die Massenmedien in einem rasanten Tempo ausbreiten kann. Dennoch warnen die Wissenschaftler vor einer Dramatisierung der Anglizismen: „Natürlich sind englische Wörter zum Beispiel im deutschen Fernsehen sehr präsent, doch in den Alltagsgesprächen tauchen sie noch recht selten auf“, meint etwa der emeritierte britische Germanistik-Professor Martin Durrell. Und selbst wenn das der Fall wäre, sollte man die Entwicklung in seinen Augen nicht bedauern: „Sprache ist kein feststehendes Objekt, sie existiert nur im Mund der Bevölkerung. Man kann nicht aufhalten, dass Sprache sich ändert.“

Natürlich kann es passieren, dass althergebrachte Ausdrücke unter dem Einfluss anderer Sprachen verschwinden oder an Bedeutung verlieren. Aber ist es wirklich ein Problem, dass wir ein Wort wie „Amme“ nicht mehr verwenden oder dass man in Bekleidungsgeschäften nicht mehr von „kurzen Hosen“, sondern von „Shorts“ spricht? Die Wissenschaftler sind sich jedenfalls einig, dass neue Begriffe auch neue Unterscheidungsmöglichkeiten schaffen und die deutsche Sprache somit bereichern können. Denn wir kaufen beim „Shopping“ keine Kartoffeln und wir holen auch keine „Mail“ aus dem Briefkasten.

Chancen und Gefahren für die Lernenden

Für Deutschlerner sind die internationalen Einflüsse Fluch und Segen gleichermaßen. Denn einerseits kann es eine Hilfe sein, wenn sie zum Verständnis bestimmter Begrifflichkeiten auf ihre Muttersprache oder andere Fremdsprachenkenntnisse zurückgreifen können. Aber andererseits sollte dies natürlich nicht dazu führen, dass sie unbekannte Vokabeln großzügig durch englische Wörter ersetzen.

Zum Erkunden der deutschen Grammatik eignen sich Fremdwörter in Wieses Einschätzung sogar besonders gut: „Warum wird ‚Computer‘ groß geschrieben und warum bekommt es einen männlichen Artikel? Wie entstehen Wörter wie ‚googlen’ oder ‚geliked’? Und warum bekommt das ursprünglich türkische Kosewort ‚Canım’ im Deutschen einen Punkt auf dem ‚ı’? Wer versteht, wie solche fremden Elemente an das deutsche System angepasst werden, lernt viel über das System der deutschen Grammatik und Schreibung.“

Quelle:

http://www.dw.de/deutsche-sprache-bunte-sprache/a-17087906

Von „kaffeklatsching“ bis „wischi-waschi“ – wenn deutsche Wörter auf Weltreise gehen

Wir surfen mit sicherer Firewall durchs Internet, sagen „sorry“ statt „Entschuldigung“ und sind erstaunt, wenn unsere Kinder anstatt „megacool“ einfach nur „super“ sagen. Immer mehr Anglizismen erobern die deutsche Alltagssprache. Doch was vielen wie selbstverständlich erscheint, beklagen Linguisten und engagierte Sprachhüter: Gefährdet der starke Einfluss des Englischen die deutsche Sprache? Genug des Jammerns, befand die Gesellschaft für deutsche Sprache e.V. (GfdS) und startete 2004 eine Gegenbewegung. Das Projekt Ausgewanderte Wörter war geboren.

„Wir wollten herausfinden, welche deutschen Wörter im Ausland alltäglich benutzt werden,“ so Professor Dr. Rudolf Hoberg von der GfdS. Wörter wie „Kindergarten”, „Gemütlichkeit”, „Sauerkraut” und „Bratwurst” waren längst als deutsche Importe bekannt. Die zentralen Fragen waren: Gibt es da noch mehr? Wie weit sind deutsche Wörter tatsächlich gereist? Haben sie dort die gleiche Bedeutung oder eine gänzlich andere? „Die Resonanz auf die erste Ausschreibung des Projekts war gewaltig“, sagt Hoberg. So gewaltig, dass in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Sprachrat die Suche nach den ausgewanderten Wörtern international bekannt gemacht wurde: Über 6000 Wörter deutschen Ursprungs, die in alle Welt ausgewandert sind und dort eine neue sprachliche Heimat gefunden haben, wurden eingesandt. Das Sammelsurium der vielen lustigen, erstaunlichen und verblüffenden Erzählungen, Anekdoten und Berichte ist nun nachzulesen in der begleitenden, gleichnamigen Publikation Ausgewanderte Wörter, erschienen im November 2006 beim Hueber Verlag.

I don’t want to schlepp!

Wer in Polen eine Schifffahrt machen will, geht auf die „Rejs“. Ein Bulgare packt für den Urlaub als erstes seinen „Kufar“. Die Engländer hingegen bevorzugen kleines Handgepäck, denn “they don’t want to schlepp too much around.“ Seit 1913 mit deutscher Hilfe die türkische Eisenbahn ihren Anfang fand, rufen türkische Zugbegleiter „fertik“, wenn der Zug losfahren soll. In Kamerun heißt dank deutsch-kamerunischer Zusammenarbeit der Bahnhof bis heute „banop“.
„Die Wörter der deutschen Sprache sind im Ausland viel bekannter als wir dachten“, sagt Professor Hoberg. Auch wenn sich die Reiseziele deutscher Wörter quer über den Globus erstrecken: Die meisten Einsendungen stammen aus dem osteuropäischen und englischen Raum. „In beiden Räumen gibt es lange deutsche Traditionen, folglich sprechen dort viele Menschen unsere Sprache“, erläutern Dr. Karin Eichhoff-Cyrius und Dr. Lutz Karnisch von der GfdS.

Erdbeer-Schmier aufs Brot

Wenn in Québec etwas nicht mehr funktioniert oder keinen Spaß mehr macht, ist es „kaputt“. In Tansania ist man bei einer Narkose tatsächlich „nusu kaput“, was soviel wie halb kaputt, bedeutet. Sehr amüsant auch, wie in Afrikaans deutsche Wörter versinnbildlicht werden. Ein ungeduldiger Deutscher ist ein „Aberjetze“. Ein U-Boot hat im Afrikaans den schönen Namen „kanitzeen Boot”. Dinge, deren Name uns nicht einfällt, nennen wir Dingsbums, in der polnischen Sprache wird dafür das Wort „wihaister“ benutzt. Ein Mensch, der immer seine Meinung äußert und dabei die Ideen anderer als albern hinstellt, ist in Finnland ein „besservisseri“. Wer in Brasilien Marmelade kaufen möchte, sollte nach „Schmier“ fragen. Genauso überraschte 2004 die Formulierung eines amerikanischen Präsidentschaftskandidaten: In seiner Rede bezeichnete er seinen Herausforderer als zu „wischi-waschi“.

Von Katzenjammer und Brüderschaft

Manche deutsche Wörter scheinen einfach zu überzeugen. So bezeichnet ein „Katzenjammer“ im Englischen eine verzweifelte, depressive Stimmung. Wer in den USA nicht das religiöse „bless you“ nutzen will, sagt einfach „Gesundheit“ zum Nieser des Nachbarn. In Russland lädt man mit dem Wort „Brüderschaft“ (das ü wird als u gesprochen) zu einem aus Freundschaft getrunkenen Glas Wein oder Gläschen Wodka ein.

Doch manche Wörter verlieren beim Weltenbummeln auch ihre ursprüngliche Bedeutung. So ist kaum zu erklären, warum die britische Jugend ausgerechnet das deutsche Wort „uber“ (von über) als Steigerungsform von „super“ oder „mega“ benutzt. Auch das am häufigsten eingesandte Wort der Ausschreibung, das französische „Vasistas“ (Dachfenster, Oberlicht), lässt (noch) viele Fragen offen. „Das Projekt bietet keine linguistische Untersuchung. Manche Wörter, die uns zugesandt worden sind, können auch nur eine Eintagsfliege sein“, erklärt Professor Dr. Hoberg.
Fest steht aber allemal: So viel Spaß wie die ausgewanderten Wörter macht Sprache selten. Im Zuge der Globalisierung, und durch Bücher, Fernsehen und Internet wandert die deutsche Sprache unaufhaltsam und wird ganz sicher immer weitere neue (Stil-)Blüten treiben. Genau wie alle anderen Sprachen auch, denn: Sprachen kennen keine Grenzen, sie packen ihre Koffer und ziehen einfach los. Wir wünschen gute Reise!

Quelle:

http://www.goethe.de/lhr/prj/mac/kvi/de1908698.htm

Die verkaufte Sprache

Es gibt einen Typus des übellaunigen, heimattümelnden Sprachschützers, dem man nicht im Dunklen begegnen möchte. Aber es gibt auch Gründe, im hellen Mittagslicht der aufgeklärten Vernunft Sorge um den Bestand der deutschen Sprache zu empfinden. Warum ist auf Bahnhöfen kein Schalter für Auskünfte, sondern ein Service Point? Was hat der englische Genitiv-Apostroph in Susi’s Häkelstudio zu suchen? Welcher Teufel trieb eine deutsche Wissenschaftsministerin zu einer Kampagne mit dem Motto » Brain up«, was weder auf Deutsch noch auf Englisch Sinn ergibt?

Die Überflutung mit englischen Wendungen ist nur ein, wahrscheinlich der kleinste Teil des Problems. Der größere Teil besteht in ihrer kenntnislosen Aneignung zu dekorativen Zwecken. Viel spricht dafür, den Geist einer aufschneiderischen Werbung dabei am Werk zu sehen. Die deutsche Bahn will sich nicht nur technisch modernisieren; sie will auch modern wirken. Dass ihre sprachliche Modernisierung ein fake ist (um ein gutes englisches Wort zu verwenden), scheint ihr egal zu sein. Ähnliches gilt für ihre Neigung, jede Neuigkeit à tout prix kommunizieren zu müssen, anstatt sie einfach mitzuteilen.

Der Ausdruck à tout prix ist übrigens aus einer älteren Epoche überkommen. Den Import von französischen Wendungen des 18. Jahrhunderts hat das Deutsche allerdings gut überstanden. Die meisten Ausdrücke sind wieder verschwunden; die übrigen haben sich bis zur Unkenntlichkeit in den Wurzelbestand des Deutschen eingemoost. Von der erfolgreichen Anverwandlung zeugt sogar die Wortbildung: Die Endung – ieren, die ursprünglich dazu diente, französische Verben einzudeutschen (parlieren), wurde bald auch zu Neubildungen mit deutschen Wortstämmen benutzt (spintisieren, verlustieren).

Um sprachschützerische Einfalt von berechtigter Sorge zu trennen, muss man sich klarmachen, dass Deutsch seit Langem eine Hybridsprache ist, die nicht nur Fluten fremder Wörter aufgenommen hat, sondern auch in ihrer Grammatik mehrfach überformt wurde. Den Anfang machten Mönche des Mittelalters, die zahllose Lehnbildungen nach lateinischem Vorbild prägten – berühmtes Beispiel ist die Neubildung Gewissen nach lateinisch conscientia. Den zweiten Schub besorgten Humanismus und Reformation, als die Syntax dem Lateinischen anverwandelt wurde. Man vergleiche die einfachen Satzmuster des Mittelhochdeutschen mit dem Frühneuhochdeutschen, erst recht aber mit dem barocken Deutsch, in dem die Hypotaxen, die Partizipialkonstruktionen und Verschachtelungen geradezu explodieren. Die Sprache eines Kleist oder Hegel wäre ohne diese syntaktische Überfremdung nicht denkbar.

Daraus folgt freilich keine Entwarnung für die Gegenwart. Denn die früheren Übernahmen haben das Deutsche komplexer, reicher, intellektueller und expressiver, philosophischer und dichterischer, auch wissenschaftsfähiger gemacht. Unter dem Einfluss des globalisierten Englisch aber vollzieht sich eine geradezu atemberaubende Simplifizierung. Die englischen oder pseudoenglischen Ausdrücke kommen nämlich nicht einfach hinzu, sie ersetzen auch nicht nur deutsche Wörter, was schlimmstenfalls überflüssig wäre. Sie verdrängen vielmehr die natürliche Wortbildung des Deutschen, die keinerlei Schwierigkeiten mit Neologismen hätte, weil sie mit ihrer Leichtigkeit der Wortzusammensetzung sonst nur im Altgriechischen einen Vergleich hat.

Es scheint aber, dass die Eigenarten des Deutschen inzwischen selbst zum Ärgernis geworden sind, vielleicht schon als Standortrisiko gelten. Das Haupt-ärgernis lässt sich freilich nur schlecht leugnen. Es gibt, mit Schweiz, Österreich und Südtirol, kaum 100 Millionen Sprecher des Deutschen. Das Englische, jedenfalls in seiner globalisiert heruntergekommenen Spielart, wird dagegen auf der ganzen Welt verstanden. Es hat daher seine Logik, wenn sich der Gebrauch des Deutschen aus der Wissenschaft zurückzieht, die auf weltweiten Austausch angewiesen ist. Aber muss deshalb neu gegründeten Universitäten in Deutschland gleich das Englische als Unterrichtssprache aufgezwungen werden? Manches spricht dafür, dass hier nicht internationale Konkurrenz, sondern ein Zeitgeistopportunismus am Werk ist, der das Deutsche wie eine überholte Technologie ablegen will. Denn es sind ja nicht Amerikaner, die uns ihre Wörter aufzwingen. Es sind Deutsche, die in ihrer Bewunderung für alles Amerikanische mit der transatlantischen Praxis zugleich die Begriffe dafür mitbringen – wie Geschenke, die glitzernd verpackt werden müssen, damit ihrem dürftigen Inhalt Respekt gezollt werde.

Weiter lesen:

http://www.zeit.de/2007/31/Deutsch-Aufmacher

Ausländer verändern Deutsch

„Deutsche Jugendliche übernehmen vermehrt die Aussprache und Satzbildung ausländischer Jugendlicher und benutzen auch häufig Worte aus dem Türkischen oder Arabischen“, sagt der Professor für Linguistik an der Freien Universität Berlin, Norbert Dittmar. „Dabei handelt es sich um eine dauerhafte Veränderung, weil die Jugendlichen diese Sprache verinnerlichen und auch als Erwachsene sprechen werden.“ Der Einfluss sei vor allem in Städten mit großen Migrantengruppen zu spüren. „Das Phänomen kann man aber in ganz Deutschland beobachten“, so Dittmar.

Die Veränderungen betreffen verschiedene Bereichen der Sprache, berichtet der Experte für Migrationslinguistik. So schrumpft beispielsweise der Gesamtwortschatz kontinuierlich und Wörter wie „Ich“ werden phonetisch zu „Isch“. „Außerdem werden häufig die Artikel weggelassen und Präpositionen nur selten benutzt.“ Auch einfache Satzkonstruktionen, in denen stets Subjekt, Prädikat und Objekt aufeinander folgten, seien zu beobachten.

„Yalla“ statt „Los!“

“Stattdessen werden eigentlich fremde Wörter fest ins Deutsche übernommen“, sagt Dittmar. „Lan“, das im Türkischen so viel wie „Ey, Mann“ bedeute, werde daher bereits von vielen deutschen Kindern benutzt. Das arabische „Yalla“ ist mittlerweile ebenfalls ein weit verbreiter Ausruf im Sinne von „Los!“ oder „Auf gehts!“.

“Diese reduzierte Misch-Sprache wurde bisher nur zwischen Jugendlichen mit Migrationshintergrund gesprochen“, sagt Dittmar. Seit einigen Jahren finde dieser „Ethnolekt“ jedoch verstärkt Einzug in die Sprache aller jungen Menschen. „Das ist eine ähnliche Entwicklung wie in den USA, wo sich das „Black-English“ aus den Gettos weit verbreitet hat“, erklärt der Sprachwissenschaftler.

“Auch in Deutschland lernen Jugendliche über die Medien, HipHop- Musik und bekannte Figuren wie „Erkan und Stefan“ diese Variationen der deutschen Sprache kennen“, erklärt der Linguist. „Das ist eine regelrechte Gegenkultur, in der sich die Jugendlichen durch die Sprache von ihren Eltern und Lehrern abgrenzen können.“

Quelle:

http://www.focus.de/wissen/mensch/rechtschreibung/sprachphaenomen_aid_125274.html

Deutsche Sprache driftet ins Türkische ab

Die deutsche Sprache verändert sich immer mehr durch den Einfluss von Migranten. “Deutsche Jugendliche übernehmen vermehrt die Aussprache und Satzbildung ausländischer Jugendlicher und benutzen auch häufig Worte aus dem Türkischen oder Arabischen”, sagte der Professor für Linguistik an der Freien Universität Berlin, Norbert Dittmar. “Dabei handelt es sich um eine dauerhafte Veränderung, weil die Jugendlichen diese Sprache verinnerlichen und auch als Erwachsene sprechen werden.” Der Einfluss sei vor allem in Städten mit großen Migrantengruppen zu spüren. “Das Phänomen kann man aber in ganz Deutschland beobachten”, so Dittmar.

Die Veränderungen betreffen verschiedene Bereichen der Sprache, berichtete der Experte für Migrationslinguistik. So schrumpft beispielsweise der Gesamtwortschatz kontinuierlich und Wörter wie “Ich” werden phonetisch zu “Isch”. “Außerdem werden häufig die Artikel weggelassen und Präpositionen nur selten benutzt.” Auch einfache Satzkonstruktionen, in denen stets Subjekt, Prädikat und Objekt aufeinanderfolgten, seien zu beobachten.

“Stattdessen werden eigentlich fremde Wörter fest ins Deutsche übernommen”, sagte Dittmar. “Lan”, das im Türkischen so viel wie “Ey, Mann” bedeute, werde daher bereits von vielen deutschen Kindern benutzt. Das arabische “Yalla” ist mittlerweile ebenfalls ein weit verbreiter Ausruf im Sinne von “Los!” oder “Auf geht’s!”.

“Diese reduzierte Misch-Sprache wurde bisher nur zwischen Jugendlichen mit Migrationshintergrund gesprochen”, sagte Dittmar. Seit einigen Jahren finde dieser “Ethnolekt” jedoch verstärkt Einzug in die Sprache aller jungen Menschen. “Das ist eine ähnliche Entwicklung wie in den USA, wo sich das “Black-English” aus den Ghettos weit verbreitet hat”, erklärte der Sprachwissenschaftler.

“Auch in Deutschland lernen Jugendliche über die Medien, HipHop-Musik und bekannte Figuren wie “Erkan und Stefan” diese Variationen der deutschen Sprache kennen”, erklärte der Linguist. “Das ist eine regelrechte Gegenkultur, in der sich die Jugendlichen durch die Sprache von ihren Eltern und Lehrern abgrenzen können.”

Quelle:

http://www.welt.de/vermischtes/article735071/Deutsche-Sprache-driftet-ins-Tuerkische-ab.html

“Denglisch” keine Bedrohung für die deutsche Sprache

Die sprachlichen Einflüsse aus dem Englischen schätzt der Sprachwissenschaftler Rudolf Hoberg nicht als Nachteil ein – im Gegenteil: “Diese sind nicht schlimm und haben der deutschen Sprache in der Vergangenheit gut getan. Diese Entwicklung war auch immer eine Bereicherung für den Wortschatz. Er ist so groß wie nie zuvor.” Solche Vorgänge hat es immer gegeben, und auch die Ablehnung von Fremdworten ist nicht neu. “Schon um 1900 klagten die Deutschen über den Einfluss des Englischen auf die deutsche Sprache. Genauso gab es einen Kampf gegen das Französische”, sagt Hoberg.

Sprachwissenschaftler spricht vor Anglizismen-Gegnern

Der Sprachexperte aus Berlin ist auf Einladung der Konrad-Adenauer-Stiftung und des Vereins für Deutsche Sprache (VDS) in Bremen zu Gast – letztere sind erklärte Gegner der Anglizismen. Sie wollen mit der Ablehnung ihre Muttersprache erhalten.

Doch was viele Menschen nicht wissen: Die Anglizismen machen momentan nur einen Bruchteil im deutschen Wortschatz aus. Der Duden beziffert ihn in der aktuellen Auflage auf 3,5 Prozent. “Daneben gibt es noch 20 Prozent anderer Fremdworte aus dem Lateinischen, Französischen oder Italienischen, die allerdings keiner als solche wahrnimmt”, sagt Hoberg.

Erstmals in der Geschichte drängt eine Sprache die anderen zurück

Die Verwendung von fremdsprachigen Begriffen bezeichnet Hoberg als “den ganz normalen Weg”. Er ist sicher: “Goethe hätte sich über den großen Wortschatz gefreut.” Der bekannte deutsche Dichter hatte einmal gesagt: “Die Gewalt einer Sprache ist nicht, dass sie das Fremde abweist, sondern dass sie es verschlingt.”

Gravierender sei für den Sprachwissenschaftler ein ganz anderes Problem: “Erstmals in der Geschichte gibt es mit dem Englischen eine sehr dominante Sprache, die alle anderen zurückdrängt. Das hat es so vorher noch nicht gegeben, und das muss man sehr ernst nehmen.” Das zeige sich für ihn vor allem an Universitäten und im Bankenwesen, bei denen sich Englisch immer weiter durchsetzt.

Globalisierung Ursache für Entwicklung

Doch diese Entwicklung sei auch der Globalisierung geschuldet, so der Sprachwissenschaftler, und daher auch wichtig, um sich auf der ganzen Welt verständigen zu können. “Es muss einfach unterschieden werden, wann Englisch sinnvoll ist und wann die Muttersprache”, betont Hoberg.

Die Sprachschützer wollen deshalb nicht, dass der Anteil an Anglizismen im Deutschen weiter ansteigt. Der Verein mit Hauptsitz in Dortmund zeichnet jedes Jahr einen “Sprachpanscher des Jahres” aus. Ex-Bahnchef Hartmut Mehdorn bekam diesen unrühmlichen Preis 2007 für das viele “Denglisch” bei der Deutschen Bahn wie Service Point statt Information oder Counter statt Schalter. Der Brite Andrew Jennings, Vorstandsvorsitzender der Kaufhauskette Karstadt, machte sich mit Begriffen wie “Midseason-Sale” und “kidswear” bei den Dortmunder Sprachschützern unbeliebt.

Duden für viele Anglizismen gerügt

In diesem Jahr bekam nicht eine Person, sondern ein Buch den Negativ-Preis: der Duden. Die VDS-Mitglieder kritisieren die Redaktion, sie nehme verstärkt Anglizismen in das Nachschlagewerk auf, die nicht genügend etabliert seien. Chef-Redakteur Werner Scholze-Stubenrecht wies die Kritik zurück. Er und seine Mitarbeiter würden die Sprache lediglich objektiv abbilden. Sofern neue Worte über einen längeren Zeitraum in Texten vorkommen, werden sie in den Duden mitaufgenommen – und quasi “ausgestorbene” Vokabeln werden gestrichen.

Es wirken sich auch Ereignisse wie die Finanzkrise oder die Katastrophe von Fukushima auf den Wortschatz aus: Das schlägt sich dann in neuen Worten wie “Finanztransaktionssteuer” und “Energiewende” nieder. Begriffe wie “Buschklepper” (ein sich im Gebüsch versteckender Wilddieb), “Füsillade” (standesrechtliche Erschießung eines Soldaten) oder “borgweise” (leihweise) mussten zuletzt weichen. Von den 140.000 Stichworten im Duden wurden sie kaum noch oder gar nicht mehr benutzt.

Englische Begriffe finden auch großen Zuspruch

Englische Spracheinflüsse treffen in Deutschland aber auch auf Zuspruch: Eine Jury um den Berliner Sprachwissenschaftler Anatol Stefanowitsch zeichnet seit drei Jahren den “Anglizismus des Jahres” aus. Einzige Bedingung: Die Begriffe bereichern die Sprache, weil es für sie im Deutschen keine Bezeichnung gibt. Mit der Auszeichnung will die Jury ein besseres Verständnis für den Sprachwandel schaffen und den positiven Beitrag des Englischen auf die deutsche Sprache aufzeigen. Nach “leaken” und “Shitstorm” fiel die Wahl 2012 auf “Crowdfunding”. Das ist das Sammeln von Kapital via Internet, zu Deutsch sozusagen eine Schwarmfinanzierung.

Quelle:

http://www.radiobremen.de/gesellschaft/themen/anglizismen100.html

Sprachexperte sieht in Anglizismen keine Gefahr

Englische Ausdrücke statt deutscher Worte: Für viele Menschen ist das ein Graus. Der Untergang der deutschen Sprache sind Anglizismen aber nicht, sagt ein Experte. Objektiv betrachtet ist ihr Anteil eher gering. Ausnahmen: Die Jugend- und Werbesprache.

Cooles Outfit, hipper Event oder auch nur ein langweiliges Meeting – für viele Menschen ist die Übernahme englischer Worte in den deutsche Wortschatz ein Ärgernis. Muss es aber nicht sein, findet der Vorsitzende des Deutschen Germanistenverbandes, Prof. Jörg Kilian. “Der Anglizismengebrauch muss die Menschen nicht besorgen, weil ihr Anteil am deutschen Wortschatz insgesamt relativ gering ist”, sagte er.

Kilian erklärte dies anlässlich des alle drei Jahre veranstalteten Deutschen Germanistentages, der bis zum 25. September in Kiel veranstaltet wird. Auf dem Kongress treffen sich dieses Jahr mehr als 600 internationale Teilnehmer, um eine Positionsbestimmung der “Germanistik für das 21. Jahrhundert” vorzunehmen.

Jugend- und Werbesprache als Spielwiese

Nur rund drei Prozent der Worte in der deutschen Sprache seien Anglizismen, und darin seien schon Worte wie Cord oder Keks enthalten. “Also auch Worte, die aus dem Englischen übernommen wurden, die aber überhaupt kein Ärgernis mehr sind”, sagte der Leiter des Germanistischen Seminars der Christian-Albrechts-Universität Kiel (CAU). Auch früher wurde die deutsche Sprache schon von anderen Sprachen beeinflusst, etwa vom Lateinischen oder später vom Französischen.

Vor allem in der Jugend- und in der Werbesprache gebe es viele Anglizismen. “Das sind die Spielweisen der Anglizismen”, sagte Kilian. In vielen anderen Bereichen sei die Frequenz weitaus geringer, in der Rechtssprache seien englische Begriffe kaum zu finden. Gerade in der Jugendsprache dienten Anglizismen auch dazu, sich von der erwachsenen Generation abzugrenzen.

Dazu kämen mittlerweile im Rahmen der neuen Kommunikationstechnologien aber eben auch bestimmte Wortbildungsstrukturen, bestimmte Abkürzungen. “Da sind Jugendliche sehr erfindungsreich”, sagte der Germanistikprofessor. Dieses Sprachverhalten gebe sich aber meistens, wenn die Jugendlichen erwachsen werden. “Also kann man auch da Entwarnung geben.”

Berechtigter sind die Sorgen um den Verfall der Sprache da nach Ansicht Kilians eher, wenn man sich bestimmte werbestrategische Gebräuche von Anglizismen anschaut. “Firmen wählen mitunter Anglizismen, um ihren eigenen Unternehmen einen internationalen Anstrich zu geben, bedenken aber nicht immer, dass sie damit bestimmt Kunden gar nicht mehr erreichen.” Etwa weil man den Eindruck habe, “dass hier ein ziemlich rumpeliges Englisch gesprochen wird”.

Quelle:

http://www.welt.de/kultur/article120296426/Sprachexperte-sieht-in-Anglizismen-keine-Gefahr.html

Ist Deutsch noch zu retten?

Immer wieder machen besorgte Geister den Vorschlag, Deutsch als Landessprache in der Verfassung zu verankern. Angenommen, es käme dazu: Welches Deutsch wäre das? Im Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel war kürzlich der Bericht über ein Treffen von Verlagsleuten zu lesen, wo es unter anderem »um den zwischenmenschlichen Workflow« gegangen sei, und die Überschrift dazu lautete: Der Wind of Change bläst durch die Branche. Kann schon sein – vor allem aber bläst der Wind of Change durch die deutsche Sprache. In ihrem alten Gehäuse, wo wir uns halbwegs kommod eingerichtet hatten, wird es immer zugiger. Von allen Seiten verschaffen sich die seltsamsten Wörter, die absurdesten Redewendungen unerwünschten Zutritt, und die Sprachschützer, die einst zu den Sonderlingen und Querulanten gerechnet wurden, erhalten wachsenden Zulauf. Deutsche Akademien machen sich Sorgen, Sprachvereine werden gegründet, in den Feuilletons diskutieren Sprachkritiker, und Guido Westerwelle hat vor kurzem eine Kampagne »Deutsch – Sprache der Ideen« eröffnet .

Die Klage über den Niedergang des Deutschen ist so alt wie dieses. Sie wird den Wind of Change kaum aufhalten können. Es empfiehlt sich deshalb ein nüchterner Blick auf die Lage. Sie ist nicht bestimmt durch die mangelnde Beherrschung des Konjunktivs oder das Schwächeln des Genitivs und nicht durch das weidlich verspottete Denglisch, sondern ganz simpel durch die Tatsache, dass Deutsch auf den wichtigsten Gebieten des öffentlichen Lebens, in Wissenschaft, Wirtschaft und Politik, eine schwindende Rolle spielt. Englisch tritt an seine Stelle.

Die Frage, ob der damit verbundene politische und ökonomische Gewinn einen kulturellen Verlust bedeute, der vielleicht gar die Fundamente unserer Sprache untergrabe, ist durchaus umstritten, und naturgemäß hängt die Antwort von den allerempfindlichsten Gefühlen ab. Zeitgenossen mit geringem sprachlichen Sensorium kommen damit leichter zurecht als jene, die Deutsch nicht allein zu Zwecken der Mitteilung benutzen, sondern als Form des Denkens und Dichtens. Gleichgültig aber, ob man die Invasion des Englischen begrüßt oder bedauert: Der Wandel vollzieht sich leise, ist aber dramatisch.

Betrachten wir erstens die Wissenschaft. Der Linguist Ulrich Ammon, Autor des Standardwerks Die internationale Stellung der deutschen Sprache (1991), beziffert in einem Gespräch den Anteil des Deutschen an den wissenschaftlichen Publikationen der ganzen Welt: In den Naturwissenschaften liege er bei einem Prozent, in den Sozialwissenschaften bei sieben, für die Geisteswissenschaften gebe es keine genauen Zahlen. Was nun unser Sprachgebiet betrifft, so schätzt er, dass 80 bis 85 Prozent der deutschen Naturwissenschaftler auf Englisch publizieren, 50 Prozent der Sozialwissenschaftler und 20 Prozent der Geisteswissenschaftler. Für die Welt gilt: Die Wissenschaft spricht Englisch. Aber auch in Deutschland anglifiziert sie sich immer mehr.

Dies wirkt auf unseren Wissenschaftsbetrieb zurück. Einmal dadurch, dass in Deutschland ansässige Verlage immer häufiger nur noch englische Zeitschriftenbeiträge und Buchmanuskripte akzeptieren. Zum andern zeigt sich die Dominanz des Englischen darin, dass sich die Maßstäbe des Akademischen an die der anglofonen Welt angleichen. Man sieht das an der schmerzhaften Implantation der sogenannten Bologna-Reform in den Korpus der deutschen Universität und des in deutscher Zunge immer noch unästhetischen »Bätschelers«; mehr noch aber daran, dass die meisten Förderungsanträge auf Englisch zu erfolgen haben; und schließlich daran, dass es etwa 700 englischsprachige Studiengänge gibt.

Auch hier gilt, dass der Prozess in den Naturwissenschaften und in der Medizin am weitesten fortgeschritten ist, gefolgt von den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Die Geisteswissenschaften wehren sich noch; mit einigem Erfolg einstweilen Germanistik, Archäologie, Theologie und Philosophie sowie einige andere kleine Fächer, in denen das Deutsche aus Gründen der Tradition noch eine Rolle spielt.

Dass zweitens die Wirtschaft Englisch spricht, versteht sich von selbst. Als Thomas Middelhoff, seinerzeit Chef von Bertelsmann, die mehrheitlich deutschen Mitarbeiter dazu anhielt, englisch miteinander zu reden, erntete er hier und da noch Irritationen. Inzwischen haben die meisten deutschen Firmen mit internationaler Betätigung Englisch zu ihrer Corporate Language bestimmt. Was dazu führt, wie Ulrich Ammon bedauernd erzählt, dass Techniker oder Wissenschaftler aus der Dritten Welt, die Deutsch gelernt haben, um in Deutschland etwas zu werden, bei Siemens etwa erfahren müssen, sie hätten besser Englisch gelernt.

Weier lesen:

http://www.zeit.de/2010/27/Deutsch-Muttersprache

Reihe von Videos:

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Denglish

Englisch in der deutschen Sprache

There is a general opinion (not carried out through scientific research) that the German language is full of English. This is not a particularly striking view, considering there are words such as ‘chillen’, ‘chillaxen’, ‘bloggen’ however is this assumption that German has a lot of English leading to a culture of not wanting to learn a language?

From having studied the German language and culture for ten years, including living there for prolonged periods of time, I would not agree with the notion that the German language is overrun with English words. There are indeed words that have found their way into the language, owing mainly to the fact that they are modern day words, such as ‘liken’, ‘googeln’, ‘posten’. On the flip side, this shows the fluidity and flexibility of language. The near-universality of social media, predominantly from the USA comes hand in hand with the fact that English words have crept into other languages, with German merely being one of the examples.

With this influence of English words into the German language, it is not difficult to imagine that people may become put off from learning languages. This might seem an extreme proposition, but it can be combined with the notion of ‘everyone speaks English so they will understand me’. I would, for the most part (with exceptions) argue that learning the language could place someone in a better position. Yes, there may be words with English influence or be just English words, but it is the bundle of advantages that comes from the learning.

English in the German language also poses those “false friends”. A big example is the German ‘Handy’. In English, we do not refer to out mobile as a ‘Handy’. It is the case that there is the word handy in the English language, but the meaning is that of being useful. Far different from a mobile. Also, the English ‘actual’ does not equate to the German ‘aktuell’. The German word ‘aktuell’ means current, for example in ‘aktuelle Nachrichten’ (current affairs).

It is clear that there is influence in the German language from English, but that is a universal situation, and not retrained to German. Je mehr man lernt, desto erfolgreicher man wird.

Source:

https://www.daad.de/blog/allgemein/englisch-in-der-deutschen-sprache-2/

The influence of English on the German language

When I arrived in Germany about 15 years ago, German was largely free of outside influence but this has changed dramatically in recent years. It has become riddled with English imports. In some fields, this is not so surprising. For example, the internet revolution started in America and many of the terms have inevitably found their way into German, e.g. eMail, Browser, onLineBanking, surfen etc. However, some English computer terms are used at the expense of perfectly good German alternatives. Chatten instead of plaudern, downloaden instead of herunterladen, even the word Computer itself instead of Rechner. This has also led to some bizarre-sounding German; no-one seems to know how to conjugate downloaden, for example. On chat sites, I have seen the following forms used:

  • Hast du die Datei downloadet?
  • Hast du die Datei downgeloadet?
  • Hast du die Datei gedownloadet?

English words have not only found their way into the field of computing, however. They are prevalent in the field of advertising, particularly so in the advertising of luxury items. No manufacturer sells a car these days without reference to airbags and cockpits, limousines and caravans, spoilers and Styling. The following is a listing of some of the English used in advertising slogans in one edition of Der Spiegel, a weekly news magazine.

  • There’s no better way to fly (Lufthansa)
  • The classic of the future (perfume)
  • The energy is yours (perfume)
  • Tomorrow’s classics (watch)
  • Elegance is an attitude (watch)
  • Tested for the unexpected (watch)
  • Take a walk on the red side (champagne)
  • Active driving, active safety (car)
  • We hear you (computer)
  • The whole world in one bank (investment bank)
  • More life, most money (investment bank)
  • Time is money (investment bank)

English is ubiquitous not only in magazine advertising but also in TV commercials. The following are two examples from investment banks. (Interestingly, the words are spoken with a clearly German accent. They have not used a native English speaker or a German with perfect English to say them.)

  • The future. Together. Now.
  • Are you ready for investments? (the English of which seems slightly suspect to me)

In general, it can be said that the English used in the adverts is readily understood, and is used to convey the impression of a global player (another English German expression!); i.e. a company that is well-established in international markets. Compare this with the only use of German that I know in English advertising: Audi’s Vorsprung durch Technik. Here there has been no attempt to choose an expression that native English speakers are likely to understand.

A very interesting group of words that has entered the German language are those that are based on English words but not used by native English speakers. The most obvious recent one is the Handy (for mobile or cell phone). Other such words are twen, meaning a person between the ages of 20 and 30, and pullunder for what the English would call a tank top.

The influence of English has become so strong that most Germans now sing Happy Birthday to each other in English!

Source:

http://esl.fis.edu/grammar/easy/german.htm

Sprechen Sie Denglish?

Germany is undergoing one of its periodic bouts of angst over the seemingly unstoppable spread of Denglish, an Anglicized hybrid that purists believe is corrupting the national language.

Like the better known Franglais, it is characterized by extensive borrowings of English words for which, in many cases, there are perfectly good native equivalents.

Deutsche Bahn, the national rail network, reignited the debate this week by starting a campaign against the inflationary spread of English and pseudo-English terms among its employees.

It issued staff a booklet of German words and phrases that should henceforth be used in preference to the corresponding Anglicisms. Out go the railway’s information “hotlines” and its “call-a-bike” service, to be replaced by more Teutonic equivalents.

English borrowings are sometimes seen as adding a touch of cool to the otherwise mundane.

Adoption of Denglish has also been particularly prevalent in business and marketing, giving rise to such horrors as “Inhouse-Meeting für Outsourcing-Projekte.”

The Germans don’t always get it right. For them, a cellphone is a “handy,” an apparent Anglicism unknown in the English-speaking world. A “sprayer” is a graffiti artist, and “peeling” means a body scrub.

Snappy German dressers, like their French counterparts, have been wearing a “smoking” — a tuxedo — for years.

But the spate of more modern borrowings is sometimes viewed as indicative of a sinister cultural imperialism on the part of the so-called Anglo-Saxon world.

The British Council, which promotes English-language study abroad, perhaps enhanced that perception when it mischievously asked its German Twitter followers on Wednesday to name their favorite Denglish word.

The German Language Association warned two years ago that German could become a “peripheral” language if steps were not taken to protect it from foreign invasions.

“German has been losing its importance for 100 years,” Holger Klatte, the organization’s spokesman, told The Guardian. “Particularly in the areas of technology, medicine, the Internet and the economy, English is becoming ever more important.”

Like France’s language guardians, German purists may be fighting a losing battle against international English. The results of past efforts to rid the language of foreign words had mixed results.

The words “Fernsprecher” for telephone and “Fernsehen” for television are survivors of a Nazi campaign to rid the language of its Latin element.

All languages are enriched by foreign borrowings and none is more of a jackdaw than English, a happy jumble of Anglo-Saxon, Norse and Old French to which hundreds of words have been added from around the world.

Native English speakers tend to be more relaxed than others about adopting foreign words, which they learn naturally from an early age, even before they get to kindergarten.

Source:

http://rendezvous.blogs.nytimes.com/2013/06/26/sprechen-sie-denglish/

Denglisch – Denglish – Neudeutsch

Some people claim that the words above all mean the same thing, but they don’t. Even the term “Denglisch” alone has several different meanings. Since the word “Denglis(c)h” is not found in German dictionaries (even recent ones), and “Neudeutsch” is vaguely defined as “die deutsche Sprache der neueren Zeit” (“the German language of more recent times”), it can be difficult to come up with a good definition. But here are five different definitions for Denglisch (or Denglish):

  • Denglisch 1: The use of English words in German, with an attempt to incorporate them into German grammar. Examples: downloaden – ich habe den File gedownloadet/downgeloadet.Heute haben wir ein Meeting mit den Consultants.*
  • Denglisch 2: The (excessive) use of English words, phrases, or slogans in German advertising. Example: A recent German magazine ad for the German airline Lufthansa prominently displays the slogan: “There’s no better way to fly.”
  • Denglisch 3: The (bad) influences of English spelling and punctuation on German spelling and punctuation. One pervasive example: The incorrect use of an apostrophe in German possessive forms, as in Karl’s Schnellimbiss. This common error can be seen even on signs and painted on the side of trucks. It is even seen for plurals ending in s. Another example is a growing tendency to drop the hyphen (English-style) in German compound words: Karl Marx Straße vs Karl-Marx-Straße.
  • Denglisch 4: The mixing of English and German vocabulary (in sentences) by English-speaking expats whose German skills are weak.
  • Denglisch 5: The coining of faux English words that are either not found in English at all or are used with a different meaning than in German. Examples: der Dressman (male model), der Smoking (tuxedo), der Talkmaster (talk show host).

Some observers make a distinction between the use of anglicized words in German ( das Meeting = anglicism) and Denglisch’s mixing of English words and German grammar ( Wir haben das gecancelt. ), especially when German equivalents are shunned. Although there is a technical difference (and a symantic one: Unlike “Anglizismus” in German, “Denglisch” usually has a negative, pejorative meaning.), I think such a distinction usually draws too fine a point; it is often difficult to decide whether a term is an anglicism or Denglisch.

Language Cross-Pollination

There has always been a certain amount of language borrowing and “cross-pollination” among world languages. Historically, both English and German have borrowed heavily from Greek, Latin, French, and other languages. English has German loan words such as angst, gemütlich, kindergarten, masochism, and schadenfreude, usually because there is no true English equivalent.

But in recent years, particularly following the Second World War, German has intensified its borrowings from English. As English has become the dominant world language for science and technology (areas that German itself once dominated) and business, German, more than any other European language, has adopted even more English vocabulary. Although some people object to this, most German-speakers do not. Unlike the French and Franglais, very few German-speakers seem to perceive the invasion of English as a threat to their own language. (Even in France, such objections seem to have done little to stop English words like le weekend from creeping into French.) True, there are several small language organizations in Germany that see themselves as guardians of the German language and try to wage war against English — with little success to date. English terms are perceived as trendy or “cool” in German (English “cool” is cool).

English Influences on German

But many well-educated Germans shudder at what they view as the “bad” influences of English in today’s German. Dramatic proof of this tendency can be seen in the popularity of Bastian Sick’s humorous bestselling book entitled Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod (“the dative [case] will be the death of the genitive”). Sick’s 2004 bestseller (another English word used in German) points out the deterioration of the German language (“Sprachverfall”), caused in part by bad English influences. The success of the first book brought about two sequels: Folgen 2 und 3, Parts 2 and 3, “Neues/Noch mehr aus dem Irrgarten der deutschen Sprache” (“new things/even more from the German-language maze”).

Although not all of German’s problems can be blamed on Anglo-American influences, many of them can. It is in the areas of business and technology in particular that the invasion of English is most pervasive. A German business person may attend einen Workshop (der) or go to ein Meeting (das) where there’s eine Open-End-Diskussion about the company’s Performance (die). He or she reads Germany’s popular Manager-Magazin (das) in order to learn how to managen the Business (das). At their Job (der) many people work am Computer (der) and visit das Internet by going online.

While there are perfectly good German words for all of the “English” words above, they just aren’t “in” (as they say in German, or “Deutsch ist out.”). A rare exception is the German word for computer, der Rechner, which enjoys parity with der Computer (first invented by the German Conrad Zuse).

But other areas beside business and technology (advertising, entertainment, movies and television, pop music, teen slang, etc.) are also riddled with Denglisch and Neudeutsch. German-speakers listen to Rockmusik (die) on a CD (pronounced say-day) and watch movies on a DVD (day-fow-day).

Read more:

http://german.about.com/od/vocabulary/a/denglish.htm

Denglisch – The German language under attack?

Languages have always had to change. It is this that keeps them. New words have been and continue to be developed to allow for the expression of new concepts and ideas and cross-cultural interaction often results in the adoption of words from other languages. With modern transport and globalisation, this historically slow process has been rapidly accelerated. English is the lingua franca of the ‘Western’ World and its prevalence has presented some new challenges. This is very much the case in Germany, where the influx of English words, referred to as ‘Denglisch’ (a portmanteau of the German words ‘Deutsch’, meaning German and ‘Englisch’, meaning English), is a sensitive subject.

Some people argue that the use of English words in German, such as sale, meeting, company, lifestyle, etc is simply not necessary as there are already equivalents for these words in German (Schlussverkauf, Besprechung, Firma and Lebensstil respectively). Others argue that the use of such words gives a sense of international openness and that this is important for German business. English is also important to many young Germans who support international openness, but also feel that English words often allow themselves to more effectively express themselves. For these youths, English words just sound ‘cool’.

What about Germans who don’t have an understanding of English? Broadly speaking, younger Germans have at least some understanding of English words and they are regularly bombarded with English media, which they have been able to understand and to some extent assimilate. This is not the case for the older German generation. Their grasp of English is often very limited and the use of English words in retail and media leaves many feeling excluded and angry. So there is a generational divide, but it is important to note that younger generations have often used slang words which cannot be understood by the older generation and the whole point of this has been to create a kind of linguistic space which belongs to them and cannot be penetrated by older generations. This revolution also helps to keep languages alive – the invention of new concepts and the expression of new nuances should ultimately lead to the enrichment of a language. The difference here is that the lingustic generational divide is maintained not by young Germans revolting against the older generations, but by German businesses and government who wish to prosper in a globalised economy in which English is the dominant language. This can leave old people behind and many feel it will ultimately alienate younger Germans from their cultural and linguistic roots.

Another issue is that the Denglish phenomenon does not only involve the use of loan English words, but also to German interpretations of originally English words. These so-called pseudo-anglicisms often lead to confusion, particularly when it comes to translation. For example, the word Parking in German does not refer to the act of somebody parking a vehicle, but instead refers to a car park or place where someone would park a vehicle. Another example is the word Smoking – in German this has nothing to do with the action of smoking something, but instead means dinner jacket or tuxedo. These false friends can be problematic, but most reputable companies that provide translation services keep track of these words and can ensure there are no crossed wires – a relief to any German company hoping for success in any English-speaking market!

So what is to become of the German Language? It is spoken by over 120 million people worldwide, so is there really a chance it could, as some argue, become so flooded with English words that it will become no more than a mere dialect of English? This is the key question in the Denglisch debate, but the answer is not a simple one. English is likely to continue to dominate as the lingua franca and will continue to influence the German language. The amount of influence English will have, although currently heavily influenced by a globalised economy and both economic and political ambitions, will ultimately be decided by the people that speak German and use it to express themselves. Older people in Germany will for now have to put up with Denglish and can only try to ensure that the younger generations don’t forget their roots by promoting interest in German language and culture. If German can be enriched by some English words, it can only be a positive thing – as long as a healthy balance is maintained.

Source:

http://www.omniglot.com/language/articles/denglisch.htm

Angst In Germany Over Invasion Of American English

It seems hardly a sentence is spoken in Berlin that doesn’t have an American English word in it.

One word that especially grates — and I confess to a certain bias, having learned German as a toddler when it wasn’t so Americanized — is a word pronounced “sogh-ee.” Or, as Americans say it, “sorry.”

“Sogh-ee” your package is late.

“Sogh-ee” your hot water is off.

“Sogh-ee” we can’t help you.

Anatol Stefanowitsch, an English linguistics professor at the Free University of Berlin, says it makes sense that many German businesses have adopted that word.

“I mean, ‘sorry’ is quite a useful way of apologizing because it doesn’t commit you to very much. It’s very easy to say ‘sorry.’ The closest equivalent would be Entschuldigung, which is, ‘I apologize,’ ” Stefanowitsch says. “That’s really like admitting that you’ve done something wrong, whereas with saying ‘sorry,’ you could also just be expressing empathy: ‘I’m so sorry for you, but it has nothing to do with me.’ ”

“Sorry” is one of more than 10,000 American words Germans have borrowed since 1990. Language experts here say English is the main foreign language that has influenced German over the past six decades. This cultural infusion is pervasive, with English used by journalists, by scientists and even at the highest levels of government.

“Germany doesn’t really have a very purist attitude to language — unlike France, where you have an academy whose task it is to find French alternatives for borrowings; or if there is a new technology that needs to be named, then the academy will find a name,” Stefanowitsch says.

Even purely domestic enterprises like the German rail system are getting into the English game. Christian Renner, waiting at Berlin’s main station for a train home to Frankfurt, says it’s useful to know English words if you want to find a waiting area.

“I’m not sure if calling it a ‘lounge’ is better than using the German word ‘warteraum,’ ” Renner says. “I guess it’s more modern or hip.”

Also confusing to some German passengers is the word for the main ticket “center,” instead of the German word “zentrum.”

To some language experts, like Holger Klatte, the widespread Americanization of German is problematic. Klatte is the spokesman for the German Language Society, which has 36,000 members worldwide.

“Languages do tend to affect one another, but the influence of English in Germany is so strong that Germans are having a hard time advancing their own vocabulary,” he says.

Klatte says that can be a problem for Germans who may not know any English.

“The second world war and Nazi times have led Germans to downplay the importance of their language,” he says. “Unlike the French, Finns and Poles — they promote their languages a lot more than we do.”

Stefanowitsch believes this linguistic angst — a word that migrated from German to English — is overblown. He says a quarter of all German words are borrowed from other languages. That’s more than what’s found in Mandarin Chinese, but far less than the 40 to 80 percent seen in English, he says.

Plus Germans integrate the words they borrow — for example the suffix “-gate,” as in Watergate, which was voted last year’s Anglicism of the year in Germany. Stefanowitsch says it has been used, among other things, to describe the NSA spying scandal on the German chancellor as “Merkel-gate.”

“Borrowing doesn’t mean that a language loses its vitality. It’s an addition of creativity. No language has ever disappeared because it borrowed words,” Stefanowitsch says.

But he says there are pitfalls to overdoing Americanized German.

Take, for example, the word “handy,” which is what Germans call their cellphones. Stefanowitsch says people here assume it’s an English word, and it may have come from the word “handheld” to distinguish it from car phones when cellular technology was relatively new.

He says the danger to such made-up words is that Germans could end up using them when trying to speak actual English.

Source:

http://wamc.org/post/angst-germany-over-invasion-american-english

Mind your language: German linguists oppose influx of English words

It is the mother tongue of Goethe, Schiller and Brecht, a language still spoken by more than 100 million people worldwide. But an increasing number of linguists now fear German is under mortal danger from a torrent of anglicisms flooding into the nation’s vocabulary.

The German Language Association (Verein Deutsche Sprache, or VDS) fears that German could become a “peripheral” language if steps are not taken to protect it from foreign invasions.

Each month the VDS updates its Anglicism Index, which reports new English words which have crept into common parlance and then suggests home grown alternatives. The latest entries include “follower”, “live-stream” and “socializing” which ought really, it says, be “Anhänger”, “Direkt-Datenstrom” and “Geselligkeit”. Other unwelcome new additions are classic examples of the mongrel known as “Denglisch” – “business breakfast” and “eye catcher”, neither of which are used by native English speakers.

“German has been losing its importance for 100 years,” said Holger Klatte, spokesman of the VDS. “Particularly in the areas of technology, medicine, the internet and the economy, English is becoming ever more important. There are not enough new German words being invented, and many people are shut out of the conversation because they can’t understand it.”

He warned: “The German language is not only losing its influence but will also at some point become a peripheral language.”

Germany is classed as one of the world’s major languages, and is the most widely spoken first language in Europe. The VDS has more than 33,000 paying members and is growing.

There are certain situations nowadays where it is “nigh on impossible” to speak German in Germany, said Klatte – “for example if you work in marketing, there just isn’t the vocabulary”. The German word for marketing, incidentally, is das Marketing.

Klatte’s own pet hate, he said, was seeing shops displaying signs promising “further reductions” – “there is no need at all for them to use the English in that situation”.

The VDS would like to see Germany follow France’s example and do more to protect and nurture the language. German public radio should be obliged to play a higher percentage of German-language music, said Klatte, and the government should introduce a law forcing manufacturers to include German information on product labels.

“We have a special responsibility to protect our language because it is a language of particular cultural importance,” he said. “Our language is our expression of our culture and we have a duty to nurture it and ensure its future development.”

Not everyone in Germany sees English as a threat. In the south-western spa town of Wiesbaden, the VDS’s rival, the Society for the German Language (Gesellschaft für deutsche Sprache) is of the firm belief that German is not at risk of marginalisation, even less, extinction.

“Contrary to common belief, only 1%-3% of the average German’s vocabulary of 5,000 words is made up of anglicisms,” said Andrea-Eva Ewels, the society’s managing director. “We don’t see English as the enemy. We’re of the opinion that English can enrich our language, just as many other languages, for example French and Latin, have influenced German over history.”

But she admitted that many Germans were unhappy with the anglicisation of their mother tongue. “We did a survey in 2008 and 39% of respondents said they did not like anglicisms,” she said. Interestingly, Germans in the east were more unhappy with the anglicisation of their language – 46% objected compared with 37% in the west.

Despite the onslaught of English, some attempts are being made to stem the tide. In January, Siemens announced it would use fewer anglicisms in future. The VDS has noisily criticised the company for years, complaining last year that there was no need for them to refer to “renewable energy” when “erneuerbare Energie” would do just as well, ditto “Smart Grids” (intelligente Stromnetze) and “Healthcare” (Medizintechnik).

Last year Germany’s transport minister, Peter Ramsauer, banned his staff from using a string of anglicisms, including “Laptops”, “Tickets” and “Flip-charts”.

Source:

http://www.theguardian.com/world/2011/mar/14/german-language-anglicisms-challenge

Sprechen Sie Denglish? Germans hit at English invasion

The German language is under threat. That’s the view of Angela Merkel’s ruling Christian Democrats party, which wants to change the country’s constitution to include German as the national language.

Although some interpreted the centre-right CDU’s move as an attack on Germany’s Turkish minority, it seems the invasion of English provided a more likely impetus. The debate is an on-going one. For years German linguists have despaired at the flood of incoming English words and the mixing of the two languages which has become known as ‘Denglish’; ’shoppen’, ‘chatten’ and ‘babysitten’ have become the norm.

The CDU’s call to make the German language an official part of the constitution at its party congress last month has added fresh fuel to the debate. Although the motion passed easily into CDU official policy, Angela Merkel, head of the party and Germany’s chancellor, was firmly against it: “I personally don’t find it good to write everything into the constitution”, she told German television channel RTL.

Professor Ludwig Eichinger of the Institute for German Language, who spoke on Germany’s place in a globalised world at a conference on foreign policy this week, is relaxed about the debate: “Words come in and out of fashion all the time and I don’t think that anybody is questioning that Germans speak German. It wouldn’t hurt to have something like that written into the constitution, but then again I don’t think that’s a strong enough argument in its favour.”

But many German language critics would welcome the move. While they say they have no problem with the natural absorption of English vocabulary in the same way as Latin or French words have been absorbed over centuries, they object to the exaggerated way in which English has been embraced in all areas of public life.

“It causes a problem in that whole areas migrate into English, for example on the stock exchanges, in the field of computing and within some companies,” says Holger Klatte, director of the Association for the German Language (Verein für Deutsche Sprache). “It’s not just whole sections of the population who can’t speak English who are then shut out, it means that in those areas hardly any new German phrases develop, that German is overtaken and loses further standing.”

The Federation of German Consumer Organisations specifically attacked advertisers at a recent debate, pointing to the use of English or Denglish advertising slogans which many consumers fail to understand. One of the most quoted is “Come in and find out”, used by the cosmetics chain Douglas, and interpreted by many Germans as “come in and find the exit”.

Wolf Schneider, the country’s foremost language critic, supports the idea of a constitutional change: “Yes the German language is under threat – if advertising language and business jargon continue to develop as they do, if German politicians and journalists in Brussels would rather speak bad English than good German, if German academics try to understand each other using bad English.”

But a change to the constitution may take a while in coming. No further discussions within the party or in parliament have been scheduled and the Social Democrats and Greens are opposed – any law would need a two thirds majority in parliament.

Source:

http://www.ft.com/cms/s/0/36ce1e9a-e870-11dd-a4d0-0000779fd2ac.html#axzz3JvkphtOs

False Friends

Video:

http://www.spiegel.de/karriere/ausland/wenn-deutsche-englisch-sprechen-10-typische-denglisch-patzer-a-1001528.html

Video:

http://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/lokalzeit/lokalzeit-aus-duisburg/videosprechensiedenglish100.html

Wise Guys – Denglish

Video:

Eulish

Videos: